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Idiocracy

(Idiocracy, 2006)

Dt.Start: 25. Januar 2007 Premiere: 01. September 2006 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Komödie, Sci-Fi
Länge: 84 min Land: USA
Darsteller: Luke Wilson (Joe Bowers), Maya Rudolph (Rita), Dax Shepard (Frito), Terry Crews (President Camacho), Sara Rue (Anwalt General), Stephen Root (Richter Hank), Anthony Campos, David Herman, Brad Jordan
Regie: Mike Judge
Drehbuch: Mike Judge, Etan Cohen


Inhalt

Der Bibliothekar Joe Bauers und die Prostituierte Rita werden für ein streng geheimes Projekt des Pentagon als Versuchskaninchen ausgewählt. Das Ziel des Projektes ist es, brillante Persönlichkeiten in einen Winterschlaf zu versetzen und sie wieder unter die Lebenden zu holen, sobald ihre Dienste von Nöten sind. Der Test mit Joe und Rita geht jedoch vollkommen in die Hose und so erwachen die beiden im Jahre 2505 in einer von Blödheit regierten Welt. Schnell erkennt Joe, dass er der restlichen Bevölkerung im punkto Intelligenz haushoch überleben ist...
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Kritik

Idiocracy hat eine Wertung von 67%
Mike Judge - der Erfinder der Kultserie Beavis und Butt-Head - legte mit Idiocracy seinen ersten Kinofilm im neuen Jahrtausend vor. Wie es sich für ihn gehört, regiert auch hier größtenteils der direkte und offensichtliche Hau-Drauf-Humor, wobei er aber zusammen mit Etan Cohen auch immer wieder wirklich kritische Anspielungen einbaut. Die Grundidee an sich ist auf herrliche Weise alles andere als politisch korrekt, und beim Rest handelt es sich um eine kontinuierliche Gradwanderung zwischen realer Gesellschaftskritik und vollkommenem Blödsinn. Inmitten dieses Chaos schlägt sich Luke Wilson nahezu im Alleingang durch eine noch viel idiotischere Welt, als sie es heute oftmals schon zu sein scheint, und der geneigte Zuschauer hat gleichzeitig Spaß an den Zoten und Angst vor solch einer Zukunft.

Bild aus Idiocracy Nach 195 Folgen und einem Kinofilm von Beavis und Butt-Head während der 90er Jahre, drehte Mike Judge kurz vor der Jahrtausendwende schon die Großraumbüro-Satire Alles Routine. Danach wurde es, abgesehen von einer TV-Produktion, ruhig um seine Person, bis im Jahre 2006 plötzlich ein Film namens Idiocracy das Licht der Filmwelt erblickte. Vom Studio in Sachen Promotion etwas im Stich gelassen, erhielt der Film in den Kinos nicht allzu viel Beachtung, welche er sich allerdings nun zumindest auf DVD durchaus verdient hätte.

Joe Bauers (Luke Wilson) befindet sich bei der Berufsarmee auf einem willkommenen Abstellgleis. Nichts wäre ihm lieber, als die restlichen (wenn auch nicht gerade wenigen) Jahre bis zur Pensionierung einfach verstreichen zu lassen, ohne dabei irgendwelche Verantwortung übernehmen zu müssen. Allerdings entpuppt er sich als fleischgewordener Durchschnitt, weswegen sein Vorgesetzter ganz andere Pläne mit ihm hat: Für ein Experiment im Bereich der Kryogenik soll sich Joe zusammen mit der Prostituierten Rita (Maya Rudolph) für ein Jahr einfrieren lassen. Damit hofft man in Zukunft in der Lage zu sein, Menschen mit speziellen Fertigkeiten für die Momente aufbewahren zu können, in denen Ihr Können von großem Nutzen sein wird. Leider gibt es aber ein kleines Problem, bei welchem der Projektleiter und Ritas Zuhälter eine zentrale Rolle spielen, und schon gerät das streng geheime Experiment in vollkommene Vergessenheit. Statt nun nach einem Jahr wieder aufgetaut zu werden, sorgt erst im Jahre 2505 eine Lawine dafür, das Joe und Rita in einer Welt aufwachen, in welcher dumme Menschen sich vermehrt haben...und die Intelligenten leider nicht so sehr. Die Folge ist ein durchschnittlicher IQ von etwa 10 und eine Staatsform namens Idiokratie. Joe lernt sehr bald, dass diese Welt ihn nicht willkommen heißt, doch als nun offiziell intelligentester Mann der Welt verlangt Präsident Camacho (Terry Crews) kurzerhand von ihm, dass er alle gesellschaftlichen Probleme innert kürzester Zeit löst.

Idiocracy ist randvoll mit lustigen Ideen, wobei das Verhältnis der subtileren Anspielungen zu den plumpen Holzhammer-Gags ruhig etwas höher hätte ausfallen dürfen. Auch ist es klar, dass bei einer großen Dichte an Pointen nicht alle richtig zünden wollen, doch sieht man davon einmal ab, so handelt es sich um eine größtenteils gelungene Satire mit gar nicht einmal so abwegigen Darstellungen einer möglichen Zukunft (welche - glücklicherweise für uns - offenbar ein paar hundert Jahre entfernt liegt bzw. lebt). Es kommt auch vor, dass man dem Film sein eher geringes Budget ansieht, aber wenn man immer wieder mal erkennt, dass es sich bei der Hintergrundlandschaft um ein Gemälde handelt, sprüht dies in diesem Fall auch einen gewissen Charme aus.

Luke Wilson (Old School - Wir lassen absolut nichts anbrennen, Die Super Ex) passt optimal in die Rolle des vollkommen durchschnittlichen Joe. Es ist herrlich zuzusehen, wie er sich redlich bemüht, trotz aller Hirnlosigkeit um ihn herum immerzu die Fassung zu bewahren und auf rationelle Art und Weise seine Standpunkte zu vertreten. Als sein einziger Freund Frito ist auch Dax Shepard (Trouble ohne Paddel, The Comebacks) mit von der Partie. Als typischer Bewohner dieser vertrottelten Zukunft hat er sichtlichen Spaß an seiner Rolle als sympathischer Vollidiot. Ein Blick von ihm genügt und man ist - im positiven Sinne - wirklich überzeugt, dass die Person, welcher diese Augen gehören, zur Zeit nicht aufnahmefähig ist. Terry Crews (Balls of Fury, Get Smart) ist eine weitere Idealbesetzung als ehemaliger Pornostar und Präsident, welcher zwar auch keine grössere Leuchte als die restliche Bevölkerung ist, aber immerhin ist er an der Macht und lässt es sich dort sichtlich gut gehen. Einzig Maya Rudolph (50 erste Dates, Shrek der Dritte) schafft es als Prostituierte nicht durchs Band zu überzeugen, denn immer wieder neigt sie zu leichten Übertreibungen in Sachen Mimik und Intonation. Allerdings sind diese Momente nicht so häufig, dass man ihr eine wirklich schlechte Darbietung unterstellen könnte.

Perfekt ist Idiocracy noch lange nicht und am Ende ist der Zuschauer überzeugt, dass man aus dieser Geschichte noch viel mehr hätte rausholen können, wenn nicht sogar müssen. Nichts desto trotz macht diese Ansammlung an Idiotien sehr großen Spaß, wenn man sich einmal darauf eingelassen hat. Wer also mal wieder Lust hat, einen sich selbst absolut nicht ernst nehmenden Film - auch wenn man sich stellenweise genau das gewünscht hätte - zu sehen, der sollte beim nächsten Besuch seiner Stamm-Videothek einmal nach einer gelben DVD-Hülle mit dem Bild von Luke Wilson greifen. Wir wünschen viel Vergnügen beim temporären verblöden!

von Kurt Meinicke


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