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John Stockwell - der Mann für schöne Landschaftsaufnahmen, welcher uns auch schon Blue Crush und Into the Blue beschert hat - bleibt sich und seinem Stil treu und schenkt uns mit Turistas einen spannenden Horror-Thriller vor der wunderschönen Naturkulisse Brasiliens. Zwar ist die Grundidee nicht unbedingt neu und erinnert ansatzweise hin und wieder an Hostel, doch wird uns dafür eine reell wirkende Geschichte geboten, welche nicht auf unendlich vielen Klischees aufgebaut ist. Gerade während der Urlaubssaison, bleibt einem nach Sichtung dieses überraschend guten Filmes nur noch eines zu sagen: schöne Ferien!
Horrorfilme sind nun schon lange im Aufwind und es werden uns in letzter Zeit immer mehr Teenie-Slasher, Splatter- und Terrorfilme präsentiert, welche mehr oder weniger zu überzeugen wissen. Leider sind aber die positiven Beispiele, wie das Remake The Hills Have Eyes - Hügel der blutigen Augen oder die Saw-Reihe, in der Minderheit, und so muss sich der geneigte Genre-Fan meistens mit durchschnittlicher Massenware zufrieden geben. Umso größer ist aber dafür immer dann die Freude, wenn man wieder einmal einen Vertreter dieses Genres entdeckt, welcher wirklich zu fesseln vermag, und einem in diversen Szenen mehr als einen kalten Schauer über den Rücken jagt. Bei Turistas handelt es sich überraschenderweise um ein solch erfreuliches Beispiel!
Der Film beginnt mit ein paar wunderschönen Bildern von Brasilien, nach denen wir auch schon mit ein paar Touristen mitten in einem Bus sitzen. Der Fahrer scheint es sehr eilig zu haben und es kommt, wie es kommen muss: in einer Kurve verliert er die Kontrolle über das Fahrzeug, und es können sich alle Passagiere gerade noch rechtzeitig retten, bevor der Bus einen Hang hinunterrollt. Da der nächste Bus frühestens in 10 Stunden den Unfallort erreichterreichen wird, beschließen ein paar der Touristen die Gegend zu erkunden. Bald entdecken sie einen traumhaften Strand, an welchem sich auch eine Bar befindet. Da es ihnen dort hervorragend gefällt, wollen sie ein paar Tage bleiben und dann per Anhalter weiter fahren. Es ist für den Zuschauer zwar klar, dass diese Entscheidung eher nicht zu Glück und einem langen Leben führen wird, doch bietet das folgende Psychospiel der Einheimischen mit den ahnungslosen Touristen genügend Überraschungen der sowohl spannenden, wie auch blutigen Art.
Alle Darsteller in Turistas haben eines gemeinsam: sie sind jung und schön. Dies zählte beim Casting sicherlich auch viel mehr, als schauspielerisches Talent oder Können. Jedoch füllen alle ihre - zugegebenermaßen sehr dünn geschriebenen - Rollen ziemlich gut aus, und schaffen es auch ihre Ängste glaubhaft darzustellen. Auch die Tatsache, dass man Charaktertiefe vergeblich sucht, schadet nicht - im Gegenteil: gerade weil die Hauptfiguren nichts anderes sind als typische Touristen auf der Suche nach Abenteuern, kann der Zuschauer sich sehr einfach mit einem der Protagonisten identifizieren. Außerdem kann jeder, der schon einmal eine Bustour durch ein solches Land, in welchem geteerte Strassen außerhalb von Großstädten eine Utopie darstellen, miterlebt hat, schon die Ausgangssituation problemlos mitfühlen. Kombiniert man dies mit authentisch wirkenden Dialogen und Handlungen, so hat man das, was man im Allgemeinen einen gelungenen Thriller nennt.
Regisseur John Stockwell hat es mal wieder geschafft, Wunderschönes mit Grauenvollem zu verbinden. Immer wieder erkennt man die Kernaussage, dass hinter jeder schönen Fassade ungeahnte Abgründe lauern können, und genau deswegen funktioniert Turistas auch so gut. Angereichert wird dieser Mix mit einem passenden Soundtrack und einer äußerst sicheren Hand in Sachen Kameraführung und Schnitt. Das Sahnehäubchen bildet schlussendlich eine Verfolgungsjagd in einer Wasserhöhle, sowie ein überraschendes Ende, über das man sich zwar streiten kann, welches aber dennoch eine gewisse, innovative Frische ausstrahlt.
Wer mal wieder Lust auf einen guten und spannenden Horror-Thriller mit realistischem und schockierendem Hintergrund hat, der ist bei Turistas gut aufgehoben. Besonders kurz vor einem Urlaubsantritt in Richtung ferner Länder, wird dieser Film sicherlich für eine erhöhte Nervosität sorgen können. Auch Fans von unendlich schönen Landschaften kommen voll auf ihre Kosten, weswegen dieser aktuellste Genrevertreter mehr als nur die Beachtung von Horror-Geeks verdient hat. In diesem Sinne: "Take the plane!" |