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Die anfängliche Skepsis, die man dem, bisher eher durch seichte Komödien bekannten, Regisseur Michael Davis entgegen gebracht hat ist unbegründet. Im Gegenteil: Sein Wechsel ins harte Action-Metier kann man nur begrüßen, denn Shoot 'Em Up bietet von der ersten bis zur letzten Minute ein bedingungsloses und perfekt inszeniertes (Stunt-)Feuerwerk.
Manchmal sind die Presseinformationen schlichtweg unbrauchbar, denn natürlich wird der beworbene Streifen über den Klee gelobt und rein gar nichts scheint mangelhaft oder gar kritikwürdig zu sein. Bei Shoot 'Em Up hingegen trifft der beschreibende Inhalt schon genau die Stimmung des Filmes:
Mr. Smith (Clive Owen) ist ebenso cool wie heißblütig, so jähzornig wie hartgesotten. Urplötzlich muss er das unschuldigste Wesen der Welt beschützen - ein neugeborenes Kind. Während eines ohrenbetäubenden Feuergefechts spielt Smith den Geburtshelfer und begreift schnell, dass eine finstere Gang hinter dem Säugling her ist: Dessen erster Schrei soll auch sein letzter sein. Die schier unerschöpfliche Armee undurchsichtiger Attentäter wird von Hertz (Paul Giamatti) angeführt und hat den Auftrag, jede Spur des Babys auszulöschen.
Während sich Smith im bellenden Stakkato des permanenten Kugelhagels seiner Haut wehrt, versucht er zusammen mit der Prostituierten DQ (Monica Bellucci) dem Geheimnis auf den Grund zu gehen, bevor sie alle drei zu viel Blei schlucken. Das Baby soll sterben. Aber warum?
Vor allem der zweite Absatz trifft den Stimmungs-Nagel perfekt auf den Kopf! Michael Davis hat hier einen Action-Film gemacht, auf den die Fans schon lange gewartet haben. Immer mit einem Augenzwinkern versehen, zu keinem Zeitpunkt ernst zu nehmen, aber hart und mit verdammt viel Blei! Im Gegensatz zu den aus Asien bekannten Action-Streifen, an die sich Davis zweifellos anlehnt, ist Shoot 'Em Up aber in einer Hollywood-würdigen Hochglanzoptik und Inszenierung produziert. So bekommt der Zuschauer fast zwei Stunden durchgängige Spannung ohne Verschnaufpause.
Zu der einmalig kompromisslosen Inszenierung kommt ein Cast, nach dem sich wohl einige Regisseure die Finger lecken würden. Clive Owen, der mit seinem Chauffeur-Grinsen wieder einmal BMWs schrottreif fahren darf; Paul Giamatti, dem man den Fiesling zwar nicht zugetraut hätte, aber ihn sicherlich in dieser Rolle als perfekte Besetzung in Erinnerung behalten wird; sowie Monica Bellucci als Prostituierte - alle wirken enorm locker und spielen ihre gewollt eindimensionalen Rollen mit einem unglaublichen Spaß.
Auf einen solchen Film hat man als Action-, Stunt-, Shoot-Out-Fan lange gewartet! Shoot 'Em Up hat zwar keine tiefgründige Handlung, aber ist logisch und bietet genügend Spielraum für verschiedenste Waffen und eine ganze Menge Blei. Wer mit den richtigen Erwartungen in diesen Film geht - und die Trailer versprechen genau das, was man bekommt - verlässt das Kino mit einem Lächeln und weiß, welche DVD in wenigen Monaten das Regal zieren wird. |