Das Debüt von Regisseur Mike Cahill könnte einfühlsamer nicht sein: Michael Douglas mimt den verrückten Vater und Evan Rachel Wood (The Missing) verkörpert die etwas verzweifelte Tochter Miranda. Beide passen perfekt als zentrale Figuren der witzigen aber tiefgründigen Geschichte um die Frage, ob man Menschen oft zu vorschnell verurteilt und die Erkenntnis, dass Ziele erst dann erreichbar werden, wenn man ihnen konsequent nachgeht.
Mike Cahill gibt mit King of California nicht nur sein Regie-, sondern auch sein Drehbuchdebüt ab und umso mehr muss man ihm gratulieren! Nicht nur, dass er mit Michael Douglas die perfekte Besetzung für den schwer zu spielenden Charlie gefunden hat, auch das Gefühl, welches er dem Zuschauer während der gesamten Laufzeit vermitteln kann, zeigt, dass er sein Handwerk versteht.
Miranda hat kein leichtes Leben, da sie als 17jährige ohne Eltern für sich selbst sorgen muss und das auch noch unter recht schwierigen Bedingungen. Als dann ihr Vater nach zwei Jahren in der Klapsmühle schließlich wieder nach Hause kommt, wird es nicht besser: Charlie scheint noch verrückter und ist fest davon überzeugt, einen Goldschatz heben zu können. Anfänglich erkennt Miranda das Engagement ihres Vaters noch nicht, doch als er sie mehr und mehr mit dem Goldfieber ansteckt hilft sie ihm bei seiner teils verrückten Suche.
Während der gesamten Laufzeit dominiert der Humor in der Vater-Tochter-Beziehung den Film und hier liegt auch ein großer Vorteil der Geschichte. Denn ohne aufdringlich zu wirken unterhält der Streifen und beginnt erst gegen Ende damit einige grundlegende Fragen und Denkanstöße an den Zuschauer zu richten. So bietet King of California einigen Diskussionsstoff, was man anfänglich so nicht erwartet. Diese Genre-Wendung kommt sehr schleichend und bietet damit eine willkommene Abwechslung zu der sonst vielleicht zu sehr in das Klischeehafte abrutschenden Komödiengeschichte.
Im Fokus steht aber natürlich Miranda, die als Kind schon erwachsen sein muss und den immer kindlicher werdenden Vater dann auch noch an der Backe hat. Dieser Rollentausch birgt einiges an Spannung, was vor allem durch Evan Rachel Wood in Gestik wie Mimik perfekt dargestellt wird. Hier muss man bei Michael Douglas leider kleinere Abstriche machen, denn hinter seinem Vollbart versteckt er nahezu jeden Gesichtszug und wirkt manchmal etwas emotionslos.
Insgesamt ist das Debüt von Mike Cahill sehr gelungen. Nicht nur das gute Drehbuch, sondern auch die passenden Darsteller überzeugen mit ihrer Leistung. Einziger Wehrmutstropfen könnte das teilweise offene Ende sein, welches den einen oder anderen Zuschauer etwas fragend im Kinosessel zurücklassen wird.