Das Land welches seit geraumer Zeit für die besten Horrorfilme sorgt, beschert uns mit Hellphone - Ein teuflisches Handy eine moderne Horror-Komödie. Passend für unser Handy-Zeitalter, zeigt Regisseur James Huth eine etwas andere Version von Aladins Wunderlampe, wobei ihm ein sympathischer und unterhaltsamer Film gelungen ist. Zwar sind viele Elemente altbekannt, und auch überraschende Wendungen sucht man vergebens, doch Spaß macht der Streifen durch seine witzigen Ideen und den rockigen Soundtrack allemal.
High Tension, Frontier(s) und Inside, so heißen die Horror-Perlen der letzten Jahre, welche eines gemeinsam haben: sie kommen alle aus dem Land des guten Weins und der Baguettes. Warum also nicht auch einmal eine französische Horror-Komödie? Dies muss sich wohl Regisseur James Huth (Cool Waves - Brice de Nice), kurz bevor er sich daran machte Hellphone - Ein teuflisches Handy zu realisieren, gedacht haben.
Der jugendliche Sid ist unsterblich in die schöne Angie verliebt, kann ihr aber mangels Handy keine Telefonnummer übergeben. Dieser Umstand treibt ihn dazu, sich schnellstens einen solchen Klingelton-Parasiten zuzulegen. Da sein Budget sehr beschränkt ist, schaut er sich in einem kleinen Bazar um und wird sogar fündig: da der Besitzer in dem Glauben war, dass eines seiner Geräte defekt ist, überlässt er Sid ein futuristisch aussehendes, blutrotes Handy zu einem Spotpreis. Doch siehe da, kaum hält Sid sein neues Objekt der Begierde in der Hand, leuchten Zahlen und ein Display auf der gerade noch vollkommen glatten Oberfläche des Gerätes auf. Was Sid jedoch nicht ahnt, ist die Tatsache dass sein Handy fortan ein Eigenleben führt und sogar dazu fähig ist, die Leute in seinem Umfeld zu hypnotisieren. Anfangs bringt dies noch allerlei Vorteile mit sich, doch schon bald zeigen sich die negativen Eigenschaften des Telefons...
Die Darsteller in Hellphone - Ein teuflisches Handy hat man bisher nur selten gesehen, doch offenbar hatten sie großen Spaß bei diesem Projekt mitzuwirken. Jean-Baptiste Maunier (Die Kinder des Monsieur Mathieu) passt gut in die Rolle des sympathischen und leicht schüchternen Sid und stellt den Skate-Rocker glaubhaft dar. Jennifer Decker (Jeune Homme, Flyboys - Helden der Lüfte) sieht nicht nur zuckersüß aus, sondern zeigt sich auch sehr wandlungsfähig in ihrer Rolle als Objekt von Sids Begierde alias Angie. Sehr positiv überraschen kann schlussendlich Vladimir Consigny als Virgile in seinem Kinofilm-Debut: er spielt den eifersüchtigen Freund, Schönling und Schläger mit einem solchen Augenzwinkern, dass man nicht anders kann als gewisse Sympathien für ihn aufzubauen. Auch der restliche Cast fügt sich typisch Französisch in das Ensemble ein, weswegen es an dieser Stelle auch nichts zu kritisieren gibt.
James Huth ist zusammen mit seinem Drehbuchautor Jean-Baptiste Andrea (Dead End) ein wirklich sympathischer, kleiner, unterhaltsamer Film gelungen. Zwar merkt man, dass der Regisseur immer wieder einfach mal etwas Neues ausprobieren wollte (schnelles Zoomen und überraschende Szenenwechsel sind nur zwei Beispiele dafür), doch wirklich negativ fällt dies eigentlich kaum auf. Vielmehr erfreut man sich an den diversen Anspielungen auf andere Horror-Komödien im Stil von Gremlins und Die Killerhand. Auch die Todesarten überzeugen größtenteils, wobei der Höhepunkt sicherlich eine lustige Selbst-Frittierung darstellt. Dazu ein passender Pop-Rock Soundtrack, und fertig ist die "Teenie-Horror-Klamotte" für Junge und Junggebliebene.
Nein, Hellphone - Ein teuflisches Handy ist sicherlich kein "großes Kino" und auch keine Offenbarung (da haben die der gleichen Nationalität angehörigen, ernstgemeinten Horrorfilme eindeutig die Nase vorn), doch diesen Anspruch erhebt der Film auch in keiner Sekunde. "Selbstironisch", "witzig" und "erfrischend" sind die Adjektive, welche einem während des Betrachtens immer wieder durch die grauen Zellen schwirren, und jeder Handy-Hasser dürfte sowieso seinen Spaß an dem Film haben. In diesem Sinne: "Geht nicht an euer Handy ran!!!"