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Final Fantasy - Die Mächte in Dir

(Final Fantasy - The Spirits within, 2001)

Dt.Start: 23. August 2001 Premiere: 02. Juli 2001 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Animation, Fantasy, Sci-Fi
Länge: 90 min Land: Japan, USA
Darsteller: Ming-Na (Aki Ross), Alec Baldwin (Gray Edwards), Ving Rhames (Ryan), Steve Buscemi (Neil), Peri Gilpin (Jane), Donald Sutherland (Dr.Sid), James Woods (General Hein), Keith David (Ratsmitglied), Jean Simmons (Ratsmitglied), Matt McKenzie (Elliot)
Regie: Hironobu Sakaguchi, Motonori Sakakibara
Drehbuch: Hironobu Sakaguchi, Jeff Vintar


Inhalt

Die Erde im Jahr 2065. Der einst blaue Planet ist verwüstet. Nur noch wenige Lebensformen können hier existieren. Eine Invasion feindlicher Aliens droht auch den letzten Rest der Menschheit und jegliches weitere Leben auf der Erde auszulöschen. Die Wissenschaftlerin Aki Ross und ihr Mentor Dr.Sid scheinen die einzigen Menchen zu sein, die dies noch verhindern können. Doch mit ihren gewagten Theorien stoßen sie bei der übrigen Bevölkerung auf Unverständnis.
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Kritik

Final Fantasy - Die Mächte in Dir hat eine Wertung von 42%

Mit Final Fantasy - Die Mächte in Dir war vor einigen Wochen wieder einmal eine Videospiel-Verfilmung angesagt, obwohl man in diesem Fall wohl eher von einem "Film der auf einem Videospiel basiert" sprechen sollte. Im Normalfall wäre die Ankündigung eines solchen Films kein Grund in euphorische Vorfreude zu verfallen, aber die Bilder und Ausschnitte die man bis dato von Final Fantasy - Die Mächte in Dir zu sehen bekam waren doch recht vielversprechend. Ungewöhnlich realistsich wirkten die düsteren Landschaften und menschlichen Hauptpersonen, die in den Rechnern der Firma Square Pictures das Licht der Welt erblickten. Man munkelte sogar, daß der Film die die bisher veröffentlichten Fotos und Trailer noch um einiges in den Schatten stellen sollte und so mancher Computer-Freak sah in Final Fantasy - Die Mächte in Dir schon den entscheidenden Schritt in ein neues Zeitalter, in dem kein Mensch mehr vor oder hinter die Kamera treten muß, weil alles und jeder täuschend echt im Computer animiert werden kann.

Nachdem wir dieses Werk nun bereits zweimal sichten durften/mußten, können wir diesbezüglich jedoch Entwarnung geben. So schnell wird sich die schauspielende Zunft noch nicht nach einem alternativen Beruf umsehen müssen. Die Animationen in diesem Film sind teilweise wirklich erstaunlich, da gibt es überhaupt keinen Zweifel. Doch im großen und ganzen macht der Film eher den Eindruck eines Zeichentrick- und nicht den eines Realfilms. Das schmälert natürlich nicht unbedingt die Leistungen die das Team um Hironobu Sakaguchi und Motonori Sakakibara hier vollbracht haben, nur ist es eben doch noch ein deutliches Stück vom dem Ziel entfernt, daß sich die Verantwortlichen vor ein paar Jahren selbst gesteckt hatten.

Besonders bei den Animationen der Menschen muß man den Jungs fast schon Schlampigkeit vorwerfen. Auf der einen Seite haben sie es geschafft, die Bewegung der Haare verblüffend echt nachzuahmen und auch im Bereich der Gesichtsmuskulatur haben sie hervorragende Arbeit geleistet. Doch bei all der Versessenheit auf Details haben die Animateure einige wirklich elementare Dinge aus dem Auge verloren. So wirken die Bewegungen der Figuren zum Beispiel oftmals abgehackt und unnatürlich, vor allem dann wenn sie etwas hastig ausgeübt werden. Insbesondere die Synchronisation der Figuren war sehr schlecht gemacht, da die Lippenbewegungen so gut wie nie mit den Worten der Sprecher harmoniert. Das ist zwar im Grunde genommen nur eine Kleinigkeit, die sich aber den gesamten Film hindurchzieht und dazu beiträgt, daß man in Aki und co immer nur eine Ansammlung von Nullen und Einsen und nie eine echte Person sieht. Es wäre viel geschickter gewesen diese groben Schnitzer zu verhindern, anstatt innerhalb von 90 Minuten achtzehn mal zu Demonstrieren wie gut die Rechner 60.000 einzelnen Haare koordinieren können. Das ist zwar auch ganz nett anzusehen, macht Final Fantasy - Die Mächte in Dir aber noch lange nicht zu einem Meilenstein der Filmgeschichte.

Das Problem dieses Films ist folgendes: Die Macher haben sich komplett auf ihre bahnbrechenden Animationen verlassen und dabei keinen Gedanken an eine spannende oder schlüssige Story oder gar an interessante Charaktere verschwendet. Die Geschichte schwächelt an allen Ecken und Enden, ist den Normalozuschauern zu spirituell, den Videospielkennern zu oberflächlich umgesetzt und all denjenigen Zuschauern die zumindest für einen Moment über die Ereignisse auf der Leinwand nachdenken zu unlogisch und unausgereift. Ganz abgesehen davon ist das eineinhalbstündige Weltraumabenteuer dermaßen mit Klischees vollgestopft, daß der Verdacht besteht, die Japaner wollten den amerikanischsten Film aller Zeiten drehen. Final Fantasy - Die Mächte in Dir ist leider ausgesprochen unoriginell, sehr schlecht geschrieben und unheimlich langweilig. Das einzige was bleibt, ist das Kino mit den Worten "Na wenigstens waren die Effekte toll!" zu verlassen, aber zum einen machen gute Effekte allein eben noch lange keinen guten Film und zum anderen werden all diejenigen die sich nicht selbst belügen wollen, irgendwann zu dem Schluß kommen, daß nicht einmal die vielgelobten Effekte so klasse waren wie man es gern gehabt hätte.

von Thomas Brendel


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