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Robert Rodriguez' Kultfilm From Dusk Till Dawn ist ein stylisher Meilenstein des Action-Horror-Genres und bietet rasante Unterhaltung mit Humor und jeder Menge Blut, ohne dabei auch nur eine Sekunde banal zu sein. Ist die erste Hälfte des Filmes noch ein atmosphärisches Roadmovie, wird in der zweiten Hälfte von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen gemetzelt was das Zeug hält. Bei alldem lässt sich auch noch hier und da ein wenig Tiefsinnigkeit hineininterpretieren, was aber keinesfalls erforderlich ist, um jede Menge Spaß an diesem Film zu haben!
Eines gleich vorweg: Quentin Tarantino (Reservoir Dogs - Wilde Hunde) hat bei From Dusk Till Dawn nicht Regie geführt. So, damit wäre das auch ein für allemal abgehakt. Dennoch ist die Vampir-Splatter-Horror-Road-Movie-Action-Groteske von 1996 zu einem guten Teil ein Werk des besagten Kultregisseurs. Zwar führte offiziell der nicht minder geniale Robert Rodriguez (Planet Terror) hier Regie, Tarantino schrieb allerdings das Drehbuch auf der Basis einer Story von Robert Kurtzmann (Wes Craven's Wishmaster) und ist im Film als einer der Gecko-Brüder zu sehen.
From Dusk Till Dawn ist ein Kultfilm, daran besteht kein Zweifel. Es gibt kaum einen Filmfan, der auf Gottes grüner Erde umherirrt, der diesen Film nicht kennt. Das, was diesen Klassiker so besonders macht, ist die Mischung aus Splatter-Horror und Road Movie. Während sich die erste Hälfte des Filmes mit der Flucht der Gecko-Brüder nach Mexiko beschäftigt, ist es die zweite Hälfte, die eine reine Metzelorgie in der Tradition der großen Werke des Splatter-Genres wie beispielsweise Peter Jacksons Braindead ist. Zusammengehalten werden die beiden Handlungsstränge über einen wiederum interessanten und originellen Mittelteil, der die Geschichte abrupt, aber gelungen überleitet.
Einen besonderen Teil zur hitzigen Atmosphäre des Filmes trägt der inzwischen Legendäre Soundtrack bei. Besonders der Song "After Dark" von Tito & Tarantula, der die Schlüsselszene des Films und den Übergang zum Horrorteil untermalt, bleibt einem im Gedächtnis. Die mexikanisch-amerikanische Band gelangte durch ihren Auftritt im Film zu internationaler Bekanntheit. Abgesehen davon, wie viele Bands können schon von sich behaupten, vor laufender Kamera zu Vampiren geworden zu sein. Über das Aussehen selbiger lässt sich sicherlich streiten. Ein wenig trashig sehen sie schon aus diese Biester, aber besonders im satirischen Kontext macht auch das Sinn.
Besonderer Trumpf des Filmes ist die grandiose Besetzung. Interessant zu sehen ist dabei, dass die Hauptdarsteller für sie eher untypische Rollen spielen. Vor allem fällt dies bei Harvey Keitel (Bad Lieutenant) in der Rolle des Jacob und George Clooney (Burn After Reading) als Seth Gecko auf. Harvey Keitel ist erst auf den zweiten Blick überhaupt als er selbst zu erkennen, hat allerdings, wenn auch dieses mal von einer völlig anderen Warte aus, ähnlich wie bei seinen Rollen in den Filmen Martin Scorseses (Hexenkessel) auch wieder einen religiösen Bezug. Frauenschwarm Clooney ist ungewohnt hart zu Gange, auch wenn der gute Kern in ihm doch immer wieder durchscheint. Dass das funktioniert, zeugt von der großen Klasse dieser Darsteller und auch Tarantino, der nun wahrlich nicht das große Schauspielgenie ist, macht seine Sache gut, auch wenn er für die goldene Himbeere nominiert wurde. In weiteren Rollen sind außerdem Juliette Lewis (Kap der Angst) als Jacobs Tochter, Selma Hayek (Desperado) und die allseits beliebten, immer wieder unerwartet in Filmen auftauchenden, Danny Trejo (Irgendwann in Mexico) und Cheech Marin (Cheech and Chong - Viel Rauch um Nichts) der sogar in einer Dreifachrolle zu sehen ist. Bei dieser Gelegenheit noch ein wenig unnützes Wissen: Cheech Marin war es auch, der in der Originalfassung der Kultserie "Eine schrecklich nette Familie" den Hund Buck spricht. Aber das nur am Rande...
Sicherlich hat es schon größere Meisterwerke aus der Schmiede von Robert Rodriguez und Quentin Tarantino gegeben, doch From Dusk Till Dawn ist und bleibt zu Recht ein Kultfilm, den man sich nicht entgehen lassen sollte. |