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Schmetterling und Taucherglocke

(Le Scaphandre et le Papillon, 2007)

Durchschnittliche Redaktionswertung

95%



Inhalt

Der gut aussehende, erfolgreiche und beliebte Jean-Dominique Bauby führt ein Leben auf der Sonnenseite. Der 43-jährige Chefredakteur der Modezeitung Elle hat drei Kinder und eine bezaubernde Lebensgefährtin. Doch dann ändert ein schwerer Unfall alles. Bauby erleidet einen Gehirnschlag, fällt ins Koma und wacht 20 Tage später gelähmt wieder auf, unfähig zu sprechen, unfähig sich zu bewegen, wie unter einer Taucherglocke gefangen. Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen versuchen drei Frauen, seine Lebensgefährtin Céline, die Therapeutin Henriette und die Verlagsassistentin Claude, dem Mann neuen Mut zu geben.

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Schmetterling und Taucherglocke

Kritik

von Reinhard Staupe

Wertung Kritik

95%

Wie muss es sich wohl anfühlen, wenn man von einer Sekunde auf die andere vollständig gelähmt ist und einem nichts als die eigenen Gedanken und eine Winzigkeit an Kommunikation mit der Außenwelt bleibt? Dies aufzuzeigen und wirklich nachempfindbar zu machen, ist gewiss ein unmögliches Unterfangen. Und wenn es dann doch gelingt, so weit es eben machbar ist, dann kann man nicht umhin und muss den Film mit Lob nur so überschütten: großartig ist er und unbedingt sehenswert! Vielleicht sogar ein Meisterwerk.

Bild aus Schmetterling und Taucherglocke Wir alle kennen sie, diese kleinen Empfindungen am Rande, die das Leben so still und nebenbei bereichern, es so kostbar machen, dass wir nicht mal mehr darüber nachdenken oder gar innehalten, um sie bewusst wahrzunehmen: Das Gefühl, wenn man sich winzige Schokosplitter von der Lippe leckt; die warme Hand, die ein freudiges Hallo druckvoll erwidert; das Wegwischen einer Haarsträhne; das Abstreifen der Schuhe nach einem langen Tag. Stellt euch vor, auf all dies müsstet ihr verzichten. Auf all dies und noch unendlich viel mehr: die Zähne zu putzen, die Nase zu schnäuzen, den Kopf in den Wind zu drehen, einen Freund zu umarmen, mit euren Kindern zu toben, zu schwimmen, zu tanzen, zu singen, zu lachen, zu fluchen, zu küssen... aufrecht zu gehen - und überhaupt gehen zu können... "ich" zu sagen - und überhaupt etwas sagen zu können...

Unvorstellbar, oder?! Und genau dieses vollkommen Undenkbare erzählt der Film - das tatsächliche Schicksal von Jean-Dominique Bauby, der im Jahr 1995, 43-jährig und mitten im bewegtesten Leben stehend, aus heiterem Himmel einen Schlaganfall erleidet. Eben noch Chefredakteur der Modezeitschrift "Elle", gut aussehend, erfolgreich, umschwärmt, verheiratet (3 Kinder), getrennt und neu verliebt, voller Blut und Tatendrang - und plötzlich absolute Funkstille. Nichts geht mehr. Gar nichts. Locked-in-Syndrom.

Der Film setzt an der Stelle an, an der Jean-Dominique die Augen öffnet und schemenhaft die Ärzte und Schwestern um sich herum durch sein linkes Auge erblickt. Und damit ist auch schon alles (wirklich alles!) umschrieben, was ihm von seiner Körperlichkeit geblieben ist: das Auf- und Zuklappen seines linken Augenlides. Sonst nichts. Was für eine Bauchschuss-Krebs-Sie-haben-Aids-Diagnose! Von diesem Punkt aus könnte man viele Pfade einschlagen. Der Regisseur (und äußerst erfolgreiche Maler) Julian Schnabel (Before Night Falls) beschränkt sich glücklicherweise weitestgehend darauf, die Innenansicht und nichts als die Innenansicht des Protagonisten zu bebildern. Hinzukommend hört man seine Gedanken. Das Entsetzen ob der Tatsache, dass er nicht mehr sprechen kann. Die Fassungslosigkeit über die Unabänderlichkeit seines Zustandes. Die Traurigkeit. Die Einsamkeit. Die Verzweiflung. Und dann das langsame Aufflackern des Lebensfunkens. Die mühselige Zwinkerkommunikation mit der Umwelt. Das innere Aufbäumen und gedankliche Losflattern. Letztlich diese drei Dinge: Fantasie und Erinnerung - und das Wollen!

Buchstabe für Buchstabe diktiert Jean-Do seine Lebensgeschichte, seine Situation und seine Gefühle. Schließlich wird daraus ein Buch, das sofort zum Bestseller avanciert. Und 10 Jahre später wird aus dem Buch ein Film, der zahlreiche Preise einheimst. Vollkommen zu Recht, denn einerseits gelingt es der Kamera sehr eindringlich und realistisch aufzuzeigen, was Jean-Dominique sieht und fühlt: das Eingeschlossensein in sich. Andererseits entstehen Szenen voller Poesie und Schönheit: das Schmetterlingsschweben.

Und so erzählt der Film auf leiseste und zärtlichste Weise nicht einfach nur eine wahre Geschichte. Er lässt einen vielmehr selbst dort liegen, gefesselt ans Krankenhausbett. Und man fängt an, darüber nachzusinnen, was es wohl bedeuten würde, vom Schicksal derart atomisiert zu werden und nahezu alles zu verlieren, was einen ausmacht. Und andersrum: was es heißt, NICHT dort liegen zu müssen und man selbst sein zu dürfen, mit seinen ganz persönlichen Problemen. Ich für meinen Teil habe meinen müden Leib im Kinosessel vorgebeugt und das Schmerzen meines verspannten Genicks verspürt. Was soll ich sagen: selten war ich so empfänglich und dankbar dafür. Und was für dieses gilt, für mein knirschendes Leben, gilt auch für jenes, für den Film nämlich: was für ein Geschenk!

Kurzkritik

von Markus Mller

Wertung Kurzkritik

95%

Schmetterling und Taucherglocke ist zugleich einer der schockierendsten und einer der positivsten Filme die je gedreht wurden. Die anspruchsvolle Aufgabe einen wrdevollen Film ber den im eigenen Krper gefangenen, frheren Chefredakteur der "Elle" zu drehen, ohne dass das Ergebnis wehleidig oder mitleiderregend wirkt, wurde vorbildlich gelst. Die intensiven Bilder und die grandiose Musikauswahl ziehen den Zuschauer in seinen Bann. Viele aus der Sicht des Protagonisten erzhlte Szenen ermglichen es, sich erstaunlich gut in die Lage Jean-Dominique Baubys zu versetzen. Julian Schnabels Film ist neben den hervorragenden Schauspielerleistungen vor allem auch technisch berzeugend. Hier stimmt absolut alles. Ein Meisterwerk das zeigt, wozu Filme im Stande sein knnen.



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