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Nachdem bereits Wächter der Nacht - Nochnoj dozor äußerst gut beim Szene-Publikum ankam, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch der zweite Teil der Trilogie in die deutschen Kinos kommt. Wächter des Tages präsentiert uns die direkte Fortführung der zwar komplexen aber guten Geschichte und fasziniert nicht nur mit dichter Inszenierung, sondern überzeugt auch im Bereich der Special Effects.
Es ist selbstverständlich, dass die russische Produktion hierzulande etwas auf Unverständnis stößt. Nicht nur, dass die meisten Kinogänger immer Hollywood-Dimensionen im Auge haben, sondern auch die Tatsache, dass die anfangs etwas konfuse Geschichte, nicht gerade dem Mainstream zuspricht, schränken das Zielpublikum stark ein. Dennoch muss man der Trilogie zu Gute halten, dass sie mit extrem wenig Mitteln einen Film auf die Leinwand zaubert, der in dieser Gewichtsklasse fast schon einen Meilenstein darstellt.
Bereits hier seien all die gewarnt, die Wächter der Nacht - Nochnoj dozor nicht gesehen haben: Es ist nahezu unmöglich der Geschichte zu folgen ohne den ersten Teil zu kennen. Nicht nur, dass Wächter des Tages eine Einführung von gerade einmal 30 Sekunden für den Vorgänger übrig hat. Timur Bekmambetov hat es sich zudem nicht nehmen lassen, noch einen kleinen Zeitsprung zwischen die beiden Teile einzubauen. So erfährt man bereits im Vorspann, dass Svetlana das positive Gegengewicht zu Antons Sohn Yegor ist, der sich im ersten Teil für die dunkle Seite entschieden hat. Damit ist auch schon die Grundlage der gesamten Geschichte von Wächter des Tages vorprogrammiert: Der Kampf zwischen den Mächten beginnt und der Krieg ist praktisch unausweichlich.
Mit einem geschätzten Budget von gerade einmal 4,2 Millionen US-Dollar, zeigt die Crew um Tim Bekmambetov, dass große Filme auch mit verhältnismäßig kleineren finanziellen Mitteln machbar sind. Neben der weiterhin spannend und packend erzählten Geschichte, sind auch die Darsteller hervorzuheben, die in einzelnen Szenen zwar etwas overacten, aber insgesamt eine solide Leistung abliefern. Ein besonderes Augenmerk ist auf jeden Fall auf die Special Effects zu legen. Während man im ersten Teil noch den ein oder anderen berechtigten Kritikpunkt anbringen konnte, zeigt Wächter des Tages, dass es besser geht! Vor allem während des Showdowns bietet uns die Special Effects-Crew um Pavel Perepyolkin ein wahres Feuerwerk für Fans.
Trotz des geringen Budgets mausert sich die "Wächter"-Trilogie zu einer erfolgreichen und soliden Filmreihe. Dafür sorgt vor allem das stimmige Gesamtkonzept, das von einer guten Geschichte, soliden Darstellern und äußert kreativen Ideen getrieben wird. Wenn man sich den aktuellen Teil ansieht, sollte man sich einmal vor Augen führen, was deutsche Filmemacher (die ja immer wieder die geringen Budgets als Schützenhilfe heranziehen) mit ähnlichem Geld zu Stande bringen. Wächter des Tages erhöht die Spannung auf das große Finale und so freue ich mich schon jetzt auf die Wächter der Dämmerung! |