Basierend auf dem Buch "Die Brücke in ein anderes Land" von Katherine Paterson bringt Gabor Csupo (Rugrats - Der Film) eine Fantasy-Geschichte in die deutschen Kinos, die eine der wunderbarsten Erzählungen des Kinojahres hätte werden können. Leider schmälern einige Plot-Kürzungen und Oberflächlichkeiten das Vergnügen so sehr, dass man dem Potential fast schon nachtrauern muss.
Da war es wieder, das unglaubliche Potential, das in Fantasy-Geschichten wie Die Chroniken von Narnia, Herr der Ringe und eben auch Brücke nach Terabithia liegt. Leider scheinen es nur wenige Regisseure und Drehbuchautoren zu beherrschen diese Kraft auch auf die Leinwand zu übertragen. Diesem Umstand ist es wohl leider zu verdanken, dass man diesmal zwar eine nette Geschichte für die Kleinen präsentiert bekommt, die aber mit ein wenig mehr Liebe zum Detail zu einem echten Meisterwerk hätte heranwachsen können.
Jess ist ein introvertierter Junge, der künstlerisch zwar sehr begabt, dafür aber ein Außenseiter ist; selbst in seiner Familie kümmert sich niemand um ihn, da seine vier Schwestern seine Eltern vollkommen auslasten. Als das Mädchen Leslie nach den Sommerferien in seine Klasse kommt, zeigt sich schnell, dass auch sie nicht gerade umgarnt wird. So freunden sich die beiden Außenseiter an und Leslies Fantasie führt die Beiden in das Traumland Terabithia. Zunehmend verbringen sie ihre Zeit damit über ihr eigenes Reich zu herrschen und Abenteuer zu bestehen. Doch als Jess in der Realität eine Entscheidung gegen Leslie trifft, beschreitet diese alleine den Weg nach Terabithia und ein schreckliches Unglück geschieht!
Brücke nach Terabithia ist ein für Kinder wunderschön anzusehender Film, der sicherlich einen Kinobesuch wert ist. Leider vergibt sich der Film aber die Möglichkeit, ein kleines Meisterwerk für jung und alt zu sein. Die Charaktere werden zu wenig beleuchtet und besitzen praktisch keinerlei Tiefe. Manche (wie die garstige Achtklässlerin oder die ältere "Großmaul"-Lehrerin) sind zudem nur angerissen und repräsentieren nicht die echten Antagonisten, die sie hätten sein müssen um durch ihren "Seitenwechsel" und die zugehörigen Geschichten nach dem schrecklichen Unfall echte Emotionen beim Zuschauer hervorzurufen.
Insgesamt ist der neueste Fantasy-Film aus dem Hause Walden Media kein großer Wurf. Natürlich funktioniert der Film für Kinder und transportiert seine Aussage. Dennoch muss man klar sagen, dass die letzten fünf Minuten einiges über den Anspruch aussagen, den Walden Media bei diesem Film hatte: Irgendwo müssen CGI-Effekte rein! Und so endet der Film mit vollkommen unnötigen Animationen, die wohl nur für einen Welcher ist länger-Vergleich nützlich sind. Schade, dass man eine Geschichte mit so viel Potential so oberflächlich und eindimensional inszeniert und damit den richtig großen Film verfehlt.