Basierend auf der Geschichte von James Ellroy, ist Street Kings ein Film über Korruption und Gerechtigkeit. Ein Polizist versucht im Alleingang nach der Wahrheit zu suchen und stößt dabei auf mehr Feinde als Freunde. Ein vorhersehbares Drehbuch und eine altbekannte Story sorgen dabei lediglich für einen kurzweiligen Unterhaltungsspaß.
Tom Ludlow ist Polizist und nach dem Tod seiner Frau dem Alkohol sehr zugetan. Statt sich für Recht und Ordnung zu interessieren, will er nur Rache. Rache an dem Tod seines früheren Partners Terrance. Als Beweise auftauchen, die ihn mit verdächtigen, muss er plötzlich gegen seine Kollegen arbeiten. All diejenigen, die er bisher für Freunde hielt, scheinen nun auf der anderen Seite zu stehen. Einzig sein Vorgesetzter Captain Wander gibt ihm Rückhalt und erinnert ihn an die Regeln, die er einzuhalten hat. Doch dann kommt Ludlow hinter das Geheimnis von Wander.
Street Kings basiert auf einer Geschichte von James Ellroy, der an der Adaption seines Krimis selbst mitwirkte. Die Handlung des Films ist dabei nicht neu. Guter Cop gegen böse Cops, ein Spiel um Korruption und Macht, sowie ungeahnte Wahrheiten hinter der Fassade eines angeblichen Freundes. Einzig die Besetzung des Kämpfers mit Keanu Reeves ist dabei eine erfrischende Neuigkeit, wenngleich auch keine immer positive.
Reeves Spiel macht von Anfang an deutlich, dass Ludlow ein Polizist ist, dem alles egal zu sein scheint. Schon zu Anfang massakriert er im Alleingang eine handvoll Asiaten, ohne mit der Wimper zu zucken. Dass Ludlow trotz der erscheinenden Gefühllosigkeit Probleme hat, zeigt sein häufiger Konsum von Alkohol. Nach und nach erfährt der Zuschauer, dass er den Tod seiner Frau mit Arbeit zu verdrängen sucht, indem er sich in die Ermittlungen rund um Korruption aus den eigenen Reihen stürzt. Im Verlauf dieser Ermittlungen erscheint der harte Cop jedoch plötzlich mehr und mehr wie ein kleiner Junge, der mit der Zeit begreift, dass die Welt um ihn herum böse ist. Immer wieder steht er mit großen Augen da und beginnt langsam zu begreifen, dass nicht jeder Freund ein Freund ist. Das widerspricht dem harten Anfang des Films völlig und rückt die Figur Ludlows in ein unglaubwürdiges Licht.
Der Versuch, mit Street Kings an Actionfilme wie Training Day anzuknüpfen oder Reeves ebenbürtig mit Bruce Willis zu stellen, geht gründlich daneben. Zwar arbeitet David Ayer mit schnellen Schnitten, viel Blut und einer ordentlichen Portion Gewalt, ein gut durchdachtes und spannend aufgebautes Drehbuch liegt seinem Film jedoch nicht zugrunde. Zu vorhersehbar sind die Machenschaften der korrupten Polizei, zu unglaubwürdig Ludlows Alleingang. Sicher wäre es besser gewesen, den Autor des Buches nicht auch noch das gesamte Drehbuch schreiben zu lassen. In dem insgesamt recht kurzweiligen und vorhersehbaren Actionfilm sorgt lediglich der Auftritt von Hugh Laurie, besser bekannt als Dr. House, für angenehme Abwechslung.