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Taxi Driver

(Taxi Driver, 1976)

Dt.Start: 07. Oktober 1976
DVD: 08. Oktober 2002
Premiere: 08. Februar 1976 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Thriller
Länge: 113 min Land: USA
Darsteller: Robert De Niro (Travis Bickle), Cybill Shepherd (Betsy), Peter Boyle (Wizard), Jodie Foster (Iris Steensma), Harvey Keitel ('Sport' Matthew), Leonard Harris (Senator Charles Palantine), Albert Brooks (Tom)
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: Paul Schrader


Inhalt

Der an Schlafstörungen leidende Vietnam-Veteran Travis Bickle heuert bei der New Yorker Taxizentrale an und übernimmt dort vorwiegend die unbeliebten Nachtschichten. Gleichzeitig umgarnt der 26-jährige die Wahlkampfhelferin Betsy, die er beim ersten Date in ein Porno-Kino ausführt und sich damit disqualifiziert. Als er schließlich noch von der zwölfjährigen Prostituierten Iris, die er vor ihrem Zuhälter beschützen will, zurückgewiesen wird, entfremdet er sich zunehmen von der Realität und kommt zu der Auffassung, dass die Straßen von New York gesäubert werden müssen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Taxi Driver hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 97%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Müller
Taxi Driver hat eine Wertung von 97%
Taxi Driver ist eines der größten Meisterwerke der Filmgeschichte. Er bedeutete für Schauspielerlegende Robert De Niro den endgültigen Durchbruch und war der erste große Welterfolg des damals 34 jährigen Ausnahmeregisseurs Martin Scorsese. Robert De Niro liefert als einsamer Antiheld eine geniale Leistung, in einem Film, an dem zwangsläufig kein Weg vorbei führt. Ein melancholisches Großstadtdrama, das wohl eine der tiefgehendsten Charakterstudien überhaupt ist und in seiner inhaltlichen Tiefe vielen Filmen ein Vorbild war und hoffentlich noch sein wird.

Bild aus Taxi Driver Travis Bickle hasst den Abschaum um ihn herum. Er fährt durch das nächtliche New York, ein Sündenpfuhl voller Dreck, Junkies und Nutten. Er ist mittendrin und lebt mit dem Dreck, ist Teil des Drecks. Immer wieder merkt man Travis, "Gottes einsamsten Mann", wie er sich selbst nennt, einerseits seine Sehnsucht nach Nähe und andererseits seine unterdrückte Wut an. Er hat sich inzwischen gänzlich von allen gesellschaftlichen Normen entfernt. Einer Gesellschaft, die in seinen Augen falscher Abschaum ist. Von ganz oben bis nach ganz unten. Sein Hass und seine Wut über den Abschaum steigern sich systematisch ins scheinbar Unermessliche. Dabei ist Travis eine überaus widersprüchliche Persönlichkeit. Einerseits prangert er die Morallosigkeit und Verkommenheit seiner Umgebung an, andererseits ist er selbst kaum besser und verbringt seine schlaflosen Nächte in Pornokinos. Travis will seinem Leben einen Sinn geben, sucht nach Liebe bei der attraktiven Betsy (Cybill Shepherd, Hard Luck) und läuft gegen die Wand, will Gutes tun und die erst zwölf jährige Prostituierte Iris (Jodie Foster, Die Fremde in Dir) aus ihrem in seinen Augen schrecklichen Leben holen und trifft zunächst auch hier nur auf Ablehnung. Er will helfen und greift schließlich selbst zur Gewalt. Alle Energie, die dieser Charakter aufbringt, wird schließlich durch die Schranken seines menschenfeindlichen Umfeldes in eine destruktive Richtung gedrängt. Was bleibt ist Wut, Wut auf sich selbst und die Idioten um ihn herum, zwingend nötig ist die Säuberung des Drecks. Travis fängt an zu trainieren "Schluss mit dem Lotterleben" heißt es da. Er kauft sich Waffen. Es ist klar, dieser Typ ist eine tickende Zeitbombe. Wie er sich entwickeln wird und wohin sein inneres Chaos aus Aggression und Misanthropie führt, zeigt Martin Scorsese in Taxi Driver.

Dieser Film ist einer der großen Klassiker der Filmgeschichte. Besonders die Szene, in der Travis vor dem Spiegel seinen inzwischen legendären Monolog hält, wurde zur bekanntesten des Films und so finden sch in einigen Filmen Hommagen und Parodien darauf. So zum Beispiel in dem französischen Drama Hass - La Haine mit Vincent Cassel in der Hauptrolle. Besonders atmosphärisch sind die Szenen, in denen Travis begleitet von melancholischem Jazz durch das nächtliche New York fährt und aus dem Off seine Tagebucheinträge erzählt. Diese Momente bringen die komplette deprimierende Grundstimmung des Filmes auf den Punkt. Taxi Driver ist eine Ballade auf die Einsamkeit. Denn nicht nur Travis ist einsam, jeder um ihn herum ist allein mit seinem Leben, von der jungen Prostituierten Iris, bis hin zu Betsys Wahlhelferkollegen.

Das Drehbuch stammt von Paul Schrader, der auch die Storys zu weiteren berühmten Scorsese-Klassikern wie Wie ein wilder Stier (ebenfalls mit Robert De Niro in der Hauptrolle) und Bringing out the Dead schrieb. Seine Geschichte, die autobiographische Züge enthält, erreicht paradoxerweise erst durch eine vorsichtige Überspitzung der einzelnen Charaktere die realistische Härte, die Taxi Driver ausmacht. Doch der Film lebt neben der packenden Story vor allem vom grandiosen Spiel Robert De Niros, der hier in einer seiner stärksten Rollen zu sehen ist. Viel muss dazu nicht mehr gesagt werden, wie er die Figur des Travis Bickle verkörpert ist einfach nur faszinierend. Um sich auf seine Rolle vorzubereiten, fuhr er mehrere Wochen selbst Taxi in New York. Aber auch der Cast rund um Robert De Niro hat einiges zu bieten. So sind neben der damals erst 13 jährigen Jodie Foster in ihrer bis dahin größten Rolle als Iris auch der für Scorsesefilme übliche verdächtige Harvey Keitel (Bad Lieutenant) als Zuhälter "Sport" zu sehen. Insgesamt beweisen sich alle als Idealbesetzung und verleihen dem Film die nötige Authentizität, um die Geschichte glaubhaft erzählen zu können. Scorsese lies es sich nicht nehmen in zwei kleinen Gastauftritten im Film zu erscheinen, so ist er als von seiner Ehefrau betrogener Fahrgast und als Passant in einer kurzen Szene zu sehen.

Taxi Driver ist zu recht in der vom American Filminstitute 2007 veröffentlichten Liste der hundert wichtigsten amerikanischen Filme verzeichnet. Tatsächlich gehört er zu den Filmen, die man einfach gesehen haben muss. Er ist beinahe schon ein Stück Allgemeinbildung, auf jeden Fall aber ein absolutes Highlight der Filmgeschichte.



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