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Superhero Movie

(Superhero Movie, 2008)

Dt.Start: 24. Juli 2008 Premiere: 28. März 2008 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Komödie
Länge: 86 min Land: USA
Darsteller: Drake Bell (Rick Riker / Dragonfly), Sara Paxton (Jill Johnson), Christopher McDonald (Lou Landers / Hourglass), Leslie Nielsen (Uncle Albert Adams), Kevin Hart (Trey), Marion Ross (Aunt Lucille Adams), Ryan Hansen (Lance Landers), Keith David (The Chief of Police), Brent Spiner (Dr. Strom), Robert Joy (Dr. Stephen Hawking), Jeffrey Tambor (Dr. Whitby), Robert Hays (Blaine Riker), Nicole Sullivan (Julia Riker), Sam Cohen (Young Rick Riker), Tracy Morgan (Professor Xavier)
Regie: Craig Mazin
Drehbuch: Craig Mazin


Inhalt

Nachdem er von einer genetisch veränderten Libelle gebissen wurde, bekommt der Außenseiter Rick Riker Superkräfte und besitzt von nun an unglaubliche Körperkraft und eine gepanzerte Haut. Rick beschließt seine Superkräfte für das Gute einzusetzen und geht unter dem Namen "The Dragonfly" auf Verbrecherjagd. Sein Gegenpart ist der gefürchtete Bösewicht Lou Landers, der nach einem fehlgeschlagenen Experiment die Gabe besitzt, Menschen die Lebenskräfte zu entziehen. Wird Riker den Bösewicht besiegen können?
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Kritik

Superhero Movie hat eine Wertung von 33%
Mit großer Macht kommt auch große Verantwortung. Das war einmal! Mit Superkräften ausgestattet gibt's die schärfsten Bräute, lautet nun die zentrale Botschaft Onkel Alberts. Nicht jeder insektenähnliche Superhero reicht an die parkersche Vorlage heran. Aber es gibt Ähnlichkeiten. Beide wurden von einem mutierten Tierchen gebissen, nur ist es diesmal keine Spinne, sondern eine Libelle ist der Übeltäter und der Rest ist nicht mehr als ein plump persifliertes Abziehbild des Originals, zuweilen gagreich und politisch unkorrekt und leider auch nach gewohnten Strickmustern oft seicht und ermüdend slapsticklastig.

Bild aus Superhero Movie Das Filmbusiness mit Adaptionen von Superheldenstorys boomt. In den letzten Jahren wurden die Fans der beiden großen US-Comicverlage Marvel und DC reich beglückt. Sowohl Spider-Man wie X-Men präsentierten sich gleich mit dreiteiligem Epos und die Fantastic Four brachten es immerhin auf zwei Filme. Der dunkle Ritter Batman feierte Wiedergeburt und mit The Dark Knight steht der nächste Teil schon unmittelbar in den Startlöchern. Die letzte sehr erfolgreiche Zelluloidpremiere gehörte eindeutig Iron Man und die Fans fiebern schon jetzt dem zweiten Teil entgegen. Flops bleiben indes auch nicht aus: Die erste Kinoadaption des Hulk von Regisseur Ang Lee war eindeutig ein Schuss in den Ofen. Vielleicht entschädigt aber der zweite Teil, der demnächst ins Haus steht.

Wenn ein Genre derart boomt, verwundert es nicht weiter, wenn die "Meister" des Satire- und Persiflagefaches auf den Zug aufspringen und es mit einer ganz eigenen Interpretation versuchen. Und selbstverständlich reicht schon ein flüchtiger Blick auf die Crew-Liste von Superhero Movie und eines ist gleich klar: Dieser Streifen ist nicht ernst gemeint. Das Team um Produzent David Zucker konzipiert in gewohnter Manier und unter zu Hilfenahme (zu) bekannter Strickmuster eine Parodie des Superheldengenres. Nach dem Vorbild der Nackte Kanone und Scary Movie Sequels sind nun die, mit Wunderkräften ausgestatteten, Helden der Neuzeit an der Reihe durch den Kakao gezogen zu werden. Und natürlich ist auch das Urgestein der Persiflage Leslie Nielsen mit an Bord.

Da der Streifen erwartungsgemäß vom Anspruch und Inhalt her soviel Tiefgang besitzt, wie das Wattenmeer während der Ebbe, lässt sich die "Story" auf wenige Stichworte zusammenfassen: Der intellektuelle Waschlappen Rick Riker (Drake Bell) ist seit ewigen Zeiten unglücklich in Jill (Sara Paxton), die Tochter der Nachbarsfamilie und Schulschönheit, verliebt. Die nimmt kaum Notiz von ihm. Eines Tages wird er von einer mutierten Libelle gebissen, dieser Biss überträgt ihm die Kräfte des Insektes. Fortan kämpft er im selbst geschneiderten Libellenkostüm, als Dragonfly, für das Recht und tritt für die Hilfsbedürftigen und Schutzlosen ein. Und wie jeder Superheld braucht er einen würdigen Widersacher. Der todkranke Wissenschaftler und Industriemagnat Lou Landers (Christopher McDonald) hat sich nach einem schief gegangen Experiment, welches ihn eigentlich heilen sollte, derart verändert, dass er nur überleben kann, wenn er alle 24 Stunden die Lebenskraft eines Menschen absorbiert. Als Superschurke The Hourglass fasst er den teuflischen Plan, so viele Menschen auf einmal ihrer Lebenskraft zu berauben, dass er unsterblich wird. Einer ist aber bereit im Paroli zu bieten.

Was macht im Wesen eine gute Parodie aus? Natürlich die liebevolle hommagegleiche Verulkung des Originals. Die Spider-Man Trilogie hat zu viele Herzen gewonnen und nicht derer allein, die früher schon die Comics gemocht haben, als dass man sie tumb, ohne die kleine aber notwendige Verbeugung, persiflieren dürfte. Sicher, einige Gags zünden, aber der sehr plumpe Umgang mit dem Original verbraucht das Potenzial des Streifens schnell. Mit grotesk anmutender Komik wird die aus Teil eins der Spinnensaga bekannte Story parodiert. Was fehlt ist der kreative Funke und eine Note von Eleganz im Umgang mit dem Genre. Neben allerlei Superheldenverulkung bekommen auch einige reale Persönlichkeiten ihr Fett weg. Und gelegentlich wird's besonders geschmacklos. Insbesondere wenn es die Macher dieses Streifens auf den bedeutendsten lebenden und an den Rollstuhl gefesselten Physiker, Stephen Hawking, abgesehen haben. Irgendwann wird auch in der Satire eine Grenze überschritten, die mehr als fragwürdig ist. Haarscharf an einer Spur Anspruch schrammt die Clownerie dann wieder vorbei, als eine Hollywoodgröße, die jüngst mit einem Video im Internet und eindeutiger Scientology-Propaganda für Aufsehen gesorgt hat, aufs Korn genommen wird. Und ein paar der besseren Gags kommen obendrein noch nach dem Abspann. Also wenn man sich das Ganze schon antun musste - sitzen bleiben.

von Dimitrios Athanassiou


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