Der Herbst kommt mit großen Schritten und die Animationsfilme halten Einzug in die deutschen Kinos. Im direkten Kampf treten diesmal Pinguine gegen Ratten also Könige der Wellen von Sony Pictures Animation und Ratatouille von Disney/Pixar gegeneinander an. Nachdem die niedlichen Tierchen vom Südpol bereits durch verschiedene Filme in den letzten Jahren zu wahren Herzensbrechern wurden, dürfen wir sie jetzt also auf Surfbrettern und in brechenden Wellen erleben. Dass dabei kein Auge trocken bleibt ist klar, denn technisch geben sich die Studios keine Blöße - aber die Story ist leider nicht so facettenreich und dicht, wie man es sich wünschen würde.
Sonne, Strand, Meer und die Wellen! Pen Gu Island ist ein wahres Paradies für Surfer und genau deswegen findet der Big Z Memorial Surf Off dort statt. Zum Todestag des wohl größten Surfers aller Zeiten "Big Z" treten dabei jedes Jahr die besten Pinguine aus der ganzen Welt an, um den neunfachen Gewinner und hochnäsigen Tank Evans endlich vom Thron zu stoßen. Einer der Herausforderer ist Cody Maverick ein junger Surffreak, der in der Antarktis jahrelang auf diesen großen Tag hin gefiebert hat.
Gleich zu Beginn des Films kann man sich an einer neuen Stilrichtung im Animationsfilm erfreuen: Der Animations-Dokumentation! Denn mit Interviews, schwarz-weißen Archivszenen und viel Liebe zum Detail präsentiert sich Könige der Wellen dem Kinopublikum in bester und hochwertigster Blockbuster-Manier. Über die gesamte Laufzeit hinweg sorgen nicht nur die Einspieler der Familien-Interviews, sondern auch die extravagante "Kamera-Führung" im Reportagestil immer wieder für laute Lacher und so kommt der Humor definitiv nicht zu kurz.
Aber auch technisch hat der Streifen aus dem Hause Sony Pictures Animation einiges zu bieten. Von dem Rückstand, den man letztes Jahr bei Jagdfieber noch deutlich spürte, ist jetzt nichts mehr zu sehen. Gerade die Wellen, Wasser und Gischt-Animation zeigt deutlich, dass die Studios zusammengerückt sind und der Kampf in diesem Genre deutlich zugenommen hat. Auch wenn einige Surf-Szenen sehr stark an Blue Crush erinnern, fällt dies kaum negativ ins Gewicht, denn schon damals waren die heißen Ritte in der "Pipe" ein wahres Vergnügen. So will man als Zuschauer auch diesmal direkt nach dem Film am liebsten ins Reisebüro um den Surfurlaub zu buchen!
Der große Kampf der Animationsfilme ist also mit zwei nahezu gleichstarken Gegnern eröffnet. Im direkten Vergleich zwischen Ratatouille und Könige der Wellen muss man zwar den surfenden Pinguinen ein etwas zu einfaches Gemüt und zu wenig Tiefgang bescheinigen, doch dies tut dem Spaß am Film definitiv keinen Abbruch. Sowohl Kinder, wie auch deren Eltern werden ihre wahre Freude an den Pinguinen, der Geschichte und der Aussage haben. Man kann also nur hoffen, dass die Release-Dates noch ein wenig entzerrt werden, sodass beide Animationsfilme ein angemessenes Einspielergebnis erzielen, damit wir in den kommenden Jahren noch mehr Animationsfilme dieser Qualität zu sehen bekommen!