Blow Poster

Film-Seite zu Blow
Trailer zu Blow
Poster zu Blow
Wallpaper zu Blow
PDF zu Blow
Forum-Topic zu Blow

Blow

(Blow, 2001)

Durchschnittliche Redaktionswertung

65%



Inhalt

Der Film erzähl die authentische Lebensgeschichte des Dealers George Jung, der in den 60er Jahren aus der amerikanischen Provinz nach Kalifornien zog und mit Marihuana aus Mexiko ein florierendes Geschäft aufzog. Viele Jahre und ein Gefängnisaufenthalt später machte er als erster Amerikaner gemeinsam mit Pablo Escobar Geschäfte und schleuste riesige Mengen Kokain in die USA ein.

Kritik

von Johnny Wishbone

Wertung Kritik

65%

Dies ist die Geschichte von George Jung, einem Mann dessen größte Sorge im Leben stets darin bestand arm zu sein bzw. sich mit harter Arbeit gerade mal so seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können. Genau dieses Schicksal ereilte nämlich dessen Vater, der sich sein ganzes Leben lang die Seele aus dem Leib rackerte um seiner Frau und seinem Sohn ein schönes Leben zu ermöglichen, ohne dabei jemals selbst wirklich glücklich zu sein. Für George Jung war bereits sehr früh klar, daß er so ein Leben niemals führen könnte und als er Ende der 60er Jahre den Drogenhandel als lukrative Einnahmequelle entdeckte, schienen alle seine Zukunftsängste wie weggeblasen. In den 70er Jahren führte er in Zusammenarbeit mit Kolumbiens berüchtigtem Drogenzar Pablo Escobar das Kokain als Partydroge Nummer eins in Amerika ein. Insbesondere in der Welt der Reichen und Schönen hielt damals ein regelrechter Schneesturm Einzug, der bis heute noch nicht ganz abgeklungen ist. Obwohl George Jung seinerzeit keinen unwesentlichen Beitrag an der Entwicklung des Drogenmarktes und damit an der derzeitigen Drogenproblematik in den USA hatte, kennen die wenigsten seinen Namen. Dies könnte sich allerdings durch Ted Demme's neuen Film Blow recht schnell ändern.

Als ich mich gestern Nachmittag auf den Weg ins Kino machte, war ich richtig heiß auf den Film und das lag nicht nur daran, daß ich das vorhergehende verregnete Wochenende mit Trübsal blasen verbracht und daher einen gewaltigen Bedarf an Unterhaltung hatte. Selbst die schmerzenden Blasen an meinen Versen, die mich dank meiner neuen Sneakers seit einigen Tagen plagten, konnten mich nicht davon abhalten den Weg zum Kino anzutreten. Jetzt hoffte ich nur, das Screening würde nicht spontan abgeblasen werden, wie es in letzter Zeit immer häufiger vorkam. Meine Sorgen waren jedoch unbegründet, die Vorführung fand statt und der Film war auch nicht übel. Blow, der auf dem gleichnamigen Buch von Bruce Porter basiert, berichtet uns von der außergewöhnlichen Lebensgeschichte eines gewöhnlichen Mannes und dem Siegszug des Kokains in den Nasen der westlichen Welt. Anders als die meisten Filme die sich mit dem Thema Drogen beschäftigen, ist Blow allerdings nicht darauf aus, uns die Gefahren und verheerenden Auswirkungen des Drogenkonsums aufzuzeigen. Dieser Aspekt fehlt im Film fast völlig. Das war wohl auch die einzige Möglichkeit, um aus George Jung eine sympathische Hauptfigur zu machen, mit der das Publikum mitleiden und mitfiebern kann. Schließlich war der Mann Ende der 70er für etwa 85% des gesamten Kokainverbrauchs in den Vereinigten Staaten und damit für jede Menge Leid verantwortlich. Doch selbst wenn man ständig Bilder von Junkies oder Crack Babys im Hinterkopf behält, wird einem während dieses Films sehr schnell deutlich, daß es sich bei George Jung nicht um einen bösen, skrupellosen Gangster handelte. Er war im Grunde ein ganz netter und ruhiger Typ, der einfach nur die Gelegenheit ergriff, rasch und unkompliziert an eine Menge Geld zu kommen.

Innerhalb von 124 Minuten gelingt es Blow ein umfassendes Portrait von Jung zu erstellen, das von seiner unbedarften Kindheit bis hin zu seiner aktuellen Inhaftierung reicht und so ganze fünf Jahrzehnte umspannt. Dabei erinnert der Film vom Konzept her an Klassiker wie Goodfellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia. Diese Erzählstruktur ist natürlich nicht ganz unproblematisch, da es nicht so einfach ist, die komplette Lebensgeschichte eines Menschen in zwei Stunden Film zu packen. Da hat man oft das Gefühl, das manche Dinge zu kurz angeschnitten werden. Prinzipiell haben Regisseur Ted Demme und Drehbuchautor David McKenna ihre Sache sehr gut gemacht. Während der zweiten Hälfte kommt jedoch streckenweise ein wenig Langeweile auf, die dank Demme's gelungener Inszenierung aber nie wirklich lange anhält und meistens schon innerhalb weniger Minuten wie weggeblasen ist. Bei der Realisierung des Stoffes war es Demme besonders wichtig, die verschiedenen Dekaden und damit verbundenen Lifestyles möglichst originalgetreu auf die Leinwand zu transportieren, was sich vor allem in Kleidung und Frisuren der Darsteller äußert. Johnny Depp wechselt fast im Minutentakt Klamotten und Perücken, sieht in einer Szene so aus, als hätte ihm gerade ein heftiger Wind ins Gesicht geblasen, um kurz darauf im Van Halen Look der 80er zu erscheinen. Was mir persönlich sehr gut gefiel war eine nicht ganz augenscheinliche Sache, Demme passte nämlich auch den Film selbst an die Unterschiedlichen Jahrzehnte an. Hat man zu Beginn fast den Eindruck, einen uralten, mittels Technicolor nachcolorierten Film vor Augen zu haben, sind die Szenen die in den 70er Jahre spielen dann eher in blaßen Farben gehalten. Ich glaube auch einen Unterschied zwischen diesen Szenen und denen der nachfolgenden 80er Jahre erkannt zu haben, aber das möchte ich jetzt nicht beschwören. Jedenfalls trägt dieser Wechsel neben den Kostümen und der Ausstattung entscheidend dazu bei, daß es einem als Zuschauer immer recht schnell gelingt, in die jeweilige Zeit einzutauchen.

Vielleicht noch ein paar Worte zu den Schauspielern. Johnny Depp spielt wie gewohnt brilliant. Ihm gelingt es, die Gefühlswelt eines eigentlich unsympatischen Menschen nachvollziehbar aufzuzeigen und dadurch eine Verbindung zwischen Hauptfigur und Zuschauer aufzubauen, was bei einer Person wie George Jung nun nicht gerade ein einfachs Unterfangen ist. Außerdem sieht Depp einfach in jeder Szene so dermaßen cool aus, daß allein schon das die Existenz dieses Films rechtfertigt. Ray Liotta ist nach seinen Auftritten in Hannibal und Heartbreakers diesmal in einer sehr ruhigen Rolle als George's Vater zu sehen, die ihm außerordentlich gut steht. Auch Franka Potente, die in Blow ihr Hollywood Debüt gibt, konnte mich überzeugen. Abgesehen davon, daß sie ganz passabel spielt, hat sie sich auch einen schönen amerikanischen Akzent angeeignet und gehört damit zu den wenigen deutschen Schauspielexporten denen man nicht bereits nach drei Worten anmerkt, woher sie kommen. Die einzige Schauspielerin die mich ausnahmslos entäuscht hat heißt Penelope Cruz. Diese Frau ging mir bereits nach wenigen Minuten gehörig auf die Nerven, was natürlich auch daran liegen kann, daß sie in diesem Film eine ziemlich ungenießbare Person verkörpert. Trotzdem bin ich der Meinung, daß ihr schauspielerisches Talent ein wenig überbewertet wird. Spitze war jedoch wieder einmal der Auftritt von Ethan Suplee. Der beleibte Sympath aus den Kevin Smith Filmen, den wir zuletzt in Gegen jede Regel und Road Trip zu Gesicht bekamen, gibt in Blow George's besten Freund Tuna zum besten. Leider wieder einmal eine viel zu kleine Rolle für den Darsteller, der aufgrund seiner Filmpräsenz bei Casting Agenten bereits als Szenendieb bekannt ist. Gebt dem Mann doch bitte mal eine Hauptrolle.

Alles in allem ist Blow zwar kein herausragender, aber dennoch sehenswerter Film, der vor allem durch seine Schauspieler zu überzeugen weiß. Für Johnny Depp Fans ein absolutes Muß, genau so wie für all diejenigen die sich Franka Potente's ersten Ausflug nach Hollywood nicht entgehen lassen wollen. Mir persönlich hats gefallen und ich hätte wahrscheinlich noch mehr Spaß gehabt, wenn mein hibbeliger Sitznachbar nicht alle paar Minuten aufgestanden und aus dem Kino gerannt wäre. Ich glaube der hatte ein Blasenproblem. Na, ist ja auch egal.

Keine weitere Wertung


Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Scarface
Dt. Start: 09. Mrz 1984
Vorschlag entfernen
Fear and Loathing in Las Vegas
Dt. Start: 24. Sep 1998
Vorschlag entfernen
Capote
Dt. Start: 02. Mrz 2006
Vorschlag entfernen
Goodfellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia
Dt. Start: 11. Okt 1990
Vorschlag entfernen
American Gangster
Dt. Start: 15. Nov 2007
Vorschlag entfernen

 

© 2014 MovieMaze.de