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Regisseur Steven Soderbergh konnte mit Ocean's Eleven ein äußerst gelungenes Remake des Klassikers Frankie und seine Spießgesellen mit Dean Martin, Frank Sinatra und Sammy Davies Jr. auf die Leinwand bringen. Leider gelang es ihm anschließend nicht ganz, mit Ocean's Twelve an den Vorgänger anzuschließen.
Im ersten Las Vegas-Abenteuer um den Ganoven Danny Ocean (George Clooney) und seine Truppe hatte man viel Spaß an dem klug ausgetüftelten Plan, die größten Casinos der Stadt um ihr Geld zu bringen. Viele Wendungen und eine gute Portion Humor machten den Film zu einer gelungenen Gauner-Komödie. Im Nachfolger vermisste man dagegen vieles, war die Erzählweise recht unstrukturiert und teilweise verwirrend. Zudem fehlte der Charme und Spaß, den das Remake zu versprühen vermochte.
Glücklicherweise ist das beim nun mehr dritten Film um Danny Ocean wieder anders. Dieser spielt wieder ausschließlich in Las Vegas, es gibt keinen europäischen Touch mehr und alles konzentriert sich auf ein Objekt. Zudem wird der Zuschauer gleich von Beginn an in das Planen eines wahrlich trickreichen und noch schwereren Coups mit einbezogen.
Casino-Besitzer Willy Bank (Al Pacino) ist nicht nur skrupellos und geldgierig, sondern auch für den Krankenhausaufenthalt von Danny Oceans bestem Freund Reuben Tishkoff (Elliott Gould) verantwortlich. Das muss gerächt werden! Danny hat bereits einen Plan, wie er es Bank heimzahlen kann. Erneut versammelt er seine Jungs, um den Casino-Besitzer dort zu treffen, wo es am meisten weh tut: auf dem eigenen Konto. Die Bande will an dem Abend zuschlagen, an dem Bank sein neues Casino "Die Bank" eröffnet. Aber Oceans Männer würden ihrem Ruf nicht gerecht werden, gäben sie sich mit einem einfachen Rachefeldzug zufrieden. Es muss schon etwas besonderes sein, denn schließlich geht es um einen der ihren. So wollen sie sowohl den Ruin des neuen Casinos, als auch die fünf Diamanten des Royal Review Board, die Bank als Hotelier für jedes seiner Hotels erhalten hat. Am Ende eines ausgeklügelten Plans stehen wieder viele Gewinner, aber auch einige Verlierer.
Soderbergh gelingt es noch besser als in Ocean's Eleven, den Zuschauer sofort zu fesseln. Das liegt vor allem daran, dass man von der Grundstruktur her weiß, mit welchen Tricks und Überraschungen Oceans Gaunertruppe aufwarten kann. Letztendlich kommt vieles dann ja doch anders, als man dachte und genau darin liegt der Spaß am Zusehen. Eigentlich läuft alles nach einem streng geplanten Muster ab, der zeitlich genau eingehalten werden muss. Jedes Timing muss auf die Sekunde genau passen, sonst ist der ganze Coup geplatzt. Doch wie es so ist im Leben, kommt immer etwas dazwischen, es muss spontan umgedacht werden und auf alle Eventualitäten muss reagiert werden. Das bringt für den Zuschauer viele nette Überraschungen mit sich und den im zweiten Teil etwas vermissten Humor, der sich zumeist aus den jeweiligen Situationen und durch grandiose Insiderwitze ergibt.
Selbstverständlich sorgen auch diesmal wieder die zahlreichen Stars, im Gegensatz zu vorher ausnehmend männlich, für optische Augenweiden. Allein dieser Aspekt macht Freude am Film, wenn George Clooney und Brad Pitt auf charmante und äußerst präsente Weise miteinander agieren. Neu dabei ist Al Pacino, der als Casino-Mogul das Opfer der Gauner wird und die Rolle des Bösewichts perfekt meistert. Interessant ist es auch, dass ausgerechnet Andy Garcia als Casinoboss Terry Benedict mit zu Rate gezogen wird und am Ende trotzdem anders dasteht, als geplant. Aber auch die "Untergeordneten" in Oceans Team bekommen viel Gelegenheit, sich zu präsentieren. Allen voran Matt Damon, der in seiner Rolle als Linus diesmal richtig viel Verantwortung bekommt und als Frauenverführer für viel Spaß sorgt.
Das fehlen jeglicher bekannter weiblicher Prominenz stört in keinster Weise. Die einzige wichtige weibliche Person ist Willy Banks rechte Hand Abigail Sponder (Ellen Barkin), die sich bestens in die Riege einreiht. Es sind aber nicht nur die Starpräsenz, die gut gestreuten und humorvollen Parts oder der Spaß daran, mittendrin in einem großartigen Spiel zu sein. Es ist vor allem der Charme, der Ocean's 13 zu einer richtig unterhaltsamen Gauner-Komödie werden lässt. |