Was in den 80er Jahren eine beliebte Kinderserie war, soll - ähnlich, wie es in den letzten Jahren beispielsweise schon mit Garfield oder Scooby Doo versucht wurde - dieses Jahr als Realfilm die Kinoleinwände erobern. Herausgekommen ist ein äußerst kurzweiliger, niedlicher und harmloser Familienfilm, welcher perfekt in die Vorweihnachtszeit passt: Kinder werden sich auf Anhieb in die putzig animierten Chipmunks verlieben und die ehemaligen Kinder werden in Nostalgie schwelgen. Diese Tatsache und die soliden Leistungen der Darsteller sorgen schlussendlich auch dafür, dass der Zuschauer nicht zuviel Gedanken an die recht dünne und vorhersehbare Handlung verschwendet und sich stattdessen dem durchaus vorhandenen Spaß hingeben kann.
Alles fing im Jahre 1958 an, als Dave Seville alias Ross Bagdasarian Sr. "Alvin und die Chipmunks" ins Leben rief. Noch im gleichen Jahr nahm er ein Lied namens "The Chipmunk Song (Christmas Don't Be Late)" auf, welches den Weg für das allererste Album der drei fiktiven Stars "Let's all sing with the Chipmunks" im Jahre 1959 ebnete. 1961 folgte mit "The Alvin Show" die erste Fernsehserie und im Jahre 1983 startete dann die zweite Serie "Alvin and the Chipmunks", welche in den darauffolgenden sechs Jahren große Erfolge feierte. Neben dem moderneren Zeichenstil, bestand der größte Unterschied zur ersten Fernsehserie wohl darin, dass nach Ross Bagdasarian Seniors Tod im Jahre 1972, sein Sohn Ross Bagdasarian Jr. und dessen Frau Janice Karman sämtliche Synchronisationsarbeiten übernahmen. Diese Serie hielt nun auch als Vorlage für den aktuellen Live-Action-Kinofilm her und man kann sagen dass dieser seinen Wurzeln größtenteils gerecht wird.
Dave Seville (Jason Lee) ist ein erfolgloser und alleinstehender Komponist. Als er eines Tages mal wieder eine Absage seines Produzenten-Freundes Ian (David Cross) kassiert und das Gebäude der Plattenfirma verlässt, nimmt er unbemerkt drei besondere - und besonders kleine - Tierchen mit nach Hause: die Chipmunks (zu Deutsch: Streifen- oder Backenhörnchen). Zurück in seiner Wohnung dauert es nicht lange, bis Dave seine unerwarteten Besucher entdeckt. Nach anfänglichem Zögern beschließt er diese Rasselbande bei sich aufzunehmen. Der dafür zugrunde liegende Deal ist simpel: Alvin (Justin Long), Simon (Matthew Gray Gubler) und Theodor (Jesse McCartney) dürfen bei Dave wohnen und müssen dafür nichts weiter tun, als mit ihren hohen und sehr gut ausgebildeten Stimmchen seine Songs zu singen. Natürlich sorgen die drei hyperaktiven Chipmunks in der Folge für allerlei Chaos und musikalische Unterhaltung, bis ihnen der Erfolg zu Kopf zu steigen droht...
Die aus verschiedenen Folgen der Zeichentrickserie zusammengeschusterte Handlung von Alvin und die Chipmunks - Der Kinofilm reißt bestimmt niemanden vom Hocker und bietet keinerlei größere Überraschungen. Am interessantesten sind hier wohl die Unterschiede zur Vorlage: Dave ist nicht der allwissende Mentor, sondern eher ein klassischer, sympathischer Verlierertyp, welcher auf das gesangstechnische Können seiner außergewöhnlich niedlichen Interpreten angewiesen ist und die Chipmunks sind nicht so gross wie Kinder, sondern so gross, wie Chipmunks eben sind. Diese Veränderungen sind allerdings definitiv als positiv zu bewerten, da sie für mehr Realismus in einem Film über sprechende und singende Tiere sorgen. Des Weiteren erfährt man nun zum ersten Mal, wie es überhaupt dazu kam dass Dave sein Leben mit einem Trio Chipmunks teilt, was durchaus amüsant in Szene gesetzt wurde und in der ersten halben Stunde für zusätzlichen Schwung sorgt.
Was die darstellerischen Leistungen angeht, kann man nicht von wirklichen Herausforderungen reden. Jason Lee (Almost Famous - Fast berühmt, Dreamcatcher, Incredibles - Die Unglaublichen) und David Cross (Men in Black 2, Der Date Profi) sind ganz klar diejenigen, welche am meisten mit den drei CGI-Figuren interagieren dürfen. Die beiden meistern ihre Sache dabei auf sehr solide Art und Weise und der restliche Cast fügt sich homogen in das Gesamtbild ein. Zur Überraschung vieler wurden für die Chipmunks selbst neue Stimmgeber eingesetzt. Allerdings muss man sagen, dass aufgrund des hoch-gepitchten Klangs kaum ein Unterschied zur damaligen Serie - oder zu den inzwischen über 20 Alben - auszumachen ist: würde man es im Vorspann nicht lesen, käme man zum Beispiel nie darauf, dass es sich bei Alvin um Justin Longs (S.H.I.T. - Die Highschool GmbH, Stirb Langsam 4.0) Stimme handelt.
Der Soundtrack besteht logischerweise hauptsächlich aus den bekanntesten Chipmunk-Songs - welche teilweise in modernisierter Version zum Besten gegeben werden - sowie aus anderen bekannten Liedern (wie zum Beispiel "Only You") in einer unterhaltsamen Chipmunk-Version. Mit dabei ist natürlich der bereits erwähnte allererste Song ("The Chipmunk Song (Christmas Don't Be Late)"), sowie "The Witchdoctor" (Oo-ee, oo-ah-ah, ting-tang, walla-walla, bing-bang), welcher zwar ursprünglich kein Chipmunk-Song war, damals (1960) aber für das zweite Album "Sing Again With The Chipmunks" als solcher neu aufgenommen wurde.
Mit Alvin und die Chipmunks - Der Kinofilm gelang Regisseur Tim Hill (Muppets aus dem All) eindeutig ein besserer und unterhaltsamerer Film, als es mit Garfield 2 der Fall war. Zwar ist die Handlung ähnlich dünn und vorhersehbar, doch die Animation der Hauptdarsteller ist dafür einen Tick besser geraten und das Ganze wirkt um ein Vielfaches stimmiger und nicht zuletzt auch lustiger... und genau darauf kommt es bei dieser Art Film an!
Starten wird das Ganze in der Vorweihnachtszeit zum optimalen Zeitpunkt, welcher perfekt für das Erscheinen von kindgerechter Hollywood-Unterhaltung geeignet ist. Wer also mal wieder herzhaft und unschuldig - es gibt lediglich zwei Gags, welche ein wenig Toiletten-Humor beinhalten - mit der ganzen Familie im Kino lachen, oder einfach gedanklich einen Ausflug in die Vergangenheit machen möchte, ist bei Alvin und seinen beiden Gefolgsleuten bestens aufgehoben.