Die Fans warten schon seit drei Jahren gespannt auf die Fortsetzung einer der erfolgreichsten Franchise-Reihen: Spider-Man! Der Hype (und Marketing-Effekt) um den dritten Teil war groß, denn nicht nur mit Sandman und Kobold Junior, sondern auch mit dem beliebten Erzfeind Venom bekommt es Peter Parker alias Spider-Man diesmal zu tun. Doch gerade dieser Überfluss an Gegnern und Geschichten bekommt dem Film nicht gut und so stellt sich 141 Minuten lang leider ein wenig Langeweile ein.
Manchmal wollen Drehbuchautoren und Regisseure wohl einfach zu viel. So geschehen beim überaus begabten Sam Raimi, der sich bisher vor allem durch seine Perfektion und seinen Ideenreichtum auszeichnete. Denn in Spider-Man 3 verfolgte er ein großes, aber schwieriges Ziel: Die bekannten Charaktere sollten noch mehr Tiefe bekommen und Spider-Man sollte an den schier unüberwindlichen Problemen, mit denen er konfrontiert wird, wachsen.
Peter Parker genießt sein Leben in vollen Zügen, denn neben dem Ruhm, der ihm durch Spider-Man zuteil wird, hat er in Marie-Jane auch eine wunderbare Freundin, um deren Hand er anhalten will. Doch als Marie-Jane am Broadway floppt und die Aufmerksamkeit von Peter bräuchte, ist ihm sein Spider-Man-Leben scheinbar wichtiger und so wird die Distanz zwischen den Beiden größer. Denn gerade in diesen Tagen hat Spider-Man alle Hände voll zu tun: Peters ehemals bester Freund Harry, wird zum Kobold und will sich für den Tod seines Vaters rächen. Die Polizei offenbart Peter, dass sein Onkel von Sandman umgebracht wurde und dieser auf freiem Fuß ist und ein außerirdisches Wesen ergreift mehr und mehr Besitz von Spider-Man.
Als Hauptproblem schickte man erst einmal Spider-Man selbst ins Rennen, denn durch den außerirdischen Symbionten wird aus dem heroischen und hilfsbereiten Superhelden, ein rachesüchtiger und arroganter Spinnenmann. Der Clou, dass daraus später der Comic-Erzfeind Venom - der mit praktisch den gleichen Kräften wie Spider-Man ausgestattet ist - entsteht, ist genial und hält für die Geschichte viel Tiefe bereit. Anstatt sich aber darauf zu konzentrieren, streut man leider die Aufmerksamkeit des Zuschauers über viel zu viele Einzelheiten, sodass der gesamte Film an Spannung und Nachdruck verliert.
Gerade die Comic-Fans waren gespannt auf die Umsetzung von Sandman und Venom und hier muss man wieder einmal sagen, dass die Special Effects Truppe tolle Arbeit geleistet hat. Denn aus optischer Sicht ist Spider-Man 3 mit seinen hochaufwendigen Computergrafiken eine tolle Weiterentwicklung der Digitaltechnik. Besonders Sandman, der durch seine Eigenschaften ein perfektes Opfer für die Animateure ist, wirkt superrealistisch und überzeugt in jeder Szene mit tollen Einstellungen und fantastischen Bildern.
Störend ist an manchen Stellen aber die Inkonsequenz. So besiegt Spider-Man zum Beispiel immer wieder einen Gegner, der dann wie aus dem Nichts wieder auftaucht. Über den vorherigen Kampf wird dabei kein Wort verloren. Auch bei Kleinigkeiten hätte man mehr auf den Realitätsgehalt achten sollen, denn wenn das außerirdische Wesen die Kräfte verstärkt, dann dürfte Eddie Brock nicht auf einmal Spinnenfähigkeiten haben. Doch nicht nur die Geschichte hat ihre Macken, auch die Schauspieler liefern in einigen (zum Glück wenigen) Szenen eine Darstellung ab, die gerade mal schultheaterreif wäre.
Alles in allem ist Spider-Man 3 natürlich trotzdem ein sehenswerter Film, wichtig ist aber, dass man die Erwartungen zurückschrauben muss. Doch auch wenn die 141 Minuten nicht spannend genug sind, um über die Mankos bei der Story hinweg zu täuschen; die Optik reißt vieles wieder raus! Für die Fans von Computeranimationen und fantastischen Verfolgungsjagden durch Häusergassen ist also großes Kino geboten. Alle Anderen müssen sich mit einem durchschnittlichen Blockbuster zufrieden geben, der ansehnlich aber leider nicht vollkommen überzeugend ist.