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Die Legende von Beowulf

(Beowulf, 2007)

Dt.Start: 15. November 2007
DVD: 14. März 2008
Premiere: November 2007 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Animation, Fantasy
Länge: 114 min Land: USA
Darsteller: Ray Winstone (Beowulf), Crispin Glover (Grendel), Angelina Jolie (Grendels Mutter), Anthony Hopkins (King Hrothgar), Robin Wright Penn (Queen Wealhtheow), John Malkovich (Unferth), Brendan Gleeson (Wiglaf), Alison Lohman (Ursula), Chris Coppola (Olaf)
Regie: Robert Zemeckis
Drehbuch: Richard Avary


Inhalt

Als das blutrünstige Monster Grendel das Reich des dänischen Königs Hrodgar heimsucht, kommt ihm der nordische Held Beowulf vom Volk der Geatas zu Hilfe. Nachdem es ihm endlich gelingt Grendel zu töten, schwört dessen unbarmherzige und verführerische Mutter ewige Rache. Einige Jahre später steigt Beowulf zum König der Geatas und der Dänen auf und muss sich einem Furcht erregenden Drachen stellen, der sein Volk bedroht.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Die Legende von Beowulf hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 42%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Kurt Meinicke
Die Legende von Beowulf hat eine Wertung von 42%
Oftmals, wenn im Vorfeld die Erwartungen an einen Film sehr hoch sind, kann das Endprodukt diese letztendlich nicht erfüllen. Mit genau diesem Problem haben wir es auch im Fall des animierten Werkes Die Legende von Beowulf zu tun. Neben misslungenen Animationen der menschlichen Gesichter, sind die Gründe dafür vor Allem bei der dürftigen Handlung zu suchen, welche krampfhaft auf knappe zwei Stunden Überlänge ausgedehnt wurde. Dazu kommen dann noch diverse unfreiwillig komische Momente und ein sehr abrupter Schluss, weswegen man hier leider nicht von einer gelungenen Arbeit reden kann.

Bild aus Die Legende von Beowulf Nun hat sich also nach Graham Baker (1999 Die Legende von Beowulf mit Christopher Lambert), Sturla Gunnarsson (2005 Beowulf & Grendel mit Gerard Butler) und anderen Regisseuren (weitere werden wohl noch folgen) auch Robert Zemeckis (Schatten der Wahrheit, Verschollen) dem Stoff des bekannten, in angelsächsischen Stabreimen verfassten und 3182 Versen umfassenden, epischen Heldengedichtes namens Die Legende von Beowulf angenommen. Wie schon Yuri Kulakov vor ihm, hat auch er sich dazu entschlossen Die Legende von Beowulf mit Hilfe der Motion Capture-Technik, welche er auch bei Der Polarexpress benutzt hatte, als Animationsfilm auf die Leinwand zu bringen. Da die meisten Figuren den entsprechenden Synchronsprechern nachempfunden wurden, war man natürlich gespannt darauf, wie das Resultat wohl aussehen würde. Hatte sich in den letzten sechs Jahren wirklich genug getan, dass die bei Final Fantasy - Die Mächte in Dir kritisierten Punkte - hauptsächlich die emotionslosen Gesichter - nun nicht mehr auftauchen würden? Offenbar leider nicht...

Der heldenhafte, junge Beowulf reist mit seinen Gefährten nach Dänemark, um König Hrodgar und sein Land von dem Monster Grendel zu befreien. Hrodgar verspricht ihm für das Gelingen dieses Vorhabens die Hälfte all seiner Besitztümer. Womit beide nicht gerechnet haben ist, dass die rachsüchtige Mutter von Grendel schon bald zum Gegenschlag ausholt.

Mehr sollte man über die Handlung des Filmes wenn möglich nicht in Erfahrung bringen, da man sich den Film sonst schon fast sparen kann. Zwar werden einige Dinge gegenüber der Vorlage stark verändert, doch von wirklichen Überraschungen kann trotz Allem nicht die Rede sein: Alles wirkt sehr vorhersehbar, dünn und oberflächlich und man kann sich nur wundern, wie man diese Geschichte überhaupt auf fast zwei komplette Filmstunden ausdehnen konnte. Das Ende an sich setzt dem Ganzen dann noch die Krone der Belanglosigkeit auf und man verlässt schlussendlich, zumindest was das Inhaltliche angeht, sehr enttäuscht den Kinosaal.

Man kann jedoch auch sagen, dass es bei Die Legende von Beowulf gar nicht so sehr um die sowieso schon allseits bekannte Handlung geht, sondern um die Inszenierung, die Action und die Technik. Was die allgemeine Inszenierung angeht, muss man dem Film wunderschöne Landschaftsdarstellungen und Kamerafahrten attestieren, und mit genau diesen beiden Dingen wird die Laufzeit des Films erheblich nach oben geschraubt. Bei der Action handelt es sich im Grunde genommen um ganze vier mehr oder weniger lange Kämpfe, welche auch gleich die Höhepunkte des Films darstellen und somit als hauptsächliche Existenzberechtigung für diesen Streifen angesehen werden dürfen. Kommen wir aber nun zur angewendeten Technik und wie das Gesamtbild der Animationen aussieht. Nun, die Landschaften sehen, wie gesagt, wirklich klasse aus. Ähnlich verhält es sich auch mit den Tieren und Monstern. Doch was war mit den Menschen los? Die Bewegungen von tanzenden Rittern erinnern an die Augsburger Puppenkiste und so darf man durchaus an der Funktionsfähigkeit der Motion Capture-Programme zweifeln. Aber auch die Gesichtsausdrücke (und zum Teil sogar die Blickrichtungen) der Charaktere passen zeitweise überhaupt nicht zum stattfindenden Dialog (mit Augen und Lippen hatte man wohl erhebliche Probleme, welche auch nicht gelöst werden konnten). Hier muss man sich ernsthafte Fragen darüber stellen, warum es die Macher von Final Fantasy - Die Mächte in Dir vor mehreren Jahren schon besser konnten, wir aber heute mit so etwas abgespeist werden sollen.

Robert Zemeckis hat versucht einen ernsten Film zu drehen, ging aber offensichtlich mit zu wenig Ehrgeiz an die Sache ran, um die genannten Mängel auszumerzen. Dazu kommt ein Soundtrack, welcher in der ersten Minute gefällt, danach während der kompletten Geschichte nicht mehr präsent ist, um beim Abspann vollkommen deplaziert zu wirken. Als wäre das nicht genug, ist der Film oft unfreiwillig (und vor allem vollkommen unpassend) lustig. So erinnert eine Szene, in welcher Beowulf nackt kämpfen will (dies natürlich auch mit einer tollen und nachvollziehbaren Begründung), irgendwie an den Vorspann von Austin Powers. Damit dürfte genug gesagt sein...

Bei den Sprechern stechen vor allem John Malkovich (Per Anhalter durch die Galaxis, Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter) als des Königs Berater Unferth und Crispin Glover (Willard, The Wizard of Gore) als Grendel aus der Masse heraus. Beide treffen den idealen Tonfall ihrer Figuren und überzeugen von Anfang bis zum Schluss. Auch Angelina Jolie (Mr. & Mrs. Smith, Der gute Hirte) macht Ihre Sache als Grendels Mutter alles Andere als schlecht, und auch die meisten anderen Beteiligten müssen sich nicht verstecken. Was Ray Winstone (King Arthur, Departed: Unter Feinden) als Beowulf angeht, hätte man sich bei seinen Kampfschreien allerdings etwas mehr Inbrunst gewünscht, denn diese kommen doch oft etwas zu lasch daher. Aber ansonsten ist auch gegen ihn in der Hauptrolle nichts einzuwenden. Wenn nur die Gesichtsanimationen auf einem ähnlich guten Niveau wären.

Zwar bilden sich beim Betrachten dieses neuesten Animationsfilms des Öfteren kleinere und größere Fragezeichen über den Köpfen der Zuschauer (und dabei spielt es keine Rolle ob die Mimik einer Figur, ein lächerlicher und unpassender Witz oder ein nicht selten etwas konfuser Dialogsatz daran schuld ist), doch handelt es sich dank der atemberaubenden Action, den äußerst gelungenen Umgebungen und dem herausragenden Charakterdesign dennoch nicht um einen Totalausfall. Wem also etwas Action und viele schöne Bilder (sprich: Eye Candy) bei einem solchen Abenteuerfilm reichen, der kann sich trotz aller Kritik auf ein Treffen mit dem Kraftpaket Beowulf freuen.



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