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The Hamiltons

(The Hamiltons, 2006)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 18. Januar 2008
Premiere: 19. November 2006 (Festival, USA)
FSK: ab 18 Genre: Horror
Länge: 86 min Land: USA
Darsteller: Cory Knauf (Francis Hamilton), Samuel Child (David Hamilton), Joseph McKelheer (Wendell Hamilton), Mackenzie Firgens (Darlene Hamilton), Rebekah Hoyle (Samantha Teal), Brittany Daniel (Dani Cummings), Al Liner (Paul Glenn), Jena Hunt (Kitty Davies), Tara Glass (Jenna Smith), Larry Laverty (Larry Davies), Joe Egender (Allen Davies), Nicholas Fanella (Lenny Hamilton), Jackie Honea (Mrs. Hamilton), John Krause (Mr. Hamilton)
Regie: Mitchell Altieri, Phil Flores
Drehbuch: Mitchell Altieri, Phil Flores


Inhalt

Die Familie Hamilton scheint eine normale amerikanische Familie zu sein, die sich mit den Problemen des Alltags herumschlagen muss. Nachdem die Eltern gestorben sind, müssen sich die vier Geschwister alleine durchschlagen. Da wäre zum einen David, der älteste von ihnen, der die Verantwortung der Familie übernimmt. Die beiden Zwillinge Wendell und Darlene sind zwei besonders düstere Gestalten, die darüber hinaus auch noch eine ziemlich hinterhältige Art in den vergangenen Monaten entwickelt haben. Francis stellt den jüngsten und empfindlichsten Part der Familie dar, der stets mit einer Kamera für ein Schulprojekt unterwegs ist. Schon bald wird klar, dass hinter der Fassade mehr steckt, als eine einfache Familie.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

The Hamiltons hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 31%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Kurt Meinicke
The Hamiltons hat eine Wertung von 31%
Mit diesem Horror-Drama liefert das sich als The Butcher Brothers bezeichnende Regie-Duo seinen zweiten Spielfilm ab. Den Zuschauer erwartet hierbei eine für das Genre eher unübliche - aber keinesfalls neuartige - Herangehensweise an ein ansonsten schon fast zu bekanntes Thema. Offenbar wollten sich die Macher dadurch von anderen Low-Budget-Produktionen abheben, vergaßen dabei aber ihrem Konzept von A bis Z treu zu bleiben, weswegen die guten Ideen zwar erkennbar sind, aber leider größtenteils wirkungslos im Sand der verstreichenden Spielminuten verlaufen. Was bleibt ist ein punktuell interessanter Film über eine etwas andere Familie, welche man sicherlich nicht in der eigenen Nachbarschaft haben möchte.

Bild aus The Hamiltons Mitchell Altieri und Phil Flores, so heißen die werten Herren, welche momentan dabei sind sich als The Butcher Brothers (Long Cut) einen Namen zu machen. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf unübliche Handlungen und Herangehensweisen gelegt, welche ihre Filme aus der Masse herausheben sollen. Doch gelingt ihnen dies auch?

Im Falle von The Hamiltons - dem 2. Film des Duos - hebt man sich vor allem durch die Art und Weise wie der Zuschauer diese kranke Familie kennenlernt ab. Dies geschieht nämlich hauptsächlich durch die Augen des jüngsten Familienmitgliedes, welches - scheinbar für ein Schulprojekt - das Leben der elternlosen Geschwister mittels Videokamera festhält und seine Kommentare dazu abgibt. So erleben wir von Anfang an den Alltag der vier Hamiltons, welche offenbar noch etwas oder jemanden im Keller versteckt halten. Soeben sind sie zusammen in eine neue Stadt gezogen, und jeder versucht auf seine Art und Weise, mit dem Verlust beider Eltern fertig zu werden (was mit den beiden genau passiert ist, erfährt der Zuschauer nie). Während David (Samuel Child) - der Älteste - versucht für die Familie zu sorgen, geben sich die Zwillinge Wendell (Joseph McKelheer) und Darlene (Mackenzie Firgens) voll und ganz ihren Trieben hin und Francis (Cory Knauf) - unser Kameramann und Erzähler - verfällt in eine immer tiefere, pubertäre Depression. Was aber hinter all diesen Verhaltensmustern wirklich steckt, ist genau das worum es in diesem Film geht.

Eines muss man den Machern lassen: die Idee mit der Video-Dokumentation weckt definitiv das Interesse des Zuschauers! ...und außerdem ist es eine einfache Methode, Kosten zu sparen. Leider reichte dieser Effekt den Butcher Brothers aber nicht, und so wird - auch, wenn es sich nicht um Aufnahmen von Francis handelt - keine einzige spannende oder blutige Szene normal gezeigt: entweder es wird herumgewackelt, an der Schärfe gedreht, die Farben verändert oder alles gleichzeitig. Dies sollte wohl das Angstgefühl erhöhen, was aber leider überhaupt nicht funktioniert! Viel eher verliert man mehr und mehr das Interesse an der ganzen Angelegenheit, und dass man das Ziel der Reise schon aus weiter Ferne erkennt, kann auch für keine Umkehrung dieses Trends mehr sorgen. Eigentlich sehr schade, denn ansonsten gibt es an der Regiearbeit nicht viel auszusetzen.

Ein weiteres Problem findet sich in der Handlung selbst: durch die Betrachtungsweise soll der Zuschauer Sympathien für die Hamiltons aufbauen. Sieht man aber allein schon die ersten Taten der psychopathischen Zwillinge und deren Lebensweise, fällt dies nicht nur sehr schwer, sondern es ist schlichtweg unmöglich! An dieser Familie ist einfach von der ersten Sekunde an nichts wirklich "normal", weswegen es auch vollkommen unglaubwürdig ist, dass der zugeteilte Sozialarbeiter davon anscheinend überhaupt nichts merkt. Der Mix aus Near Dark und Ginger Snaps ergibt in diesem Kontext keinen allzu großen Sinn, weswegen man sich die, ohnehin schon erahnte und plötzlich vollkommen lieblos aufgetischte, Auflösung getrost schenken kann. Da können dann auch die durchaus guten darstellerischen Leistungen - mit Ausnahme von Cory Knauf, welcher leider stellenweise immer wieder dem Overacting verfällt - nicht mehr viel retten, weswegen der mit sinnlosen Sexszenen gespickte Film nach einem vielversprechenden Anfang immer weiter in die Belanglosigkeit abstürzt.

Ein fesselnder Anfang, ein paar gute Ideen und eine beinahe sichere Hand in Sachen Regie... und das war es dann auch schon, was uns The Hamiltons zu bieten hat. Leider reicht das aber noch lange nicht für einen wirklich guten und überzeugenden Film! Man muss hier einfach klar sagen, dass Mitchell Altieri und Phil Flores zwar ein unbestreitbares Potential besitzen, dieses aber in dem Fall nur selten aufblitzen lassen. Fans von eher ruhigen Dramen mit Horror-Anteil könnten diesem kleinen Low-Budget-Film eventuell noch etwas abgewinnen, doch alle anderen sollten die 83 Minuten besser in etwas Sinnvolleres investieren. Es wäre doch sicher mal wieder Zeit, den Keller aufzuräumen, oder?



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