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"Die Männer in ihren tollkühnen Maschinen" könnte der Untertitel dieses Filmes sein. Abgesehen von den soliden Stunts und den teils sehr schönen Kameraeinstellungen, trieft der Streifen aber leider vor Pathos und die konstruierte Geschichte - wieder einmal basierend auf wahren Begebenheiten - zieht die Flyboys - Helden der Lüfte in die Tiefe.
Es ist schon interessant, wie sehr sich die Amerikaner anstrengen in allen großen Ereignissen einen Teil ihrer Geschichte wiederzufinden. Obwohl die USA im ersten Weltkrieg praktisch keinerlei Einfluss hatte, erzählt uns Flyboys - Helden der Lüfte jetzt, dass die "wahren Helden" doch wieder aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten kamen. Dieser aufgesetzte Nationalstolz geht dem Zuschauer aber leider zunehmend auf die Nerven und wirkt sich äußert negativ auf den Unterhaltungswert des Film aus.
Im ersten Weltkrieg wurden erstmals Flugzeuge zu militärischen Zwecken eingesetzt. Die gerade neu erfundenen Maschinen bargen nicht nur auf Grund ihrer Unzuverlässigkeit große Gefahren, auch der Luftkampf war absolutes Neuland für die Soldaten und so kristallisierten sich einige Wenige heraus, die in diesem Krieg zu "Helden" avancierten. Einige dieser Helden waren die Flieger der französischen Lafayette Escadrille, die - sehr erstaunlich - aus den USA kamen. Um die Alliierten bei ihrem Kampf gegen die - dauerhaften bösen und natürlich auch dummen - Deutschen zu unterstützen, nahmen diese jungen Männer per Zug (ja, per Zug!) den langen Weg über den großen Teich in Kauf. In Frankreich angekommen wurden sie ausgebildet zu perfekten Fliegern, die jedem Deutschen das Fürchten lehren sollten.
Mal abgesehen davon, dass wir als Deutsche - wie in jedem amerikanischen Weltkriegsfilm - wieder einmal die Dummen sind und zwar auf Alte, Kranke, Frauen und Kinder schießen, aber nicht clever genug sind ein landendes Flugzeug in wenigen Metern Entfernung zu registrieren, wirkt "die wahre Geschichte" etwas sehr zu Gunsten der USA konstruiert. Was man dazu im Gegensatz den Machern lassen muss ist, dass die Stunts mit den Flugzeugen schön gefilmt und gekonnt gemacht sind. Auch wenn sehr viele der Manöver mit diesen Maschinen in der Realität nicht zu fliegen sind, sieht es wenigstens gut aus.
Man darf das Niveau nicht zu hoch ansetzen bei diesem Streifen, dann können auch die Schauspieler einigermaßen überzeugen. Hervorzuheben ist allerdings wieder einmal Jean Reno, der sich als Captain Thenault nicht nur tough, sondern auch äußert humorvoll präsentiert und damit die Zuschauer auf seine Seite bringen kann. Insgesamt ist Flyboys - Helden der Lüfte ein durchschnittlicher Film, der zwar einerseits für Fans von alten Flugzeugen sicherlich sehenswert ist, andererseits durch seine Geschichtsinterpretation sauer aufstößt. Man darf also gespannt sein, ob das Drehbuch des deutschen Konkurrenzfilms Der rote Baron überzeugender daherkommt und damit das Duell in der Luft für sich entscheiden kann. |