MovieMaze-Home
NewsFilmeChartsStarsTrailerWallpaperPosterForumSpecialsSuche
filmarchivaktuell im kinovier wochen vorschaucoming soonpodcastsuche

  
 Poster zu Tintenherz vergrößern

Film-Seite zu Tintenherz
Trailer zu Tintenherz
Poster zu Tintenherz
Wallpaper zu Tintenherz
Offizielle Seite
Deutsche offizielle Seite
Charts-Statistiken zu Tintenherz
PDF zu Tintenherz

Tintenherz

(Inkheart, 2009)

Dt.Start: 11. Dezember 2008 Premiere: 30. Januar 2009 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Abenteuer, Fantasy
Länge: 106 min Land: Deutschland, UK, USA
Darsteller: Eliza Bennett (Meggie Folchart), Brendan Fraser (Silvertongue), Paul Bettany (Dustfinger), Jim Broadbent (Fenoglio), Helen Mirren (Elinor Loredan), Kathy Bates, Rafi Gavron (Farid), Jamie Foreman (Basta), Lesley Sharp (Mortola)
Regie: Iain Softley
Drehbuch: David Lindsay-Abaire


Inhalt

Wenn Mo Folchart laut aus Büchern vorliest, kann er die Figuren daraus zum Leben erwecken. Als er seiner Frau Resa aus dem Fantasy-Roman Tintenherz vorliest, bringt er dabei versehentlich den Bösewicht Capricorn und andere dunkle Gestalten in seine Welt. Gleichzeitig liest er seine Frau Resa in die Geschichte hinein. Zehn Jahre verstreichen, bis Mos zwölfjährige Tochter Meggie davon erfährt. Capricorn, der seit damals auf der Suche nach Mo ist, um dessen Kräfte für seine Gräueltaten zu missbrauchen, entwickelt unterdessen den Plan, Meggie als Köder zu benutzen, um Mo in seine Falle zu locken. Doch Meggie ist nicht so hilflos wie es scheint.
Shopping-Box
DVDs zu Tintenherz Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu Tintenherz Poster & Merchandise
zum Film
Tintenherz bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
Tintenherz bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film


Kritik

Tintenherz hat eine Wertung von 30%
Die aufwändige Produktion strotzt vor gelungenen Effekten und kann sich mit nicht wenigen internationalen Filmstars brüsten. Doch leider wirkt die Geschichte so stark verändert oder gekürzt, dass die Glaubhaftigkeit des Films darunter leidet. Auch wenn die Schauspieler tun, was sie können, spielen sie gegen einen weitgehend sinnentleerten Handlungsverlauf an.

Bild aus Tintenherz Wer den Roman von Cornelia Funke gelesen hat und sich auf den Kinofilm freut, sollte bereits hier besser aufhören zu lesen. Auch wird es einige Spoiler im hinteren Teil dieser Review geben.

Der Buchrestaurator Mo stellt erst spät in seinem Leben fest, dass er in der Lage ist, durch lautes Vorlesen die Inhalte des jeweiligen Buches zum Leben zu erwecken. Als Pfand dafür verschwindet jedoch immer ein Mensch dieser Welt und lebt fortan im Universum des jeweiligen Buches weiter. Als Mo feststellt, dass er ein Mensch mit diesen Fähigkeiten ist, eine so genannte Zauberzunge, ist es bereits zu spät: Seine Frau Resa war bereits im Roman "Tintenherz" verschwunden. In unsere Welt gekommen sind dafür der Schurke Capricorn und nach ihm seine Mannen. Die haben es sich in einer Burg im nördlichen Italien bequem gemacht und denken nicht daran, sich von einer Zauberzunge wieder zurückschicken zu lassen, denn fließend Wasser, Zentralheizung und andere Annehmlichkeiten sind viel attraktiver als die eigene Heimat. Deswegen vernichtet Capricorn auch jedes Exemplar des Buches, das ihm unter die Finger kommt. Währenddessen sucht Mo ebenfalls fieberhaft nach verbliebenen Exemplaren, um seine Frau und Mutter seiner mittlerweile zwölfjährigen Tochter Meggie wieder aus der Geschichte herauszulesen.

Als Mo und Meggie schließlich auf den Feuerjongleur Staubfinger und durch ihn auf Capricorn und seine Männer treffen, müssen sie feststellen, dass der gewaltige Pläne hat: Mo soll ein gewaltiges Monster, genannt "Der Schatten", in die Welt der Menschen lesen, damit Capricorn diese mit dessen Hilfe ganz für sich erobern kann. Es entbrennt ein heftiger Kampf um Mos Stimme, dessen möglicher Ausgang sich mehrmals wendet, da immer neue Erkenntnisse über Mo, seine Familie, diverse Märchen und den Autor von "Tintenherz" ans Licht kommen.

Rein technisch ist Tintenherz natürlich eine amtliche Hollywood-Produktion ohne Mängel. Doch leider scheint die Geschichte an allen Ecken und Enden zu holpern, und es gibt Logik-Löcher, in denen ein Elefant verschwinden könnte. Der größte Unsinn im Film scheint, dass nicht nur der ursprüngliche Autor selbst eine Geschichte umschreiben kann, um eine Situation mithilfe des lauten Vorlesens durch eine Zauberzunge zu entschärfen, sondern dass dies offenbar jedermann kann, oder wenigstens die Zauberzungen. Da dies Mo bekannt sein muss (denn er reicht einer anderen Zauberzunge einen Stift, damit diese die Gefangenen aus einer brenzligen Situation herausschreiben und -lesen kann), hätte er das Problem mit Capricorn von seinem Schreibtisch aus lösen können, und außerdem nicht ein Jahrzehnt nach seiner Frau suchen müssen. Es mag sein, dass dieses Zögern im Buch erklärt wird, doch im Film wird es das nicht. Allein durch diese kleine kreative Freiheit wird der komplette Film seiner Grundlage beraubt.

Auch die neofantastische Vermischung von Rittern und Schurken eines mittelalterlichen Romans mit der Gegenwart der im Film gezeigten 1970er Jahre wird nicht auf jedermanns Gegenliebe treffen. Mittelalterliche Knechte, die Plastikboxen umhertragen, elektrisches Licht benutzen und Auto fahren, sind sicherlich gewollt anachronistisch. Doch da die Einführung in diese skurrile Situation im Film innerhalb weniger Minuten erfolgen muss und nicht, wie in einem Buch üblich, über Stunden ins Bewusstsein des Lesers einsickern kann, besteht die Gefahr, dass der Zuschauer den Ereignissen nicht schnell genug hinterherkommt, dass der Bezug zur vorgestellten Welt einfach abreißt. Genau dies ist hier der Fall: Die Figuren wirken fehl am Platze, das ganze Bergdorf mit Burg sieht im Grunde aus wie ein liebloses Mittelalter-Festival, bei dem sich keine richtige Atmosphäre einstellen will, weil kein Teilnehmer bereit war, Handy und Armbanduhr im Auto zu lassen. Hier tauchen einfach nur irgendwelche Fantasiegestalten aus diversen Büchern auf, was zum Beispiel bei Shrek weit konsequenter umgesetzt war. Nicht auszudenken, wenn die Zauberzungen zur Abwechslung einmal Science Fiction-Romane laut vorlesen würden: Vor der Invasion von Heerscharen schießwütiger Außerirdischer wäre wohl niemand mehr sicher, nicht einmal der Schatten.

Die von einer stotternden Zauberzunge in Capricorns Auftrag in unsere Welt geholten Lebewesen haben wegen dessen Sprachfehlers auch noch alle möglichen Handicaps. So hat einer der Schergen eine übermäßig große Nase, aber die meisten tragen gedruckte Absätze aus Büchern als eine Art Muttermal im Gesicht, und dazu besonders pfiffige Frisuren oder Bärte. Leider beeindrucken die für den Film so oberflächlich buchbezogen gestalteten Bösewichte nicht. Sie wirken weniger wie eine furchterregende Truppe Uruk-hai aus dem Herrn der Ringe, sondern eher wie eine Gruppe verkaterter Punker nach einer Kissenschlacht in einer Druckerei.

Das Erschreckende an Tintenherz ist, dass man auch ohne Kenntnis des Buches erkennt, dass an vielen Stellen geschraubt und geändert wurde, und dass am Schluss wohl niemand mehr drübergelesen hat, ob das alles noch Sinn ergibt. Dies soll Fans aber nicht daran hindern, sich eine eigene, positive Meinung zum Film zu bilden. Vor dem Argusauge des Cineasten, der das Buch nicht kennt, funktioniert Tintenherz jedenfalls nicht. Leider. Denn es wäre der aufwändigen Produktion mit absoluter Starbesetzung nur zu wünschen gewesen.

von Julian Reischl


Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Der Sternwanderer
Dt. Start: 18. Okt 2007
Vorschlag entfernen
Herr der Diebe
Dt. Start: 05. Jan 2006
Vorschlag entfernen
Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter
Dt. Start: 14. Dez 2006
Vorschlag entfernen
Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia
Dt. Start: 08. Dez 2005
Vorschlag entfernen
Der Goldene Kompass
Dt. Start: 06. Dez 2007
Vorschlag entfernen
 

© 2010 MovieMaze.de