Untermalt mit rockiger 80er-Jahre Musik schuf Sylvester Stallone ein Trashspektakel, welches kein Klischee auslässt und aufgrund seiner platten Darbietung, sowie den grauenhaften Darbietungen von Dolph Lundgren und Brigitte Nielsen für viel unfreiwillige Komik sorgen und somit sogar einigermaßen unterhalten kann.
Da trotz bescheidener Qualität Rocky III an den Kinokassen ein ganzes Stück erfolgreicher als die erste Fortsetzung war, musste natürlich nachgeschoben werden. Dem Erfolg tat dies keinen Abbruch und so wurde dieser Film, trotz erneut großer Schwächen zu dem erfolgreichsten Teil der Rocky-Franchise.
Obwohl schon einige Jahre zurückgetreten, will Ex-Weltmeister und Patriot erster Güte Apollo Creed wieder in den Ring steigen, um den im Vorfeld tönenden Ivan Draco zu zeigen aus welchem Stoff Amerikaner gemacht sind. Jedoch kommt es ganz anders, denn Draco ist nicht nur zu stark, er tötet Creed sogar während des Kampfes. Aus Rache getrieben ist sein Freund Rocky nun sogar bereit einen Fight in Russland zuzustimmen, dessen Einwohner ihn alles andere als freundlich empfangen.
Was sich Silvester Stallone bei diesem Drehbuch gedacht hat ist wohl jedem ein Rätsel, denn wie er mit Klischees um sich wirft und seine Geschichte erzählt, könnte man schon fast als reine US-Propaganda bezeichnen. Allerdings ist dies manchmal derart übertrieben dargestellt, (z. B. bei der Preshow des ersten Kampfes) so dass man Stallone zu Gute halten könnte einen satirischen Unterton einbringen zu wollen, der jedoch aufgrund seiner Plattheit und der restlichen Inszenierung eher unfreiwillig komisch wirkt.
Bei der Inszenierung orientierte man sich leider bei dem bis dahin schwächsten Teil der Reihe und so wird die spärliche Handlung in Rekordzeit abgehandelt um Platz zu schaffen für dutzende Trainingssequenzen (teilweise über 5 Minuten am Stück), die zudem noch mit, zugegebenermaßen sehr passender, typischer 80er Jahre Musik untermalt wird. Immerhin fallen diesmal die unrealistischen Kämpfe nicht allzu negativ auf, da das ganze Werk ein recht unterhaltsames Trashspektakel ist und man diesen Kritikpunkt der vorigen Filme eher in Kauf nehmen kann.
Deutlich besser als noch bei Rocky III ist wieder die Leistung des Hauptdarstellers, der seinen Rocky Balboa zum Glück an den gelungenen ersten beiden Teile orientiert und wieder die Sympathie des Publikums gewinnt. Der restliche Cast hingegen hat bei dem schwachen Drehbuch kaum Chancen zur Entfaltung, so wird Paulie Burt Young endgültig zum Sidekick degradiert und Adrian ist auch nur vorhanden um Rocky vom Fighten abzuhalten. Die Abschüsse sind jedoch Brigitte Nielsen und Dolph Lundren, die schon wieder derart schwach sind, dass sie zum Rest des Filmes passen und für unfreiwillige Komik sorgen können.
Qualitativ ist Rocky IV sicherlich auf gleichem Niveau wie sein Vorgänger, jedoch wird dieser Film derart plump präsentiert, dass der Spaßfaktor immens in die Höhe schnellt. Hat man sich einmal damit abgefunden, dass gar nicht erst versucht wird an den großartigen ersten Teil heran zu kommen, kann man hier durchaus seinen Spaß haben.