Oh No, there won't be Blood! Genrefans sollten sich dessen im Vorfeld bewusst sein. Aber auch sonst werden sie nur wenig Freude mit diesem Film haben, denn wegen des schwachen Drehbuchs, sowie der bescheidenen Leistung der Hauptdarsteller, kann auch die atmosphärische Inszenierung nicht mehr viel herausholen.
Schon mit ihrem Debüt Saw schrieben die Drehbuchautoren Leigh Whannell und James Wan Horrorgeschichte. Ihren Jigsaw-Killer kennt inzwischen jeder und auch die beiden Fortsetzungen waren qualitative und kommerzielle Erfolge. Da sind die Erwartungen an ihren ersten Film außerhalb der Saw-Franchise natürlich hoch, erst recht, wenn sie durch einen so spannungsgeladenen Trailer im Vorfeld noch gesteigert werden.
Das junge Paar, James und Lisa, ist wunschlos glücklich... bis zu dem Moment in dem ihnen eine mysteriöse Bauchrednerpuppe in ihre Wohnung geliefert wird. Als James am selben Tag nach Hause kommt, liegt seine Freundin tot auf dem Bett und da keine Einbruchsspuren zu finden sind, ist er nun Hauptverdächtiger Nr. 1 für den ermittelnden Detective. Da dieser nichts von seiner Geschichte glauben mag, begibt sich James selbst auf die Suche nach den Ursprüngen der Puppe, die er für Lisas Tod verantwortlich macht.
Dass Puppenhorror durchaus funktionieren kann, hat uns schon Mörderpuppe Chucky in bislang insgesamt fünf Filmen bewiesen. Jedoch war eines der Erfolgsrezepte die Tatsache, dass die Figur den nötigen Hauch Selbstironie besaß, was die Macher hier scheinbar außer Acht gelassen haben, denn so wirkt die gestrickte Geschichte um die mysteriöse Bauchrednerpuppe oftmals unfreiwillig komisch. Nicht nur, dass die Story von Logiklöchern überhäuft ist, auch die Handlungsweisen der Charaktere, sowie die wirklich überraschende, aber genauso bescheuerte Auflösung, sind derart an den Haaren herbeigezogen, dass man gar nicht glauben mag, dass die Macher von Saw hinter dem Ganzen stecken.
Immerhin kann James Wan inszenatorisch an sein Referenzwerk anschließen. So gefällt die ruhige, gruselige Atmosphäre ebenso, wie der Musikeinsatz und einige technische Feinheiten. Gerade beim Finale schafft es der Regisseur den Zuschauern ein ums andere Mal eine Gänsehaut zu bescheren, so dass diese zumindest in wenigen Momenten für die schwache Story entschädigen kann.
Einen riesigen Bock hat auch die Castingabteilung geschossen mit ihrer Entscheidung den unbekannten Ryan Kwanten in der Hauptrolle zu verpflichten. Es gibt nicht eine Szene in der er die Last seines Charakters glaubhaft auf die Leinwand bringen kann. Auch Donnie Wahlberg kann sich dank der bescheiden geschriebenen Charaktere nicht wirklich entwickeln und versucht seine Rolle etwas schräger anzulegen, was ebenfalls misslang. So sind die einzigen überzeugenden Darbietungen auf die Nebenrollen verteilt worden, die durchaus zufrieden stellen konnten.
Zwischen Dead Silence und ihrem Welterfolg Saw liegen wahrlich Welten, aber dank einer weitestgehend überzeugenden Inszenierung und der an manchen Stellen unfreiwillig unterhaltsamen Story, kann sich der Film gerade noch so im unteren Mittelfeld des Genres platzieren, ist jedoch insgesamt eher Kandidat einer Direct-to-DVD-Auswertung.