Samuel L. Jackson beweist hier einmal mehr sein Talent und läuft mit seiner Darbietung eines obdachlosen Boxers endlich mal wieder zur Höchstform auf. So sind einige unnötige Nebenhandlungsstränge zu verzeihen, auch weil die Geschichte durchaus die ein oder andere gelungene Überraschung in ihrem Handlungsverlauf parat hat.
Knappe 3 Jahre dauerte es, bis Rod Luries neuestes Werk nun auch in den deutschen Videotheken ein Zuhause bekam. Die Geschichte eines obdachlosen Boxers und eines Redakteurs, der in dieser Ausgangslage eine große Story sieht, ist zudem mit Samuel L. Jackson und Josh Hartnett in den Hauptrollen prominent besetzt und kann auch in den Nebenrollen einige bekannte Namen vorweisen, so dass es schon verwunderlich ist, dass der Film seinen Weg nicht schon eher nach Deutschland gefunden hat.
Dem Sportreporter Erik Kernan wird von seinen Vorgesetzten ein großes Talent zugesprochen, jedoch mangele es ihm an dem Talent, den Leser zu bewegen. Er sieht seine große Chance gekommen, als er auf der Straße dem obdachlosen Ex-Bow-Champ Bob Satterfield über den Weg läuft. Mit der Entdeckung dieser für tot gehaltenen Legende sieht er die Letzte Möglichkeit, eine große Story zu schreiben und begibt sich gemeinsam mit dem Champ auf eine Reise in dessen Vergangenheit.
Die Geschichte des Ex-Boxers ist ergreifend genug, um den Zuschauer über die komplette Laufzeit bei der Stange zu halten. Das liegt auch daran, dass einige Entwicklungen unerwartet sind und der Film immer wieder Sprünge in eine ganz andere Richtung einschlägt, als man eigentlich erwartet hätte. Diese abwechslungsreichen Handlungsphasen haben jedoch auch zur Folge, dass einige Thematiken etwas zu kurz angeschnitten und nur unbefriedigend zum Ende geführt werden.
Ohne große Schnörkel lässt sich der Regisseur von seiner Geschichte leiten und verwendet nur wenige herausstechende Stilmittel. Viele Zuschauer dürften sich an dieser simplen Inszenierung stören, jedoch passt sie zur ruhigen Atmosphäre des Filmes, der hier ganz klar sein Augenmerk auf die Geschichte legt und somit inszenatorisches Understatement vorherrschen lässt.
Die sicherste Bank dieses Werkes ist ganz klar Samuel L. Jackson, der diesem obdachlosen Ex-Boxer die nötige faszinierende Präsenz gibt, ohne die der Film nahezu überhaupt nicht funktionieren könnte. Da steht ihm ein Josh Hartnett trotz bemühtem Spiel deutlich nach, während das prominente Nebencast um Alan Alda, Teri Hatcher und Rachel Nichols viel zu wenig Leinwandzeit besitzt, um sich groß aufdrängen zu können.
Sicherlich wird The Champ nicht mal ansatzweise in die Filmgeschichte eingehen, dafür ist er zu trivial. Dennoch macht Rod Lurie hier einen guten Job, denn seine Geschichte gefällt, ist ordentlich in Szene gesetzt und kann sich zudem auf einen wieder einmal hervorragenden Samuel L. Jackson verlassen. Für eine kurzweilige Abendunterhaltung ist dieser Film auf jeden Fall geeignet.