Räuber Jalan verliebt sich in den attraktiven Dämon Ushna und versucht fortan, ihre Liebe auf ewig zu vereinen. Doch ein Yogi bleibt auf ihrer Spur, um die natürliche Ordnung wieder herzustellen. Pan Nalin legt mit dem Fantasy-Liebesdrama Valley of Flowers seinen dritten Tibet-Film vor und verlässt sich vor allem auf attraktive Bilder und noch attraktivere Hauptdarsteller: Supermodel Milind Soman und Ersatz-Monica Belluci Mylene Jampanoi.
Jalan (Milind Soman) und seine Männer machen nach ihrer Enteignung die Karawanenwege in Tibet unsicher. Als sie eines Tages eine besonders reiche Karawane erwischen, taucht die rätselhafte Ushna (Mylene Jampanoi) auf und bietet sich Jalan als Gespielin an. Fortan sind die beiden ein Paar, das die Gier nach irdischen Güter bald gegen eine Jagd auf übernatürliche Dinge eintauscht: sie stehlen Lebenskraft, Glück und die Kräfte der Levitation. Jalan und Ushna trennen sich von der Bande und stehlen im Tal der Blumen einen Trank, der sie für immer verbinden soll.Doch längst sind ihnen auch der Yogi Yeti (Naseeruddin Shah) und seine Kopfgeldjäger auf der Spur. Er will dafür sorgen, dass die natürliche Ordnung der Dinge wieder hergestellt wird, und darin kommt die Liebe zwischen einem Menschen und einem Dämon nicht vor. Als er Jalan endlich stellt und Dämon Ushna ins Jenseits verfrachtet, ahnt er bereits, dass dies nicht das Ende ist.
Und richtig, 200 Jahre später wandelt Jalan noch immer auf dieser Welt. Als reicher Geschäftsmann hat er in Tokio die Firma "Flowers of the Valley" aufgebaut, die den Lebensmüden den Übergang in den Tod erleichtern soll. Da trifft er unvermittelt auf die Reinkarnation von Ushna. Plötzlich keimt Hoffnung auf, dass ihre ewige Liebe ein Happy-End haben könnte. Doch nicht nur er hat dem Zahn der Zeit trotzen können...
Nach Ayurveda und Samsara legt Regie-Autodidakt Pan Nalin mit Valley of Flowers seinen dritten Kinofilm vor. Er greift dabei auf Motive einer Erzählung der britischen Tibetforscherin Alexandra David-Néels, die zu Beginn des des 20.Jahrhundert lange Zeit im Himalaya und Tibet gelebt hat. Mit dem männlichen Supermodel Milind Soman und der Newcomerin Mylène Jampanoi, die auch bald in Die Töchter des chinesischen Gärtners zu sehen sein wird, präsentiert er zwei frische, überaus attraktive Gesichter, denen selbst der Dreh in der unwirklichen Himalaya-Welt auf 5000 Meter Höhe nichts anhaben kann.
Seine kraftvolle Fantasy verwebt tibetische Mythen mit exotischer Lebensart, buddhistische Weisheiten mit traumhaften Märchen und skurrile Figuren mit erotischer Spannung - kurz: ein kommerzieller Mix für alle Freunde fernöstlicher Kultur, denen Dokumentationen mittlerweile zum Halse heraushängen. Gerade die sexuelle Offenheit, mit der er auch schon in Samsara überraschte, dürfte ein schlagendes Argument für den Kinobesuch sein. Nalins klare Bildsprache und stringente Erzählung machen Valley of Flowers zu einer leicht konsumierbaren Unterhaltung, die sich ihrer Exotik bewußt ist.
Allerdings fehlen dem Werk wie auch dem bereits erwähnten Die Töchter des chinesischen Gärtners von Dai Sijie eine wirkliche Tiefe. Beide kommen über das bloße Erzählen und die Präsentation von schönen Bildern nicht hinaus. Nalin ergeht sich in Allgemeinplätzen und seine ewige Liebe bleibt immer eine Kinopose ohne authentische Emotionalität. Dazu kommt, dass die japanische Korda im letzten Viertel des Films so losgelöst von der tibetischen Haupthandlung wirkt. Valley of Flowers von Pan Nalin darf man als einen kommerziellen Arthouse-Film bezeichnen. Er erreicht zwar nicht die furchtbare Oberflächlichkeit voller Bedeutungsschwangerschaften vieler deutscher Exponate, aber auch nicht die Tiefe wirklich ernsthafter Werke.