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Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers

(The Mummy: Tomb of the Dragon Emporer, 2008)

Dt.Start: 07. August 2008 Premiere: 01. August 2008 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Action, Abenteuer
Länge: 112 min Land: USA
Darsteller: Brendan Fraser (Rick O'Connell), Maria Bello (Evelyn Carnahan O'Connell), Jet Li (Imperator Han), Michelle Yeoh (Zi Yuan), Luke Ford (Alex O'Connell), John Hannah (Jonathan Carnahan), Isabella Leong (Lin), Alex Pettyfer, Anthony Wong
Regie: Rob Cohen
Drehbuch: Miles Millar, Alfred Gough


Inhalt

Der zweite Weltkrieg ist gerade vorbei und seit dem letzten Abenteuer von Rick und Evelyn O'Connell, gemeinsam mit ihrem damals neunjährigen Sohn Alex, sind elf Jahre vergangen. Mittlerweile ist dieser erwachsen und wie seine Eltern ein Abenteurer. In China kommt es zur großen Familienzusammenführung, an der auch Evelyns Bruder Jonathan beteiligt ist. Zusammen müssen sie den einst gemeinsam mit seiner furchterregenden Armee in Terrakotta gebannten und jetzt wieder auferstandenen Drachenkaiser besiegen, der versucht die Welt unter seine Herrschaft zu bringen.
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Kritik

Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers hat eine Wertung von 80%
Es geht wieder rund! Die professionellen Mumienvermöbler aus dem Hause O'Connel sind zurück. Einige Jahre sind seit dem letzen Stelldichein des ägyptischen Oberuntoten Imhotep vergangen und diesmal scheint er endgültig seine letzte Ruhe gefunden zu haben. Dafür regt sich im fernen Osten etwas. Genauer in China: Der erste Kaiser des Superreiches ist erwacht und gemeinsam mit seiner Armee aus untoten Terrakottakriegern schickt er sich an, die Welt zu erobern. Die O'Connels müssen noch einmal in den Ring steigen, um die Menschheit zu retten. Gelungene Fortsetzung der beiden ersten Mumienabenteuern, die mit neuer Thematik aufwartet und sich den wundervollen Parodietouch der Vorgänger bewahrt hat.

Bild aus Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers Alle unter einem Himmel! Spätestens seit dem asiatischen Fantasyspektakel Hero ein Begriff. Und ebenso wie in der Verfilmung dieses Mythos um den ersten chinesischen Kaiser Qin ist Jet Li wieder, diesmal als der Kaiser selbst, mit von der Partie. Nachdem dieser alle Feinde besiegt und ein antikes Großreich erschaffen hat, strebt er nach mehr: Ewiges Leben will er und dazu ist ihm jedes Mittel recht. Die Hexe Zi Yuan (Michelle Yeoh) weiß um das Geheimnis des ewigen Lebens. Als der Kaiser ihr begegnet, flammen noch andere Begehrlichkeiten in ihm auf. Zi Yuan ihrerseits hat bereits einem anderen ihr Herz geschenkt: des Kaisers Heerführer und General. Was dem Kaiser im Wege steht, wird beseitigt. Zi Yuan, wohl wissend, dass sie ihm nicht trauen kann, hat die Unsterblichkeitsformel mit einem Fluch belegt. Der Kaiser und seine 10.000-Mann starke Leibwache verwandeln sich in Statuen. Sollten sie eines Tages erweckt werden, stünde es schlecht um die Menschheit.

Über 2000 Jahre später in England: Die O'Connels haben sich nach dem zweiten Weltkrieg zu Ruhe gesetzt und lassen es sich gut gehen. Rick (Brendan Fraser) versucht sein Übermaß an Freizeit mit skurrilen Hobbys "sinnvoll" zu füllen, während seine Frau Evelyn (Maria Bello) Promotion für ihre Horrorromane betreibt. Der inzwischen erwachsene Sohn Alex (Luke Ford) ist in die Fußstapfen der Eltern getreten und sucht in China nach dem Grabmal des ersten Kaisers - und wird prompt fündig. Noch ahnt niemand welche Plage da lauert, und damit der Kaiser wieder erwachen kann, fehlt noch eine Kleinigkeit: ein paar Tropfen eines Lebenselixiers. Die Bösen stehen schon parat, um ihm dieses zu verabreichen. Jetzt gibt es nur noch ein Ziel: Der Kaiser möchte sich mit seiner Armee vereinen und die Welt erneut unterjochen. Alle O'Connels werden nicht ausreichen, diese Armee der Untoten zu stoppen. Schlagkräftige Verstärkung ist vonnöten.

Wieder einmal gelingt es höchst elegant Mythos, geschichtliche Tatsachen, aberwitzige Action mit Witz, Ironie und hommagereichen Sidekicks elegant zu einem Unterhaltungsfeuerwerk zu verquicken. Interessant auch, dass der Film unmittelbar vor den Olympischen Spielen startet. Und mit dem diesmal gewählten Mumienthema, das sich ausschließlich um den ersten chinesischen Kaiser dreht, wird eine Marketingwirkung geschaffen, die einfach besser nicht geht. Das ist weitsichtige Planung, die Blockbuster garantiert. Aber auch ohne raffiniertes PR-Kalkül bräuchte sich der dritte Teil der Saga nicht hinter seinen Vorgängern zu verstecken. Als der erste Film 1999 in die Kinos kam, wurde eine Thematik wiedererweckt, die original aus den 30ern stammt. Es galt nicht nur dieser etwas angestaubten Geschichte neues Leben einzuhauchen, auch die inzwischen ausgehungerten Indi-Fans wurden als Zielgruppe ins Auge gefasst. Ein schwieriges unterfangen. Professor Jones mit Panamahut und Bullenpeitsche war längst zur Kultfigur avanciert. Und obwohl es im Vorfeld nach nicht mehr als einem weiteren Klon aussah, gelang auf Anhieb der Erfolg. Vor allem Brendan Fraser ist dies zu verdanken: Er entwickelte einen ganz neuen Typus Abenteurer und Schatzsucher - charmanter Halunke und westernheldartiger Draufgänger - wie eine Mischung aus Indiana Jones und einer anderen Harrison Ford Kultfigur: Han Solo aus Star Wars.

Nebst Fraser ist das Gesamtkonzept sehr stimmig. Gute Drehbücher, die natürlich die Grenze jeglicher Plausibilität sprengen - hier erwartet man aber auch nichts anderes - und mit einer Prise Anspruch sowie einer Portion romantischem Geschichtsflair gewürzt sind. Die witzigen Dialoge und Situationskomik, die oft einen recht britischen Charme ausstrahlen sowie Panoramaoptik und Spezialeffekte vom Feinsten tun ein Übriges hinzu. Und im dritten Sequel geht es ungebrochen furios weiter: Schon die Eingangsaction hätte manch einem Film zu einem guten Finale verholfen und mit Jet Li und Michelle Yeoh, die mit Ang Lees Tiger & Dragon international Ruhm erntete, treffen zwei Superstars des asiatischen Kampfkunstkinos aufeinander. Die Optik ist ebenfalls Maßarbeit. Insbesondere der Blick auf das Dach der Welt gerät zum Augenschmaus. Ein paar Wermutstropfen gibt es dennoch: Jet Li ist nicht annähernd so überlebensgroß und grusselig wie Arnold Vosloo als Imhotep. Auch das Duell der beiden Martial-Arts Stars geht in dem Spektakel etwas unter und gerät eindeutig zu kurz. Insgesamt ist Das Grabmal des Drachenkaisers etwas zu "Familientauglich" geraten. Das nimmt ein wenig Pepp raus. Dennoch ein guter Startschuss für die nachägyptische Trilogie. Mumien gibt's noch reichlich.

von Dimitrios Athanassiou


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