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Bei American Gangster ist die Liste der Oscarpreisträger lang: Russel Crowe, Denzel Washington, Brian Gazer und Steven Zaillian. Zusätzlich steht auch der Regisseur Ridley Scott für das hohe Niveau, welches auch in diesem Gangster-Film den Zuschauern nahe gebracht werden sollte. Doch auch wenn die beiden Hauptdarsteller die wahre Geschichte um den Drogenboss Frank Lucas perfekt in Szene setzen: So richtig will der Funke wegen ein paar kleinen Unzulänglichkeiten nicht überspringen.
Frank Lucas war einer der bekanntesten Drogenbosse in den USA. Anfang der 70er Jahre importierte er ohne Zwischenhändler Unmengen an 97% reinem Heroin aus Vietnam. Zu Hilfe kam ihm dabei der Vietnamkrieg, da seine Importwege grundsätzlich über militärische Transportflugzeuge liefen und damit lange unerkannt blieben. Als Schwarzer begab er sich damit in ein Haifischbecken, welches er binnen kurzer Zeit kontrollierte und nicht nur die Mafia, sondern auch die sehr korrupten Polizisten umging. Auf Basis dieser Ereignisse erzählt nun Drehbuchautor Steven Zaillian (Schindlers Liste) die Perspektive des Frank Lucas und des Polizisten Richie Roberts, der dem Drogenfluß Einhalt gebieten soll.
Die schauspielerische Leistung von Russell Crowe und Denzel Washington ist perfekt, denn beide leben ihre Rollen förmlich und zeigen einmal mehr, dass sie aus der schauspielerischen Landschaft Hollywoods nicht mehr wegzudenken sind. Zu Gute kam ihnen hierbei sicherlich auch Ridley Scott, den besonders Russell Crowe durch die häufige Zusammenarbeit gut kennt und der es gekonnt versteht seine Akteure ins rechte Licht zu rücken.
Doch auch wenn der Regisseur sein Handwerk perfekt versteht, so zeigen sich im Detail der Geschichte kleinere Unzulänglichkeiten, die den ansonsten eindrucksvollen Gangsterfilm-Genuß trüben. So erscheinen beide Charaktere zeitweise zu eindimensional, dabei wäre die Ambivalenz der Hauptfiguren mit ein paar einfachen Handgriffen wunderbar dem Zuschauer näher zu bringen gewesen. Dadurch wirken die leichten Ansätze in manchen Szenen ein wenig überflüssig und stören eher, als dass sie der Charaktertiefe hilfreich wären.
Hervorzuheben sind dann aber doch die kleinen manchmal so perfekten Szenen, dass dem Filmliebhaber das Herz aufgeht. Nicht nur, dass sich leichte Anlehnungen (vielleicht sogar Hommagen) an andere Filme entdecken lassen, auch die Inszenierung und dramaturgische Aussage zeigt hier, dass alle Beteiligten ihr Handwerk verstehen!
American Gangster ist ein wenig anders, als andere Filme dieses Genres. Nicht nur, dass er keine klare Trennung zwischen Gut und Böse vornimmt - auch wenn man sich hier vielleicht noch etwas mehr Zwiespältigkeit gewünscht hätte - sondern auch das gesamte Feeling des Films ist nicht so opulent, wie man es vielleicht gewöhnt ist. Dies mag dem Einen gefallen, dem Anderen könnte es den Spaß aber gründlich verderben. Dennoch ist der Streifen trotz der Länge von über zweieinhalb Stunden spannend und ohne Langeweile erzählt, sodass die Kleinigkeiten bei der Entscheidung für den Film eher vernachlässigt werden können. |