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Fernab jeder Wild-West-Romantik inszeniert James Mangold (Walk the Line) seinen neuesten Film. Konsequent und tiefgründig erzählt er eine Geschichte von Gut und Böse, von Werten und Prinzipien, sowie von Selbstachtung und Selbstzerstörung. Grandiose Darsteller und starke Charaktere zeichnen diesen gelungenen Western aus, bei dem man sich einzig und allein am etwas übertriebenen Ende stören kann.
Das Leben eines Cowboys besteht nicht nur aus Reiten durch scheinbar endloses Land und Gitarre Spielen am Lagerfeuer. Dan Evans und seine Familie kämpfen ums blanke Überleben. Nicht nur, dass ihnen eine Dürrephase zu schaffen macht, ihnen sitzen auch noch brutale Gläubiger im Nacken. In seiner Verzweiflung nimmt Evans den Auftrag an, den am meisten gefürchteten Banditen des Landes, Ben Wade, mit einem Gefangenentransport nach Contention zu bringen, um ihn dort in den Gefängniszug nach Yuma zu setzen. So beginnt ein Trip, der bald erste Opfer fordert. Denn nicht nur Wade selbst nutzt jede Chance, die Zahl seiner Bewacher zu dezimieren, auch dessen erbarmungslose Gang versucht ihren Anführer zu befreien.
Bei Todeszug nach Yuma beackert James Mangold, bildlich gesprochen, "brachliegendes Land". Denn der Western, eigentlich das amerikanischste aller Filmgenres, führt seit vielen vielen Jahren ein Schattendasein. Zwar versuchten Streifen wie The Missing oder Open Range - Weites Land immer wieder das Genre neu zu beleben, gelungen ist dies aber bisher nicht. Nun startet Mangold mit dem Remake des 1957 erschienen Zähl bis drei und bete einen neuen Anlauf.
Mit Russel Crowe und Christan Bale konnte Mangold zwei Weltklassedarsteller für sein Projekt gewinnen. Die beiden liefern sich ein schauspielerisches Duell auf allerhöchstem Niveau. Bale brilliert als wertetreuer Farmer, der sich für seine Familie aufopfert, aber selbst in den aussichtslosesten Lagen nicht bereit ist von seinen Prinzipien abzuweichen. Crowe hingegen mimt den eiskalten, äußerst charismatischen Banditen, der mehr und mehr Respekt für den Familienvater empfindet. Wie es der Oscarpreisträger schafft den Gangster mit der vermeintlich schwarzen Seele darzustellen, ist einmal mehr sensationell. Aber auch Ben Foster, als Wades rechte Hand, Charlie Price, spielt grandios bösartig. Zudem hat die Besetzung noch Altstar Peter Fonda als zähen Kopfgeldjäger zu bieten.
Todeszug nach Yuma ist ein atmosphärisch dichter Streifen, der klasse gefilmt und mit gut platzierter Action versehen ist. Die Story liefert mehr als nur spannende Unterhaltung, da die Drehbuchautoren den Figuren Raum ließen sich zu entwickeln und die brillanten Darsteller dies dankend annahmen. So kämpft Dan Evans scheinbar vergeblich um das Gewissen seines Sohnes, der den brutalen Ben Wade bewundert. Großartig ist auch Wades psychologisches Spiel, der durch seine unglaubliche Ausstrahlung versucht Evans von seinem Lebensstil zu überzeugen. Diese tiefgründigen Details sind es, die Todeszug nach Yuma so interessant machen. Wäre nicht das Blei-überladene, brutale Ende, könnte man diesen Film als nahezu perfekt bezeichnen. |