Invasion ist ein hochspannender und gut inszenierter Thriller, der zudem mit Nicole Kidman eine gute Hauptdarstellerin aufzuweisen hat. Zwar mangelt es dem Film an manchen Stellen ein wenig an der notwendigen klaustrophobischen Atmosphäre, jedoch tut dies dem weitestgehend vorhandenen Spaß nur selten einen Abbruch.
Das Hollywooddebüt von Oliver Hirschbiegel ist gleichzeitig auch schon das dritte Remake des Klassikers Die Dämonischen. Jedoch zeigt er sich nicht alleine für dieses Werk verantwortlich, da nach katastrophalen Testscreeningergebnissen noch an dem Film gefeilt werden musste. Für diese Änderungen konnten die Wachowskibrüder in Sachen Drehbuch sowie V wie Vendetta-Regisseur Jason McTeige für die Inszenierung gewonnen werden.
Als sich im Umfeld der Psychaterin Carol Bennell die mysteriösen Ereignisse häufen, gerät sie ins Grübeln, da immer mehr ihrer Patienten behaupten, ihre Familienangehörigen seien nicht mehr ihre Familienangehörigen. Als sie mit ihrem Freund, dem Arzt Ben, Nachforschungen anstellt, erkennt sie, dass auch das Leben ihres Sohnes in Gefahr ist, denn auch ihr Ex-Mann Tucker scheint plötzlich nicht mehr er selbst zu sein.
Da die Geschichte nun schon zum vierten Mal auf der Leinwand zu sehen ist, kann der Zuschauer natürlich kein weiteres Mal von der beklemmenden Atmosphäre des Originals überrascht werden. So geht Hirschbiegels Adaption eher die Wege des Remakes von Philip Kaufman und bringt die Geschichte als Thriller verpackt an den Mann.
Dabei kann man sich auf das inszenatorische Talent der Regisseure verlassen, denn trotz der bekannten Story gelingt es ihnen dank einiger inszenatorischer Kniffe durchweg für Spannung zu sorgen. Hier und da müssen sie sich zwar ein paar kleine unfreiwillig komische Einlagen gefallen lassen, aber im Großen und Ganzen lebt der Film hauptsächlich von der guten Inszenierung.
Nicole Kidman spielt dabei ihre doch recht ungewohnte Rolle sehr souverän und kann im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen vollkommen überzeugen. Während Jeremy Northam gerne etwas diabolischer hätte spielen können, ist Daniel Craig leider über weite Strecken ein Totalausfall und hat erst gegen Ende die Möglichkeit ein wenig von seinem Talent zu zeigen.
Auch wenn Invasion ein durchweg spannender und unterhaltsamer Film ist, zieht er im Vergleich zu Don Siegels Original klar den Kürzeren. Es fehlt die klaustrophobische Atmosphäre und dessen Charme, aber im Großen und Ganzen ist Hirschbiegels Hollywooddebüt durchaus empfehlenswert, gerade wenn man noch keine der Vorlagen gesehen hat.