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Just Visiting

(Just Visiting, 2001)

Dt.Start: 26. Juli 2001 Premiere: 06. April 2001 (USA)
FSK: ab 6 Genre: Komödie
Länge: 88 min Land: Frankreich, USA
Darsteller: Jean Reno (Count Thibault), Christian Clavier (André le Pate), Christina Applegate (Julia Malfete), Matt Ross (Hunter), Tara Reid (Angelique), Bridgette Wilson (Amber), John Aylward (Byron), George Plimpton (Dr.Brady), Malcolm McDowell (Zauberer), Sarah Badel (Königin), Bill Bailey (Thibault's Vater), Clare Welch (Thibault's Mutter), Kendra Torgan (Thibault's Schwester), Lucy Blair (Thibault's Schwester), Richard Bremmer (König Henry)
Regie: Jean-Marie Poiré
Drehbuch: Jean-Marie Poiré, Christian Clavier


Inhalt

Beim Versuch den im Wahnsinn begangenen Mord an seiner Ehefrau mittels Zeitreise rückgängig zu machen, gelangt der französische Edelmann Thibault zusammen mit seinem Burschen André vom mittelalterlichen England versehentlich ins Chicago des Jahres 2000. Thibault begegnet dort seiner eigenen Nachfahrin, die seiner Gattin bis auf's Haar gleich, kommt einem Komplott auf die Spur und stiftet allerlei Chaos.
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Kritik

Just Visiting hat eine Wertung von 5%

Was denkt sich ein Filmschaffender in Hollywood, wenn er einen guten europäischen Film sieht? "Na das bekommen wir aber noch besser hin." Und was denkt sich ein Filmschaffender in Hollywood, wenn er einen schlechten europäischen Film sieht? "Na das bekommen wir aber noch schlechter hin." Dieser oder ein ähnlicher Gedanke muss im Drogenrausch demjenigen durch den Holzkopf gegangen sein, der auf die Idee kam eine amerikanische Neuauflage des französischen Films Les Visiteurs mit Jean Reno und Christian Clavier von 1993 zu drehen (den ich, nebenbei bemerkt, nicht gesehen habe). Bei Just Visiting handelt es sich um eine einfach gestrickte Komödie, in der die vertrottelten Hauptfiguren (abermals gespielt von Reno und Clavier) in eine ungewohnte, weil moderne, Umgebung gesteckt werden und sich dort natürlich genauso bescheuert anstellen wie die Macher des Films selbst. Sie rülpsen und furzen in einem Nobelrestaurant, vernaschen Klosteine als Atemerfrischer und verteilen sie an ihre Mitmenschen, sind völlig fasziniert von allen möglichen Elektrogeräten (und zerstören sie selbstverständlich) und zücken bei diversen Gelegenheiten das Schwert. Mal abgesehen davon, dass die Grundidee so alt und verbraucht ist, dass die beiden Besucher sie aus ihrer Zeit mitgebracht haben könnten, ist die Geschichte auch noch unglaublich stümperhaft umgesetzt.

Wie beim Original führte Jean-Marie Poiré Regie, allerdings unter dem Namen Jean-Marie Gaubert. Okay, kann man verstehen, mir wäre es auch zu peinlich gewesen wenn mein echter Name in einem Atemzug mit diesem Schrott genannt werden würde. Die eigentliche Story, natürlich nur ein Alibi um die Gags irgendwo unterzubringen, ist schnell zusammengefasst: Thibault, der zunächst für den verschollenen Cousin seiner Nachfahrin Julia Malfete gehalten wird, kommt den Machenschaften ihres betrügerischen Freundes Hunter auf die Spur. Er hintergeht Julia mit der atemberaubenden Amber und will sie dazu bewegen das prachtvolle Anwesen ihres Cousins zu verkaufen, über das Julia die Verfügungsgewalt hat. Es gibt tonnenweise wirklich schlechte und unangenehm hektische Schnitte, so als hätte Ray Charles die Vertretung für den Cutter gemacht. In der Rolle von Thibaults Braut in der Vergangenheit und seiner Nachfahrin in der Gegenwart können wir das begrenzte Talent von Christina "Kelly Bundy" Applegate bestaunen, die diesmal nicht die einzige Dumpfbacke ist. Daneben tauchen in Nebenrollen noch ein paar andere bekannte Gesichter auf, wie z.B. Malcolm McDowell als unfähiger Zauberer, der den beiden Hauptfiguren in die Gegenwart folgt, American Pie-Girl Tara Reid und Bridgette Wilson-Sampras, die anscheinend eine Wette verloren hat und nach The Wedding Planner sogar in einem noch schlechteren Film mitwirken musste.

Auf diese Art ist ein prima Lehrfilm entstanden, mit dem man allen Filmstudenten optimal vorführen kann, wie man eine Komödie möglichst NICHT umsetzt: Unmotivierte Schauspieler, Gags, die selbst einem Grundschüler nur ein müdes Lächeln entlocken können, mangelhafte technische Umsetzung, ein verblüffend unorigineller Plot(versuch) und Dialoge, die selbst Telly Savalas die Haare zu Berge stehen ließen. Dass sich der Film selbst nicht ernst nimmt, reißt den Karren leider auch nicht mehr aus dem Dreck, denn auch das wirkt irgendwie künstlich und aufgesetzt. Wirklich ärgerlich ist aber etwas ganz anderes: An einigen Stellen des Films, vor allem zu Beginn, wird mit ein paar relativ (Ich betone: relativ) ansehnlichen Special-Effects geprotzt und man stellt sich wieder mal die Frage, warum dauernd unnötige Mengen Kohle in Mistfilme wie diesen gepumpt werden, wenn das Geld bei etwas talentierteren Nachwuchsregisseuren wesentlich besser aufgehoben wäre, die von dem Budget wahrscheinlich zehn bessere Filme machen könnten. Aber so funktioniert Hollywood leider: Hey, wir haben keine Ideen, mache wir doch ein Remake! Es ist vielleicht nicht besser als das Original, aber dafür ist es von UNS!

von Daniel Bund


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