Fans von Action-No-Brainern kommen vor allen Dingen in der ersten Hälfte auf ihre Kosten, dort bietet dieser Film nette Anspielungen auf die Großen des Genres und kann zudem durch handgemachte Action punkten. Enttäuschend jedoch, dass sich der Film in der zweiten Hälfte des Öfteren wiederholt und so den Gesamteindruck dieses Werkes enorm schmälert.
Schon mit dem Logo WWE Films zu Beginn dürfte klar sein was folgen wird, denn mit ihren letzten drei Filmen Walking Tall - Auf eigene Faust, Welcome to the Jungle und See No Evil machte die Produktionfirma klar, dass sie sich auf harmlosen Action-/Horrorspaß spezialisieren möchte und die Hauptrollen, um Geld zu sparen, mit Wrestlingstars aus den eigenen Reihen besetzt.
Obwohl er durch eine Befehlsverweigerung menschliches Leben retten konnte, wird John Triton wegen diesem Vergehen aus der Marine geworfen. Zuhause geniest er das Leben mit seiner Frau Kate und versucht sich an einem Job bei einem Sicherheitsdienst. Als das Päarchen jedoch bei der Fahrt in den wohlverdienten Urlaub auf den flüchtigen Gangster Rome trifft, nimmt dieser kurzerhand Tritons Frau als Geisel. Doch er hat die Rechnung nicht mit dem Marine gemacht, der nun im Alleingang seine Frau aus den Fängen der Gangster befreien will.
Die Story klingt nicht nur nach einem typischen 80er-Jahre-Actionvehikel, auch die Umsetzung ähnelt den Filmen dieser Ära. Gerade dies ist jedoch in der ersten Hälfte die große Stärke, denn hier bekommt der Zuschauer handgemachte Action vom Feinsten geboten, da Szenen wie der Diamantencoup oder die spektakuläre Verfolgungsjagd sich nicht vor den großen Filmen des Genres verstecken müssen.
In der zweiten Hälfte gehen den Machern sichtlich die Ideen aus und der bis dahin extrem unterhaltsame Film mutiert zu einer sich endlos wiederholenden Hatz, die vor Logikfehlern, Stilbrüchen und Lächerlichkeiten nur so sprüht. Enttäuschend wenn man bedenkt, dass The Marine bis zu diesem Zeitpunkt als herrliche Hommage an das Actionkino hätte durchgehen können.
Wenn man Wrestlingstars in einer Hauptrolle besetzen möchte, dann sollte man schon darauf achten, dass sie entweder wenig Dialoge haben (Kane in See No Evil) oder zumindest Ausstrahlung besitzen wie beispielsweise The Rock. Mit John Cena hat man sich zwar einen Hünen von Mann an Bord geholt, jedoch kann er die Hauptrolle, abgesehen von seiner Erscheinung, nicht ausfüllen. Besser gefällt Robert Patrick, der als Bösewicht einmal mehr alle Register der Coolness zieht und dabei noch eine selbstironische Ader an den Tag legen darf.
Hätte man die erste Hälfte dieses Action-No-Brainers kontinuierlich weitergeführt, würde man es mit einer kleinen Trashperle zu tun haben. So fährt sich der Film trotz kurzweiliger Unterhaltung, die The Marine ohne Zweifel bieten kann, wie jeder WWE Film im gehobenen Mittelmaß fest.