Es ist kein Geheimnis, dass Sergio Leones Spiel mir das Lied vom Tod zu den größten Meisterwerken der Filmgeschichte zählt. Besonders berühmt wurde Ennio Morricones Soundtrack, der schnell Kultstatus erreichte und bis heute der Inbegriff gelungener Filmmusik ist. Die grandiose Besetzung, inklusive großer Namen wie Henry Fonda und Charles Bronson, dem mit diesem Film endgültig der Durchbruch gelang, trägt zusammen mit der perfekt in Szene gesetzten Story und den großartigen Bildern zum Meisterwerkstatus bei.
Sergio Leones Western-Klassiker Spiel mir das Lied vom Tod war der erste Film der Amerika-Trilogie, die er 1971 mit Todesmelodie fortsetzte und schließlich 1984 mit seinem überhaupt letztem Film Es war einmal in Amerika, fünf Jahre vor seinem Tod, grandios abschloss. Bis heute zählt der Film, der eine Geschichte um Rache und Gier während des Baus einer Eisenbahnlinie erzählt, zu einem der größten Meisterwerke des Italo-Western-Genres.
Tatsächlich ist Spiel mir das Lied vom Tod einer der Filme, die der perfekten Umsetzung eines Westerns erstaunlich nahe kommen. Die stimmigen, zeitlosen Bilder der amerikanischen Einöde und der abgeschiedenen, auf Staub gebauten Städte, oder besser gesagt Wohnsiedlungen, erzählen in ihrer malerischen Dimension auch ohne ein gesprochenes Wort schon eine Geschichte von den verwegenen Anfängen der heutigen Weltmacht USA.
Die tatsächliche Story, die Leone zusammen mit Dario Argento (The Card Player) und Bernardo Bertolucci (Die Träumer) entwarf und schließlich das endgültige Drehbuch zusammen mit Sergio Donati fertig stellte, ist auf den ersten Blick wenig spektakulär, doch wird im entsprechenden Kontext und der authentisch etablierten damaligen Zeit erstaunlich komplex und interessant.
Letzten Endes zeichnet sich Leones Film besonders durch die nahezu perfekte Regiearbeit aus. Jede Szene erreicht zu einhundert Prozent ihre Wirkung und zieht den Zuschauer in seinen Bann. Dazu kommt das fantastische Spiel der Hauptdarsteller, die durchgehend überzeugen und sich als die jeweilige Idealbesetzung für die entsprechende Rolle erweisen, was vor allem bei Henry Fonda vor den Dreharbeiten noch zweifelhaft war. Charles Bronson (Ein Mann sieht rot), um dessen Besetzung Leone mit den Geldgebern zu kämpfen hatte, gelang mit seiner Rolle als Mann mit der Mundharmonika nicht nur der endgültig große Durchbruch, er setzte auch einen Grundstein für viele weitere Filme, in denen er als einsamer Rächer auftrat.
Obwohl es an Spiel mir das Lied vom Tod eigentlich nichts auszusetzen gibt, muss man doch feststellen, dass das Werk ohne seinen Soundtrack und den perfekten Einsatz von Musik wohl nicht ansatzweise so erfolgreich geworden wäre. Die Filmmusiklegende Ennio Morricone hatte den Soundtrack zum Film bereits vor den Dreharbeiten fertig gestellt, dies ermöglichte es Sergio Leone, einzelne Szenen in stimmiger Einheit mit der Musik umzusetzen. So entstehen Filmmomente, die in ihrer perfekten Symbiose aus Bild- und Tonebene im zeitgenössischen, populären Kino am ehesten bei Tarantino (Kill Bill) oder Lynch (Lost Highway) zu finden sind, nur eben viele Jahre vor diesen beiden Kultregisseuren.
Bevor 1990 Kevin Costners Der mit dem Wolf tanzt sensationelle 424,2 Millionen Dollar einspielte, war Spiel mir das Lied vom Tod lange Zeit mit weltweit fast 60 Millionen Dollar der erfolgreichste Western überhaupt. Dieser Erfolg war keineswegs im Vorfeld abzusehen. In den USA stieß er nach Veröffentlichung lange Zeit auf wenig Beachtung, was auch daran lag, dass eine ungünstige, streckenweise unlogische Schnittfassung in die Kinos kam. In Europa und hier speziell in Frankreich und Deutschland fand der Film schnell sein Publikum und entwickelte sich nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten zu einem großen Erfolg.
Man könnte diesen Film noch seitenweise loben, doch letzten Endes ist Spiel mir das Lied vom Tod ein Genreklassiker, den man gesehen haben muss. Ob man mit Western etwas anfangen kann oder nicht, dieses Meisterwerk wird jeden überzeugen.