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Raus aus Åmål(Fucking Åmål, 1998)
| Dt.Start: |
22. Dezember 1999
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Premiere: |
23. Oktober 1998 (Schweden) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Drama |
| Länge: |
89 min
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Land: |
Dänemark, Schweden |
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Darsteller:
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Alexandra Dahlström (Elin), Rebecka Liljeberg (Agnes), Erica Carlson (Jessica), Mathias Rust (Johan Hulth), Stefan Hörberg (Markus), Ralph Carlsson (Olof), Maria Hedborg (Karin), Axel Widegren (Oskar), Jill Ung (Birgitta), Lisa Skagerstam (Camilla), Josefine Nyberg (Viktoria), Lina Svantesson (Malin), Johanna Larsson (Sara), Elinor Johansson (Jenny), Jessica Melkersson (Sabina) |
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Regie:
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Lukas Moodysson |
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Drehbuch:
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Lukas Moodysson |
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 Inhalt
Für die 14-jährige Elin ist das Leben in der Kleinstadt Åmål die Hölle auf Erden. Als sie eines Abends gemeinsam mit ihrer großen Schwester einen Abstecher auf die Geburtstagsparty der Außenseiterin Agnes macht, findet sie sich jedoch auf einmal in einem Gefühlschaos wieder. Da Agnes von vielen Mitschülern für lesbisch gehalten wird, entschließt sich Elin im Rahmen einer Mutprobe die schüchterne Agnes zu küssen. Doch plötzlich fühlt sich Elin auf eine seltsame Weise zu Agnes hingezogen. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Thomas Brendel
Das Leben eines Teenagers in der Schwedischen Kleinstadt Åmål gestaltet sich alles andere als spektakulär. Die Möglichkeit etwas aufregendes zu erleben, abends wegzugehen oder neue Leute kennenzulernen ist praktisch gleich null und Trends erreichen die Stadt erst dann wenn sie eigentlich schon längst wieder out sind. die 14-jährige Elin ist ihr ödes Leben lansgsam ziemlich leid und da ist es nicht überraschend, daß Ihr größter Wunsch darin besteht so bald wie möglich in die große weite Welt hinauszuziehen. Der Film spielt zwar in Schweden, doch so triste Orte wie Åmål gibt es schließlich überall. Da man es dem Film in fast keiner Szene anmerkt in welchem Land er gedreht wurde, steht das verschlafende Nest quasi stellvertretend für all die langweiligen Kleinstädte dieser Welt, wodurch Elin zur perfekte Identifikationsfigur für Millionen unglücklicher Teenager wird. Doch auch diejenigen Zuschauer die es nicht nachvollziehen können, was es bedeutet in einer Kleinstadt aufzuwachsen, sind zumindest in der Lage die Probleme von Agnes, der zweiten Hauptdarstellerin des Films nachzuvollziehen. Die Angst von niemandem geliebt zu werden, nicht dazu zu gehören und die damit verbundene Einsamkeit ist ganz klar ein Gefühlszustand den jeder Teenager irgendwann einmal durchmacht. Selbst wenn es einen nicht so schlimm trifft wie Agnes, die selbst zwei Jahre nach dem Umzug in eine andere Stadt noch keine neuen Freunde gefunden hat, findet sich jeder Jugendliche einmal in einer Phase wieder, in der er an sich selbst zweifelt und keinen Sinn mehr in seinem Leben sieht.
Dem realativ jungen Regisseur Lukas Moodysson ist mit Raus aus Åmål ein wunderschöner Einblick in das Seelenleben zweier Teenager gelungen, der einen als Zuschauer tief berührt und auch nach dem Film für einige Zeit nicht mehr loslässt. Die respektablen Leistungen der beiden Hauptdarstellerinnen Alexandra Dahlström und Rebecka Liljeberg stehen eindeutig im Mittelpunkt dieses bezaubernden kleinen Films. Beiden Mädchen gelang eine sehr überzeugende Darstellung ihrer Figuren, deren Gefühlszustände und Handlungsweisen stets nachvollziehbar und realistisch wirken. Das hätte bei der Verfilmung einer lesbsichen Liebesgeschichte zwischen zwei Teenagern auch leicht ins Auge gehen können. Moodyssons spartanische Inszenierung leistet einen weiteren Beitrag für den enormen Realitätsfaktor des Films. Auch wenn einem das häufig eingesetzte Stilmittel des schnellen Heranzoomens an einen bestimmten Teil des Gesamtbildes gegen Ende des Films ziemlich auf die Nerven geht, da es von mal zu mal mehr von seinem Effekt verliert und beim Zuschauer den Eindruck erweckt, der Regisseur hätte an chronischem Ideenmangel gelitten.
Raus aus Åmål bietet eine sehr schöne Abwechslung zu den in Mode gekommenen Teenie-Filmen, die allein mit derben und anzüglichen Scherzen ihr Publikum zu unterhalten versuchen. Versteht mich nicht falsch, ich habe mich bei American Pie und Road Trip köstlich amüsiert, nur sind diese abgedrehten Geschichten von Jungs die es mit Apfelkuchen treiben letztendlich ja nicht ernst zu nehmen, sondern dienen nur dazu die Schadenfreude des Zuschauers zu befriedigen. Raus aus Åmål handelt jedoch von realistischen Figuren und von Problemen, die jeden Menschen während des Erwachsenwerdens beschäftigen. Dadurch spielt dieser Film eigentlich in einer ganz anderen Liga und ist meines Erachtens auch für ein ganz anderes Publikum bestimmt. Ich glaube nämlich, daß man als Zuschauer einen gewissen Abstand vom Teenageralter haben muß, um die Gefühle von Elin und Agnes wirklich nachfühlen und verstehen zu können. Das klingt jetzt vielleicht nicht unbedingt plausibel, aber ich denke daß es für einen Vierzehnjährigen viel einfacher ist, sich in Harte Jungs oder Mädchen, Mädchen zu setzen und über die überzogenen Peinlichkeiten anderer Teenager zu lachen, als sich mit realistisch dargestellten Problemen und so vielleicht sogar mit seinen eigenen Problemen auseinandersetzen zu müssen. Deshalb wird man den Film wohl erst ab einem gewissen Alter zu schätzen wissen, aber daran sollte man sich als Zuschauer nicht stören. Das ändert ja schließlich nichts an der Tatsache, daß es sich bei Raus aus Åmål um einen wirklich bezaubernden skandinawischen Film handelt, der die Qualen des Teenagerdaseins fast so gut vermittelt wie die John Hughes Klassiker aus den 80er Jahren.  Weitere interessante Filme
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