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Die Liebe in mir

(Reign Over Me, 2007)

Dt.Start: 16. August 2007
DVD: 20. Dezember 2007
Premiere: 23. März 2007 (USA)
FSK: ab 6 Genre: Drama
Länge: 125 min Land: USA
Darsteller: Adam Sandler (Charlie Fineman), Don Cheadle (Alan Johnson), Jada Pinkett Smith (Janeane Johnson), Liv Tyler (Angela), Saffron Burrows (Donna), Cicely Tyson (Miriam), Robert Klein (Jonathan), Melinda Dillon (Ginger), Camille LaChe Smith (Cherie Johnson), Mike Binder (Sugarman), Ted Raimi (Savarino), Imani Hakim (Jocelyn Johnson), Paula Newsome (Melanie), Rae Allen (Adell), Paul Butler (George)
Regie: Mike Binder
Drehbuch: Mike Binder


Inhalt

Der gut bezahlte Zahnarzt Alan Johnson hat eine schöne Frau geheiratet und mit ihr ebenso bezaubernde Kinder in die Welt gesetzt. Doch sein geregeltes Leben gerät durch eine zufällige Begegnung mit seinem alten Schulfreund Charlie Fineman aus den Fugen. Dieser irrt völlig orientierungs- und willenlos durchs Leben, seit er seine Familie bei den Anschlägen vom 11. September verlor. Die beiden Freunde gewähren einander Einblick in ihre Gefühlswelt, bis Alan den Versuch unternimmt, mehr über Charlies Vergangenheit herauszufinden.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Die Liebe in mir hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 81%
Kurzkritik
von Benjamin Schieler
Wertung von 91 für Die Liebe in mir

Der Schmerz sitzt tief. Tiefer noch als die Angst, als die Panik, dass es wieder passieren könnte. Nein, man möchte diesen Begriff nicht mal in den Mund nehmen. Dieses Datum - der 11. September. Deswegen spricht der Zahnarzt Alan Johnson ganz lapidar von einem Flugzeugunglück, als er von der Familie seines College-Kumpels Charlie Fineman erzählt. Adam Sandler spielt diesen Sonderling, der seine Frau und seine drei Töchter verloren hat und sich seitdem abschottet, so eindringlich und berührend, dass man sich fragt, warum er nicht häufiger Rollen abseits vom Komödienfach angeboten bekommt (oder sie annimmt). Die Liebe in mir ist ein herausragender Film, in dem sich herzzerreißende Momente mit tragikomischen abwechseln. Und am Ende steht die Erkenntnis, dass man sich irgendwann dazu durchringen muss, sich seiner Vergangenheit zu stellen, um die Chance auf eine Zukunft zu haben.

Kritik

von Thomas Brendel
Die Liebe in mir hat eine Wertung von 70%
Sechs Jahre nach den Anschlägen des 11. September erzählt Regisseur Mike Binder diese anrührende Geschichte über einen gebrochenen Menschen, der nicht in der Lage ist, den Verlust seiner Familie zu verarbeiten. Ein hervorragend besetztes Melodram, das einem trotz einiger dramaturgischer Schwächen sehr nahe geht und uns den Komödienspezialisten Adam Sandler mal von einer ganz anderen Seite zu zeigen versucht.

Bild aus Die Liebe in mir Der New Yorker Zahnarzt Alan Johnson hat eigentlich alles, was ein erfülltes Leben ausmacht: Eine hübsche Frau, zwei süße Kinder, eine luxuriöse Wohnung und einen lukrativen Beruf. Dennoch fühlt er sich eingeengt und ist mit sich und seinem Dasein unzufrieden. Dies ändert sich jedoch schlagartig, als er durch Zufall seinem alten Studienkollegen Charlie Fineman begegnet. Der lebt seit dem tragischen Tod seiner Familie in totaler Isolation, unfähig den grausamen Schicksalsschlag zu verarbeiten, der ihm alles geraubt hat, wofür es sich zu leben lohnte. Abgeschottet von der Außenwelt verbringt er seine Zeit mit vereinnahmenden Videospielen und einsamen Kinobesuchen. Selbst wenn er die Wohnung verlässt, um mit seinem motorbetriebenen Roller durch die nächtlichen Straßen New Yorks zu gleiten, ist er dank seines überdimensionalen Kopfhörers, aus dem nostalgische Rockmusik vergangener Jahrzehnte schallt, von seinen Mitmenschen getrennt. Eine verlorene Seele im Großstadtdschungel. Alan nimmt sich seines alten College-Mitbewohners an, versucht, die Jahre zurückliegende Freundschaft wieder aufleben zu lassen, fest entschlossen, den gebrochenen Mann wieder ins Leben zurückzuführen. Dies gestaltet sich allerdings schwieriger als gedacht, denn Charlies Verdrängungsstrategien sind sehr ausgeprägt und äußerst eingefahren.

Drehbuchautor und Regisseur Mike Binder konnte für die Besetzung seines neuen Films eine ganze Riege bekannter und begabter Schauspieler gewinnen. Im Zentrum des namhaften Casts steht Don Cheadle, fraglos einer der meist unterschätzten Schauspieler Hollywoods, der durch eine umwerfende Leinwandpräsenz und eine sehr nuancierte Darstellung beeindruckt. An seiner Seite steht Adam Sandler als gebrochener Witwer, was überrascht, traut man dem Star zahlreicher flacher Komödien solch eine Rolle zunächst gar nicht zu. Man muss dem Mann auf jeden Fall hoch anrechnen, dass er sich auch mal an schwierigeren und anspruchsvolleren Aufgaben versucht, auch wenn seine Bemühungen, wie in diesem Fall, bedauerlicherweise nicht so überzeugen, wie man es sich erhofft hätte. Sandlers schauspielerisches Repertoire scheint offensichtlich doch sehr limitiert zu sein. So interpretiert er auch die Figur des vom Schicksal gebeutelten, zur Trauer unfähigen Charlie Fineman wie so oft als infantilen, zurückgebliebenen Sonderling und erinnert damit unfreiwillig an viele seiner früheren Comedy-Rollen. Es wäre zwar unfair, Sandler als Störfaktor in diesem emotionalen Drama zu bezeichnen, schließlich liefert er eine durchaus zufriedenstellende Leistung ab. Dennoch wird man das Gefühl nicht los, ein besserer Schauspieler hätte der Rolle deutlich mehr entlocken und damit einen bleibenderen Eindruck hinterlassen können. In den Nebenrollen kann Die Liebe in mir hingegen wieder durchwegs punkten. Neben Jada Pinkett-Smith, die Alan Johnsons Ehefrau verkörpert, sind unter anderem die wie immer mit ihrer Zerbrechlichkeit kokettierende Liv Tyler als feinfühlige Psychotherapeutin und Saffron Burrows in der Rolle einer besonders anstrengenden Patientin zu sehen. Letztere steht im Mittelpunkt einer auflockernden Nebenhandlung, die mit der ansonsten überwiegend deprimierenden Stimmung des Films ab und an bricht und damit für ein paar aufmunternde Lacher sorgt.

Dass es sich bei dieser Geschichte um ein Stück Aufarbeitung der tragischen Ereignisse, die sich am 11. September 2001 im Herzen New Yorks abspielten, handelt, schwingt während des Films stets deutlich spürbar aber unterschwellig mit, auch wenn das Datum nur ein einziges Mal Erwähnung findet, die Geschichte mit Sicherheit auch ohne diesen Bezug funktioniert hätte und Regisseur Mike Binder das Thema mit großer Zurückhaltung angeht und die erschütternden Anschläge im Grunde genommen nur als Ausgangspunkt für die Erzählung eines Einzelschicksals nutzt. Auch wenn der Film an manchen Stellen ein wenig zu melodramatisch und hier und da ein klein wenig konstruiert wirkt, verfehlen die vielen emotionalen Momente selten ihre Wirkung und so ist es keine Überraschung, dass am Ende so mancher Zuschauer mit feuchten Augen aus dem Kinosaal kommt.



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