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Trotz der fragwürdigen und oftmals unglaubwürdigen Geschichte ist Black Snake Moan durchaus sehenswert. So gelang es dem Regisseur seine Geschichte in tolle Songs und eine atmosphärische Grundstimmung einzubetten. Aber auch Christina Ricci mit einer ihrer besten Karriereleistungen ist schon einen Blick wert.
2005 gelang Craig Brewer mit Hustle & Flow der Überraschungshit schlechthin. Nicht nur das Publikum war von ihm angetan, auch die Presse lobte den Film und vor allem seinen Hauptdarsteller Terrence Howard in höchsten Tönen. Da war man natürlich gespannt auf sein Folgewerk, welches nach den herrlichen Postern auf bestes Blaxploitationkino hoffen ließ.
Als ihr Freund Ronnie sich für die Armee einschreibt scheinen die treuen Tage für die nymphomanische Rae gezählt. Schon in ihrer ersten Nacht treibt sie es wild und endet zusammengeschlagen am Straßenrand. Am nächsten Morgen findet sie der eben erst von seiner Frau verlassene Lazarus. Als dieser von Raes Vorgeschichte erfährt, fesselt er sie kurzerhand an seine Heizung um ihr mit Hilfe des Blues und der Religion ihre Gelüste auszutreiben.
Black Snake Moan ist eine Geschichte von zwei Menschen, die sich gegenseitig in einem Tief wieder aufpäppeln. Das Wie ist jedoch mehr als fragwürdig, denn gerade in der Hinsicht, dass man durch ein religiöses Verhalten oder Blues seine Weltanschauung innerhalb weniger Tage ändert, ist doch ein wenig weit hergeholt. Ein weiterer Schwachpunkt ist auch, dass man sich nicht nur auf die beiden Hauptcharaktere konzentriert hat. So gibt es zwar eine ordentliche Anzahl weiterer Personen, über deren Hintergründe man jedoch nur wenig erfährt, wodurch sie lieblos ins Bild geworfen wirken.
Erhoffte man sich nach dem Trailer einen typischen Blaxploitationfilm, wird man enttäuscht werden, denn Brewer schlägt eher ruhige Töne an und verlässt sich dabei zu Recht auf seine Fähigkeiten als Regisseur. Wie schon in Hustle & Flow spielt dabei erneut die musikalische Untermalung eine große Rolle, so dass dieses Stilmittel über die komplette Laufzeit in Form von tollen Bluesstücken vertreten ist. Dies schafft gemeinsam mit den Landschaftsaufnahmen eine besondere Atmosphäre welche einen schnell gefangen nimmt.
Dass Samuel L. Jackson ein guter Schauspieler ist, ist bekannt. Was jedoch oftmals die Spreu vom Weizen trennt ist, wenn man erkennt, dass man einen Gang zurückschalten muss um seine Kollegen in Spiel zu bringen. Dies gelingt ihm nicht nur souverän, auch seine Interaktion mit der großartig aufspielenden Christina Ricci, dem heimlichen Star des Films, ist beeindruckend. In einer Nebenrolle ist zudem noch Justin Timberlake erwähnenswert, der sich aber wegen der Eindimensionalität seines Charakters nie wirklich entfalten kann.
Ob der Film beim Zuschauer gewinnt oder verliert, wird wohl hauptsächlich durch die Frage entschieden, ob man eine Heilung durch Religion oder Blues als glaubwürdig empfinden kann. Selbst wenn man jedoch anderer Meinung ist, bekommt das Publikum immerhin einen schön inszenierten Film zu sehen, der zudem auch durch überzeugende Darbietungen in den Hauptrollen punkten kann. |