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Thirteen Days

(Thirteen Days, 2000)

Dt.Start: 22. März 2001 Premiere: 19. Dezember 2000 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Drama
Länge: 145 min Land: USA
Darsteller: Kevin Costner (Kenny O'Donnell), Bruce Greenwood (John F. Kennedy), Steven Culp (Robert F. Kennedy), Dylan Baker (Robert McNamara), Henry Strozier (Dean Rusk), Frank Wood (McGeorge Bundy), Len Cariou (Dean Acheson), Janet Coleman (Evelyn Lincoln), Stephanie Romanov (Jacqueline Kennedy), Bill Smitrovich (General Maxwell Taylor), Ed Lauter (General Marshall Carter), Dakin Matthews (Arthur Lundhal), Walter Adrian (Lyndon Johnson), Peter White (John McCone), Tim Kelleher (Ted Sorensen)
Regie: Roger Donaldson
Drehbuch: Philip D. Zelikow


Inhalt

Im Oktober 1962 entdecken amerikanische Aufklärer russische Mittelstreckenraketen in Kuba. Diese Raketen könnten innerhalb von fünf Minuten amerikanische Großstädte erreichen und stellen eine große Bedrohung für die Sicherheit des Landes dar. Präsident John F. Kennedy muß nun zwischen einer politischen oder militärischen Lösung des Problems entscheiden. Trifft er die falsche Entscheidung, droht einen Weltkrieg, der mit Atomwaffen ausgetragen wird.
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Kritik

Thirteen Days hat eine Wertung von 75%

Im Oktober 1962 drohte der kalte Krieg der beiden Supermächte USA und Sowjetunion in einem Weltkrieg zu enden. Dank der besonnenen Politik von John F. Kennedy und letztlich auch von Nikita Khrushchev konnte dieses Horrorszenario umschifft werden. Der Film Thirteen Days schildert den Zeitraum von der Entdeckung der Raketen auf Kuba, bis zur politischen Einigung. Man konzentriert sich dabei ausschließlich auf die amerikanische Sicht der Dinge und bietet dem Zuschauer einen Einblick in die Arbeit der Regierung Kennedy.

Thirteen Days erhebt den Anspruch ein guter Lehrfilm im Punkto Kuba-Krise zu sein. Doch muß man bei einem solchen Film nicht die Geschichte aus allen Blickwinkeln betrachten? Man hat sich wohl für die amerikanische Version entschieden, um nicht Gefahr zu laufen, wieder alles auf die bösen bösen Russen zu schieben. In der Tat kommt der Film weitestgehend ohne dieses Feindbild aus und schiebt den schwarzen Peter den Militärs zu. Die Generäle setzen Kennedy unter Druck und fordern vehement eine militärische Lösung des Problems. Doch der Präsident läßt sich nicht überrumpeln und favorisiert eine politische Lösung. Ein wichtiger Verfechter der politischen Lösung ist der Berater Kenny O'Donnell. Doch wenn man es mit der Geschichte so genau nimmt, wie es der Film zu 99% tut, muß man ganz klar sagen, daß die Figur fehl am Platz ist. Denn in Wirklichkeit hatte dieser Berater nur eine Minirolle in der Kuba-Krise und taucht in den Dokumenten so gut wie gar nicht auf. In Thirteen Days hat Kenny O'Donnell einen enormen Einfluß auf den Präsidenten, denn er ist neben Robert Kennedy einer seiner engsten Vertrauten.

Wenn man sich nach 145 Minuten Film aus dem Kino bewegt, dann drängt sich eine Frage immer mehr in den Fordergrund: "Warum haben die Russen die Raketen auf Kuba stationiert?" Da unser Film ein Lehrfilm ist, hat er natürlich eine Antwort parat: "Die Russen sind böse." Leider ist diese Antwort mehr als dürftig und das liegt vor allem daran, daß Thirteen Days einen fundamentalen Fehler begeht. Man schneidet hier zwei Wochen aus der Weltgeschichte heraus und verzichtet auf jegliche Vorgeschichte. Schon sind wir wieder an dem Punkt angelangt, an dem die Amerikaner die Geschichte zu ihren Gunsten zurechtbiegen. Denn sie haben das Wettrüsten angezettelt, um die Russen an den Rand des Ruins zu treiben. Sie hatten die Möglichkeit zum atomaren Erstschlag und bekannten sich offen dazu. Sie stationierten in der Türkei, also vor den Toren Russlands, Raketen. Sie versuchten im Rahmen der geheimen Operation Mongoose Castro zu stürzen. Sie verpatzten die Invasion in der Schweinebucht. Wenn man sich dies vor Augen führt, dann kann die Antwort nicht "Die Russen sind böse." heißen. Die Amerikaner haben Russland und Kuba lange genug provoziert und mußten quasi mit einer Antwort rechnen. Ich will an dieser Stelle keinesfalls behaupten die Amerikaner seinen die Bösen, aber man hätte in dem Film klarstellen müssen, dass dieser Oktober 1962 der Höhepunkt gegenseitiger Provokation war.

Trotz der historischen Unzulänglichkeiten in Thirteen Days, muß man dem Film zugestehen, dass er einen tiefen und spannenden Einblick in die Geschichte gewährt. Großen Anteil daran hat vor allem Kennedy Darsteller Bruce Greenwood, dem ein intensives Porträt des Politikers gelingt. Man merkt ihm in jeder Sekunde die Last, die er auf seinen Schultern trägt, an und man ist froh, während dieser zwei Wochen, nicht in seiner Haut zu stecken. Regisseur Roger Donaldson hat sich bei der Inszenierung nicht gerade mit Ruhm bekleckert und verläßt sich zu sehr auf das Spannungspotential, das dieser historische Stoff in sich birgt. Aus diesem Grund ist ein politisches und geschichtliches Interesse unbedingt von Nöten, sonst fühlt man sich während der 145 Minuten wahrlich fehl am Platze.

von Thomas Straßer


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