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Mit diesem sehr stimmigen Thriller legte John Carpenter im Jahre 1978 den Grundstein für das Slasher-Genre und ebnete mit seiner Figur Michael Myers den Weg für die kommenden Horror-Ikonen Jason Vorhees und Freddy Krüger. Zu Recht genießt Halloween - Die Nacht des Grauens einen Kultstatus und es ist durchaus verständlich, dass immer wieder - wenn auch mit wenig Erfolg - versucht wurde, diese Stimmung nochmals in einer Fortsetzung auf die Leinwand zu bringen. Bei diesem Original stimmt fast alles und somit eignet sich der Film als eines der besten Aushängeschilder des Horror-Genres.
Simpel, einfach, geradlinig und wohl deswegen so effektiv, wie nur wenige. So in etwa könnte man in einem Satz alles sagen, was Halloween zu etwas Besonderem macht. Auch die Filmmusik von John Carpenter folgt diesem Grundsatz und hat mitunter den größten Anteil am Gelingen dieses Thrillers.
1963, es ist Halloween und wir werden Zeuge, wie der kleine Michael im zarten Alter von sechs Jahren seine eigene Schwester ersticht. Daraufhin wird er in einer Anstalt unter der Obhut des Psychologen Dr. Loomis aufbewahrt und soll, wenn er einundzwanzig ist, vor ein Gericht geführt werden. Als es fünfzehn Jahre später soweit ist, flieht Michael Myers aus der Anstalt und kehrt in seine Heimatstadt Haddonfield zurück. Wieder ist Halloween und der wortlose Psychopath sucht sich die ahnungslose Laurie als Wunschopfer aus. Bevor er sie jedoch direkt angreift, zieht er eine blutige Spur durch die Nachbarschaft und ist dabei Dr. Loomis und der Polizei immer mehr als einen Schritt voraus.
Heutzutage mag eine solche Handlung niemanden mehr vom Hocker reißen, doch was John Carpenter Ende der siebziger Jahre für eine dichte Atmosphäre geschaffen hat, ist auch knapp dreißig Jahre später noch sehr einmalig und fesselnd. Nur selten bekommt man solch bedrohlich wirkende Tagesaufnahmen geboten und man weiß, dass das Unheil überall lauern und jederzeit zuschlagen kann. Durch eine genaue Vorstellung der Umgebung verliert man nie den Anschluss und kann zu jeder Zeit sagen, wer sich wo befindet. Wenn am Schluss dann die einzelnen Schauplätze mit einer gewissen Geräuschkulisse nochmals gezeigt werden, läuft es dem Zuschauer zwangsläufig kalt den Rücken hinunter.
Donald Pleasence (Die Fürsten der Dunkelheit, Lebendig Begraben) als Dr. Sam Loomis und Jamie Lee Curtis (Ein Fisch namens Wanda, True Lies - Wahre Lügen) als Laurie Strode sind die tragenden Figuren denen wir neben Michael Myers den ganzen Film hindurch folgen. Unter ihnen gelingt Jamie Lee Curtis die überzeugendste Darstellung, weswegen sie ihren Titel als Scream Queen auch absolut verdient trägt. Die restlichen Darsteller haben relativ wenig zu tun und gleichzeitig mit hölzernen und zum Teil sinnlosen Dialogen zu kämpfen, was aber wohl eine weit verbreitete Krankheit des Genres ist und dank der düsteren Stimmung hier auch nicht allzu sehr ins Gewicht fällt.
Mit Halloween - Die Nacht des Grauens schuf sich John Carpenter selbst ein Denkmal und beweist, dass manchmal weniger doch sehr viel mehr sein kann! Wer behauptet, das Horror-Genre sei einfallslos, stumpf und übertrieben blutig, hat diesen Meilenstein nie gesehen und sollte das schleunigst nachholen. Fast kein Blut, keine übertriebenen Wendungen aber dafür eine wunderbare Konsequenz und packende Stimmung: so und nicht anders muss ein Slasher aussehen!
Zum Schluss noch der Tipp, sich diese Perle mal wieder anzusehen und sich so gleichzeitig die Wartezeit auf das bald erscheinende Remake von Rob Zombie verkürzen. Man darf gespannt sein, was der TDR - The Devil's Rejects-Macher aus dieser erstklassigen Vorlage herausholen wird. |