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Kleiner Dodo

(Kleiner Dodo, 2008)

Dt.Start: 01. Januar 2008
DVD: 05. September 2008
Premiere: 01. Januar 2008 (Deutschland)
FSK: o.A. Genre: Animation
Länge: 79 min Land: Deutschland
Darsteller: Sandro Iannotta (Dodo), Mario Adorf (Darwin), Rick Kavanian (Arnold), Lena Beyerling (Patna), Volker Wolf (Dodopapa), Frauke Poolman (Dodomama), Thomas Hackenberg (Maki), Céline Vogt (Tigermädchen)
Regie: Thilo Graf Rothkirch, Ute von Münchow-Pohl
Drehbuch: Ute von Münchow-Pohl, Rolf Giesen, Alberto Campos, Michael Mädel, Thilo Graf Rothkirch


Inhalt

Der kleine neugierige Orang-Utan Dodo lebt mit seinen Eltern unbeschwert hoch oben in den Wipfeln der riesigen Urwaldbäume. Eines Tages fällt ihm beim Spielen ein rätselhaftes Ding vor die Füße, das ihm der kauzige Orang-Utan Darwin zunächst abnimmt. Als sich Dodo jedoch als hartnäckig erweist, erklärt ihm der an die Zivilisation gewöhnte Darwin, dass es sich bei dem Ding um eine Geige handelt und zeigt ihm, wie man drauf spielt. Da seine Eltern sämtliche Menschendinge ablehnen, muss sich Dodo fortan heimlich mit Darwin treffen um seine Geigenkünste zu perfektionieren.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Kleiner Dodo hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 80%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Harald Witz
Kleiner Dodo hat eine Wertung von 80%
Der kleine Orang-Utan Dodo hat keine Lust, auf die Ratschläge seiner Eltern zu hören. Eines Tages findet er ein Dingsbums, das von einem Lastwagen gefallen ist. Erst der alte, angeblich verrückte Darwin, der bei Menschen aufgewachsen ist, kann ihm erklären wie die Geige funktioniert. Als eine hungrige Tigerin mit ihrem Jungen in ihre Gegend kommt, "musiziert" Dodo sie friedlich. Nach Eisbär Lars bringt Thilo Graf Rothkirch nun Hans de Beers Kleiner Dodo virtuos in die Kinos

Bild aus Kleiner Dodo Der Siegeszug des kleinen Eisbären Lars nach den erfolgreichen Kinderbüchern von Hans hält noch immer an - Bücher, TV-Reihe, Kinofilme und Merchandising beglücken europaweit Kinderherzen. Thilo Graf Rothkirchs Produktionsfirma demonstrierte bereits mit den beiden Leinwand-Adaptionen der Eisbär-Abenteuer Weltformat. In der Zwischenzeit hat auch Hans de Beers "Kleiner Dodo, was spielst Du?" im KI.KA einen Platz gefunden und schickt sich nun an, die Herzen der kleinen und großen Kinogänger zu erobern.

Erneut nehmen Rothkirch und sein Team die Adaption in ihre kompetenten Hände. Ihr traditionell in 2-D gezeichneter Zeichentrickfilm besticht durch liebevolle Leichtigkeit, leicht erfassbare Figuren und Bilder sowie eine geistreiche Erzählung, die alle Altersgruppen anspricht. Ihre lustvolle Entführung in den Dschungel von Kalimantan ist auch in Details fein recherchiert und schreckt auch vor ernsteren Themen wie die Haltung von Orang-Utans in Privathaushalten nicht zurück.

Wichtiger aber als alle Hintergrundsthemen sind die Abenteuer des kleinen neugierigen Dodo (Sandro Iannotta), der zu gerne der Behaglichkeit des Elternnestes entflieht. Zu gerne erkundet er den Dschungel oder spielt mit seiner Freundin, dem Panzernashorn-Mädchen Patna (Lena Beyerling). Mutters Warnung "Lockt der Boden auch zum Toben - kleine Affen bleiben oben." Schlägt er schnell in den Wind. Als eines Tages ein seltsames Ding von einem Lastwagen fällt, vergißt Dodo einmal mehr alle Gefahren. Doch sein Fund wird ihm von einem alten Orang-Utan streitig gemacht, der wenigstens weiß, was dieses Geräusche machende Ding ist, nämlich ein Dingsbums.

Rasch freundet sich Dodo mit dem als verrückt verschrienen Darwin (Mario Adorf) an. Der wurde von Menschen aufgezogen, benimmt sich deshalb entsprechend. Seine Höhle hat er als "echte Menschenbehausung" eingerichtet und sein Alltag wird von zahllosen menschlichen Hilfsmitteln "erleichtert". Auf Bäume kann Darwin alerdings nicht klettern. Immerhin erklärt er sich bereit, Dodo Unterricht im Spielen des Dingsbums zu geben, das natürlich eine Geige ist. Gleichzeitig treibt die anhaltende Dürre eine Tigermama und ihr Kind (Céline Vogt) auf die andere Seite des Flusses, in dem Krokodil Arnold (Rick Kavanian) ein wenig fürchterliches Unwesen treibt. Der Durst macht die Tigerin ebenso unvorsichtig, wie ihre Anwesenheit alle anderen Dschungelbewohner in Angst und Schrecken versetzt. Als sich Darwin in einer Sturmnacht verletzt, bricht Dodo zur Menschensiedlung auf, um Menschenmedizin zu besorgen. Auf dem Rückweg trifft er auf die Tigerin, die allerdings von Menschen angeschossen wird. Mutig heilt Dodo mit der frischen Medizin die Wunde und greift gleich darauf zu seiner Geige und beruhigt die Verletzte. So wird sein erstes Konzert gleich ein umwerfender Erfolg...

Einmal mehr stimmt die Mischung aus Realismus und märchenhafter Tiergeschichte. Weil die Figuren trotz Sprache und vornehmlich friedlichem Umgang miteinander immer noch Tiere bleiben, werden sie schnell ins Herz der Zuschauer geschlossen. Der menschliche Einfluss spielt allerdings wie schon bei den Eisbär-Geschichten eine entscheidende Rolle, wenn auch keineswegs eine ruhmreiche. In Dodos erstem Leinwandabenteuer werden zwar keine Umweltansinnen thematisiert, aber in der Figur des Darwin wird augenscheinlich demonstriert, welche Folgen es hat, Tiere zu vermenschlichen.

Andererseits ist das allegorische Gemeinschafts- und Familienleben der Dschungelbewohner für jedes Kind sowohl voller Exotik als auch voller bekannter Strukturen und Ereignisse, die den eigenen Alltag reflektieren. De Beers pädagogische Ansätze sind dabei alles andere als oberlehrerhaft. Sie sind vielmehr Elemente lustvoller Abenteuerspäße, in denen die Kleinen und ihre Fähigkeiten ernst genommen werden. Regisseur Rothkirch, Co-Regisseurin Ute von Münchow-Pohl sowie das Autorenteam Rolf Giesen, Alberto Campos und Michael Mädel haben ihre Familienunterhaltung exakt nach De Beers Vorlage entwickelt.

Dank spannender Abenteuer, Slapstick und feinem Witz bleiben keine Wünschen mehr offen. Urwaldkulisse, Musik, Tiger und Menschen sowie das Grundthema der Dürre sorgen für nachvollziehbare Spannungsfelder, die der nur 75 Minuten kurzen Geschichte viel Abwechslung schenken. Da gibt es kein Kind, das nicht freudestrahlend den Kinosaal verläßt. Da steht sofort fest, dass Der kleine Dodo nicht das letzte Abenteuer des kleinen Primaten auf der großen Kinoleinwand sein wird. Das affige Franchise hat sich dank der großartigen Trickfilmkunst Rothkirchs mühelos neben Der Kleine Eisbär etabliert.



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