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Scarface

(Scarface, 1983)

Durchschnittliche Redaktionswertung

90%



Inhalt

Antonio Montana ist einer der Kubaner, die 1980 als Flüchtling in die USA kommen. Toni will sich in dem unbekannten Land als Gangster durchschlagen und schafft es durch enorme Entschlossenheit und sein starkes Selbstbewusstsein in der Hierarchie von Miamis Kokainmafia aufzusteigen. Als ihn sein Mentor Frank Lopez umlegen will, entkommt er nur knapp dem Tode und tötet seinen Boss kurze Zeit später. Der ehemalige Kleingauner Montana ist nun selbst Boss eines großen Syndikats, doch sein Erfolg ist nicht von ewiger Dauer geprägt.

Kritik

von Jens Grimm

Wertung Kritik

90%

Scarface wurde im Jahre 1983 vor allen Dingen aufgrund der gezeigten Brutalität häufig von der Kritik zerrissen. Erst im Nachhinein erlangte der Film um den Kubaner Tony Montana Kultstatus und wurde insbesondere wegen seiner Andersartigkeit gegenüber den übrigen Filmen des Genres gelobt. Trotz vieler Stärken gelingt es Regisseur Brian De Palma nicht, ein großes Meisterwerk zu schaffen, was an dem relativ simplen Plot sowie an einigen zu langatmig erscheinenden Szenen liegt.

Bild aus Scarface Am ersten Dezember des Jahres 1983 hatte er seine Weltpremiere in New York City. Von den Kritikern wurde er oftmals geradezu in den Boden gestampft und als katastrophal bezeichnet, was insbesondere an der übertriebenen Brutalität lag. Und trotzdem bekam er erstaunlicherweise drei Golden Globe Nominierungen, darunter zum Beispiel die für den besten Haupt- und Nebendarsteller. Es handelt sich hier um das bekannte Gangster-Drama Scarface, das von Regisseur Brian De Palma inszeniert wurde. De Palma schuf damit ein Remake des gleichnamigen Gangster-Klassikers aus dem Jahre 1932 und rief den Charakter Antonio Montana ins Leben, der heutzutage bei nicht wenigen Filmfans einen absoluten Kultcharakter genießt.

Mai, 1980: Der kleinkriminelle Kubaner Antonio "Tony" Montana (Al Pacino) kann aufgrund der Grenzöffnung nach Amerika reisen, um dort sein Glück zu versuchen. Nachdem er im Auftrag eines unbekannten Gangsters einen wichtigen Kommunisten getötet hat, bekommen seine Freunde und er eine Aufenthaltsgenehmigung. Tony schlägt sich zunächst als Tellerwäscher durch, doch dabei bleibt es nicht lange: Nach einem gefährlichen Auftrag im Drogengeschäft, bei dem Tony fast mit dem Leben bezahlen muss, lernt er Frank Lopez (Robert Loggia) kennen, der Montana in sein Kokainsyndikat integriert. Der Kleingauner entwickelt sich zum Unterboss und macht sich schnell einen Namen auf den Straßen von Miami.

Scarface bietet in der Rückschau insbesondere zwei grundlegende Stärken, die ihn völlig zu Recht zu einem Kultfilm werden ließen.

Ein wesentlicher Grund ist Brian De Palmas intensive, extrem kraftvolle Darstellung von Gewalt, die im krassen Gegensatz zu "sauberen" Gangsterfilmen steht und sich damit von anderen Werken aus diesem Genre abhebt. Als Beispiel sei hier die berühmt-berüchtigte Kettensägensequenz angeführt, die damals für Entsetzen bei einigen Kinozuschauern und den Kritikern geführt hat. Trotz der häufigen Annahme, ein Arm oder Bein sei hier abgesägt worden, schafft es De Palma - ähnlich wie Hitchcock damals in Psycho - den Zuschauer durch gekonnte Schnitte zu täuschen und damit lediglich den Eindruck eines Absägens zu erwecken. Auch die dreckige Sprache, in der nicht unbedingt selten das Wörtchen "F***" vorkommt, unterstützt die Andersartigkeit von De Palmas Film gegenüber anderen Gangsterfilmen.

Die zweite, noch wichtigere Stärke liegt in der Charakterisierung von Tony Montana und der fulminanten Darstellerleistung von Oscarpreisträger Al Pacino. Tony ist nicht der unsympathische Gangster, den man am liebsten hinter Gittern sehen will. Er legt keine Passanten um, die er für unschuldig hält, und versucht, wenn auch zu übertrieben, seine Schwester Gina (Mary Elizabeth Mastrantonio) vor der Beziehung zu anderen Gangstern zu schützen. Im Grunde genommen will er nur das Beste für seine Familie und sich selbst, egal welchen Weg er dafür gehen muss. Das macht ihn allerdings nicht zu einem fürsorglichen, guten Menschen, denn Tony ist mehrfacher Mörder und handelt meist aus niederen Instinkten, nämlich aus Ruhm-, Geld- und insbesondere Machtgier.

Für diesen komplexen Charakter engagierte De Palma Al Pacino, der wie immer beweist, dass er zu den besten Schauspielern der Welt zu zählen ist. Ob er in Der Duft der Frauen einen mürrischen, eigentlich liebevollen Blinden oder in der Trilogie Der Pate den gefühlskalten Michael Corleone darstellte - es war völlig egal. Pacino spielte sich jedes Mal förmlich die Seele aus dem Leib und vor diesen starken Leistungen kann man einfach nur den Hut ziehen.

Scarface galt lange Zeit als schwacher Film, der den Traum vom "Tellerwäscher zum Millionär" völlig falsch interpretiere, da Tony durch seine Morde und seinen Kokainhandel und nicht durch Fleiß eben genau zu einem Millionär wurde. Doch entgegen dieser Meinung versucht De Palma genau das Gegenteil mit seinem Gangsterdrama auszudrücken: Drogen zerstören den Menschen und Tonys Leben endet demnach auch in der Katastrophe, seinem Tod und dem Tod seiner Schwester. Die Statue "The World is Yours" am Ende des Films ist als Sarkasmus aufzufassen und hält den Finger auf Tonys exzentrischen Lebensstil.

Keine weitere Wertung


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