Die USA und der Irakkrieg, ein Dauerbrenner in der amerikanischen Innenpolitik. Nun nimmt sich erstmals ein Hollywoodfilm diesem Thema an. Doch was Regisseur Irwin Winkler mit Home of the Brave abliefert ist ein belangloser Streifen, der einen als Zuschauer völlig kalt lässt. Eine unglaubwürdige Geschichte und schwache Darsteller tragen ihren Teil dazu bei, dass man die erste filmische Aufarbeitung dieses Themas als missglückt bezeichnen kann.
Ein paar Soldaten sollen vor ihrer Rückkehr nach Amerika einem Arzt Geleitschutz geben. Eigentlich eine harmlose Aufgabe, doch der Fahrzeugkonvoi gerät in einen Hinterhalt und der Einsatz wird zum Höllentrip. Teilweise schwer verletzt und traumatisiert kehren die Soldaten in die Heimat zurück und kämpfen fortan mit Albträumen, Depressionen und dem einfachen Alltagsleben.
Die Handlungsweisen der Figuren sind übertrieben und nicht nachvollziehbar. Man kauft es dem Film nicht ab, dass alle Mitglieder des Konvois derart psychisch labil zurückkehren, dass sie ihr bisheriges Leben nicht mehr meistern. Hätte man statt vier Soldaten nur eine Hauptfigur verwendet, wäre im Endeffekt das gleiche dabei heraus gekommen, denn die Charakterzeichnungen der verschiedenen Personen unterscheiden sich nur geringfügig.
Schon beim lesen der Besetzungsliste gerät man ins Stutzen. Jessica Biel und Gangsterrapper 50Cent in einem ernst gemeinten Drama. Aber vorerst versucht man seine Vorurteile zurückzudrängen, doch diese kommen schneller zurück als einem lieb ist und leider bestätigen sie sich dann auch noch voll und ganz. Biel spielt sehr unglaubhaft und übertrieben und 50Cent hat seinen erwarteten Kurzeinsatz, der keine große Erwähnung wert ist. Einzig Samuel L. Jackson ist noch so etwas wie qualitatives Schauspiel zu attestieren, obwohl auch seine Rolle aufgesetzt wirkt und am schwachen Drehbuch zu Grunde geht.
Lange fragt man sich worauf Regisseur Irwin Winkler mit Home of the Brave eigentlich hinaus will und, um ehrlich zu sein, ist man am Ende des Films auch nicht klüger. Würden in letzter Sekunde nicht noch ein paar polemische Durchhalte- und Patriotismusparolen vom Stapel gelassen, hätte der Streifen keinerlei Aussagekraft. So jedoch wurde ein missglückter Schlusspunkt für einen Film gesetzt, der zu keinem Zeitpunkt Mitgefühl mit den Charakteren hervorruft. Einfältig und einfallslos wird versucht das Seelenleben der zurückgekehrten Soldaten darzustellen, was nicht gelungen ist. Ein Film, den selbst Amerika nicht braucht.