Die in den USA als Double Feature angelegte Hommage an das Grind House wird International mit Planet Terror von Robert Rodriguez abgeschlossen. Im Gegensatz zu dem etwas massentauglicheren Death Proof - Todsicher von Tarantino, präsentiert uns der Regisseur von Sin City über die gesamte Länge und äußerst konsequent echtes Grind House Feeling mit viel Blut, harten Schnitten und jeder Menge Spaß!
Grind House ist in Europa eher Wenigen ein Begriff. Deshalb wurden international aus der geplanten Doppel-Hymne an diesen Kinokult zwei Filme gemacht, die in einer längeren Fassung - vom Verleih marketingwirksam als Director's Cut bezeichnet - dem Kinopublikum präsentiert werden. Robert Rodriguez, dessen Film in den USA zuerst läuft, in Deutschland aber erst einige Wochen nach Death Proof - Todsicher startet, zeigt seinen Fans auch diesmal, was in ihm steckt und präsentiert mit hohem Aufwand wahres Horror-Feeling mit vielen Slapstick-Einlagen.
In verschiedenen Handlungssträngen wird die "Wir retten die Welt"-Truppe eingeführt, die einer Horde Zombies im Laufe des Films das Handwerk legen soll. So sehen wir nicht nur ein verfeindetes Bruder- sowie Ehepaar, sondern auch die Babysitter Zwillinge, Cherry Darling und andere mit vielen Waffen gegen viele Untote antreten. Bei dieser harten und sehr blutigen Schlacht um Leben und Tod fliegen den Akteuren die Körperteile geradezu um die Ohren.
Als Verbindungsglied der beiden Grind House-Filme könnte man die bezaubernde Rose McGowan sehen, die nicht nur in Death Proof - Todsicher als Pam, sondern auch in Planet Terror als Cherry Darling in der Hauptrolle eine gute Figur macht. Doch nicht nur sie, sondern der gesamte (zum Teil namhafte) Cast zeigt sich in bester Trash-Laune und präsentiert auf der Leinwand in manchen Szenen äußert deutlich den Spaß, den die Crew beim Dreh gehabt haben muss.
Technisch ist Rodriguez' Streifen natürlich viel weiter als der echte Horror-Trash aus den 60er und 70er Jahren, dennoch legte der Regisseur Wert auf einen authentischen Eindruck und zeigt daher verwaschene und teils mit Streifen durchzogenen Bilder. Diese konsequente Vorgehensweise behält Planet Terror - im Gegensatz zu Death Proof - Todsicher auch über die volle Laufzeit bei und so darf das Kinopublikum wunderbar choreographierte Blutströme bewundern, die gemeinsam mit den fliegenden Körperfetzen und -resten ein wahres Feuerwerk für den Trash-Fan bieten.
Der in Deutschland als Zweiter startende Grind House-Film zeigt sich äußerst dreckig und hart, dafür umso konsequenter. Für Fans der guten alten Trash-Movies ist Planet Terror sicherlich die richtige Wahl. Neben guten Effekten und viel Blut bekommt man auch eine gehörige Portion Spaß mitgeliefert. Ob man allerdings den Mainstream damit erreicht wird wohl auch vom Verleih bezweifelt, denn der Tausch der Film-Reihenfolge scheint wohl ganz darauf abzuzielen, dass man mit dem Tarantino-Film (der sich wesentlich offener zeigt) schon mal die Zielgruppe für den Rodriguez-Film vorbereiten will, um an der Kinokasse nicht komplett zu versagen.