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Stirb Langsam 4.0 ist endlich mal wieder ein Actionkracher der sich gewaschen hat! Neben bester Old-School-Action bekommt der Zuschauer, einen fluchenden Bruce Willis und unterhaltsame One-Liner am Fließband geboten, so dass man von einer mehr als nur gelungenen Wiederbelebung der Franchise sprechen kann.
Was waren die Unkenrufe im Vorfeld groß! Ob nun die ungewöhnliche Wahl des Regisseurs, die Frage ob ein Stirb Langsam Film nach zwölf Jahren Leinwandabstinenz in der heutigen Zeit überhaupt noch funktionieren würde; die aufgebrachten Fans, als der Film aus kommerziellen Gründen in Amerika auf ein PG-13 Rating gekürzt wurde und somit die Befürchtung nicht mehr den alten John McClane auf der Leinwand zu sehen. So stellte sich natürlich die Frage ob der Film es trotz des eher negativen Buzz schafft die alten Fans der Reihe ins Kino zu locken und ein weiteres (und vielleicht letztes) Mal von einem der Actionhelden schlechthin begeistert zu werden.
Über 10 Jahre sind seit John McClanes letzten großen Einsatz vergangen. Inzwischen hat sich einiges verändert: Er ist geschieden und hat kaum noch Kontakt zu seiner Familie, auch Tochter Lucy möchte nichts von ihm wissen. Als er kurz nach einem Besuch bei ihr noch den Hacker Matt überführen soll, geraten die Beiden unter heftigsten Beschuss. Zeitgleich wird das Verkehrssystem in den USA von einer Terroristengruppe lahm gelegt und McClane bekommt aufgrund dieses Zufalls wieder so ein Gefühl...
Die größte Gefahr war sicherlich die Frage, ob wir es aufgrund des PG-13 Ratings mit einem zurückhaltenden John McClane zu tun bekommen würden. Ebenso natürlich ob es den Machern gelingt den Charme der Vorgänger in einen modernen Film zu übertragen. Die Fans können aber beruhigt sein: McClane ist genau wie wir ihn in den ersten drei Teilen kennen und lieben gelernt haben! Er darf One-Liner am Fließband abgeben, ist mürrisch und fluchend wie eh und jeh, aber auch in Sachen Kompromisslosigkeit und Härte hat er nichts an seiner Durchschlagskraft verloren. Die einzig auffallenden Kürzungen sind das Entschärfen eines aus dem Trailer bekannten coolen Spruches, sowie seine Standardbeleidigung Fuckhead, die durch Dickhead ersetzt wurde.
Was dem Film jedoch ein wenig fehlt, ist die Abkehr von der Grundidee (wie schon bei Stirb Langsam: Jetzt erst recht). Jedoch gaben sich die Drehbuchautoren größte Mühe dies zu kompensieren, indem sie einige unterhaltsame Anspielungen auf die Vorgänger einstreuen konnten und an den unterhaltsamen Dialogen nicht sparten. Inhaltlich orientierte man sich wieder bei Teil 3, so wurde McClane ein Buddy an seine Seite gestellt, der Zeus Carver in Nichts nachsteht und gerade dank des Generationenunterschiedes für viele unterhaltsame Momente sorgen kann.
Hat Len Wiseman als Regisseur der Underworld-Filme bisher noch keine wirklich guten Referenzen, wird sich dies mit Stirb Langsam 4.0 sicherlich ändern, denn der erwartete CGI-Overkill bleibt trotz aller Befürchtungen aus. So legt er sein Augenmerk, ähnlich wie Jonathan Mostow in Terminator 3 - Rebellion der Maschinen, auf handgemachte Old-School-Action und kann in diesem Belang vollkommen überzeugen. Er verschwendet keine Zeit für großes Rumgeplänkel und legt von der ersten Minute an ein hohes Tempo vor, das sich über die komplette Laufzeit zieht und dabei in Sachen Action in keiner Szene daneben liegt.
12 Jahre ist es her, dass wir Bruce Willis das letzte Man in seiner Paraderolle gesehen haben und auch heute meistert er sie souverän ohne jegliche Abnutzungserscheinungen. Die große Überraschung jedoch ist, dass sein Anhängsel Justin Long ihm durchaus das Wasser reichen kann. So ist dieser deutlich mehr als nur ein Stichwortgeber und gerade in ihren gemeinsamen Szenen gefällt die enorme Spielfreude der beiden Akteure. Während Oberbösewicht Timothy Olyphant in seiner Rolle austauschbar bleibt und sich in keiner Sekunde mit einem Jeremy Irons oder Alan Rickman messen kann, gefällt dessen Untergebene Maggie Q umso mehr und darf sich in einer der stärksten Szenen des Filmes in einem Fight mit McClane unter Beweis stellen. Für einige amüsante Momente können zudem noch Kevin Smith und Mary Elisabeth Winstead sorgen, die jedoch beide zu wenig Leinwandzeit besitzen um ihren Humor wirklich entfalten zu können.
Im Großen und Ganzen waren die Befürchtungen ein entschärftes Stirb Langsam zu sehen mehr als nur unberechtigt, denn Regisseur Len Wiseman wusste was das Publikum von einem Film dieser Reihe erwartet und tat sein Bestes dies auch umzusetzen. Wer schon die ersten Teile mochte oder endlich mal wieder großartig inszenierte Old-School-Action gepaart mit One-Linern am Fließband sehen möchte, ist hier richtig aufgehoben bei einer Fortsetzung, die sich vor ihren Vorgängern in keinster Weise zu verstecken braucht. |