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Mr. Bean macht Ferien - die Frage ist: Wen interessiert das? Die Fans von Mr. Bean lieben ihn fast ausschließlich wegen seiner alten Kurzgeschichten, die er vor mehr als einem Jahrzehnt drehte. Doch spätestens seit dem ersten Kinofilm war klar, dass Mr. Bean die Halbwertszeit überschritten hat. Dass man jetzt nach zehn Jahren den Engländer wieder klamauken lässt ist, fast schon eine Schande!
Manchmal fragt man sich ernsthaft, was in den Köpfen der cleveren Produzenten vorgeht! Wie viel Gras muss man geraucht haben, um es zu zulassen, dass Rowan Atkinson sich nach mehr als einem Jahrzehnt nochmal mit alten abgenutzten Witzen zum Affen macht? Dabei hätte der sympathische Brite, der uns jahrelang gut unterhalten hat, mehr verdient als einen solchen drittklassigen Film, der nicht mal mehr das Zelluloid wert ist, auf dem er gedreht wurde!
Mr. Bean gewinnt in einer Verlosung einen Urlaubstrip nach Cannes, den er in seiner gewohnt tollpatschigen Art antritt. Doch bereits in Paris, wo er in den Zug umsteigen soll, beginnt das Chaos seinen Lauf zu nehmen und so entführt er nach einem kulinarischem Treffen mit Austern den Sohn eines russischen Filmregisseurs. Nachdem ihm dann auch noch Geld und Papiere abhanden kommen bleibt ihm also nichts anderes übrig als sich durch Frankreich zu schlagen - immer sein Urlaubsziel vor Augen: Den Strand von Cannes!
Mr. Bean funktioniert in seinen Kurzfilmen, denn der Humor, den Rowan Atkinson so sehr geprägt hat, basiert darauf, dass man den tollpatschigen Briten in seiner Eigenart komisch findet und deswegen über ihn und seine Missgeschicke lachen kann. Bereits der erste Spielfilm Bean - Der ultimative Katastrophenfilm war ausschließlich für Fans zu empfehlen, bot aber dennoch einige wirklich komische Szenen. Diesmal dachte man sich wohl, dass sich sowieso niemand mehr an die alten TV-Folgen und den Kinofilm erinnern kann, denn einen so lauwarmen Aufguss alter Ideen und Jokes hat man selten gesehen!
Es ist wirklich schade, dass sich Rowan Atkinson für ein solches Drehbuch hergegeben hat. Gerade er hätte erkennen müssen, dass nicht nur die gesamte Geschichte, sondern vor allem die Gags niemanden begeistern, sondern ausschließlich Unmut unter den Fans hervorrufen werden. So bekommt der Zuschauer nicht nur tonnenweise Continuity-Fehler und Logiklücken vorgesetzt, sondern auch noch aufgewärmte Gags, wie die Streichhölzer in den Augenlidern oder seine immer gleichen Grimassen.
Man kann sich wirklich nur fragen, wie man alle Beteiligten überzeugen konnte bei diesem flachen und uninspirierten Stück mitzuwirken. Rowan Atkinson hätte wahrlich Besseres verdient für seine Leistungen als Mr. Bean, der aber - wenn man ehrlich ist - seine große Zeit auch schon länger hinter sich hat und bei Leuten wie Willem Dafoe scheint der Notstand ausgebrochen zu sein. Als Fazit kann man dem Streifen nicht mehr attestieren als Mitleid, denn das ist wohl die einzige emotionale Regung, die sich beim Publikum einstellen wird. |