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Bigger, Stronger, Faster

(Bigger, Stronger, Faster, 2008)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 06. September 2911
Premiere: April 2008 (Festival, USA)
FSK: ab 12 Genre: Dokumentation
Länge: 105 min Land: USA
Darsteller: Chris Bell, Mark Bell, Mike Bell, Rosemary Bell, Sheldon Bell, Christian Boeving, Barry Bonds, Wade Exum, Hulk Hogan, Donald Hooton, Ben Johnson, Floyd Landis, Carl Lewis, John Romano, Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Jeff Taylor, Gregg Valentino, Dr. Gary Wadler
Regie: Chris Bell
Drehbuch: Chris Bell, Alexander Buono


Inhalt

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der amerikanischen Kultur, die so gut wie alles in Superlativen definiert, und dem vermehrten Missbrauch von Anabolika in diesem Land? Der Regisseur Chris Bell, dessen beide Brüder selbst im "Club der Steroide" sind, um ihrem amerikanischen Traum näher zu kommen, versucht dieser Frage auf den Grund zu gehen und bezieht dabei auch Idole wie Arnold Schwarzenegger oder Sylvester Stallone mit ein.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Bigger, Stronger, Faster hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 25%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Ostertag
Bigger, Stronger, Faster hat eine Wertung von 25%
Wer möchte nicht Bigger, Stronger, Faster sein? Und was tut man nicht oft, um seinem Ziel ein Stückchen näher zu kommen. Chris Bell ist ganz im Stile von Michael Moore (Sicko) unterwegs und geht dem Mythos "Anabolika" auf den Grund. Zwar bringt er eine sehr angenehme persönliche Note mit ein, da er selbst von diesem Thema betroffen ist, belässt es aber im großen und ganzen leider bei der typischen amerikanischen "Dokumentation", die keinerlei Wert auf Wissenschaft, Vollständigkeit oder ausreichend Hintergrundinformation legt.

Bild aus Bigger, Stronger, Faster Nachdem wir bereits das Amerika der Waffen (Bowling for Columbine), der Terroranschläge und Verschwörungen (Fahrenheit 9/11), des schlechten Gesundheitssystems (Sicko) und der übergroßen Portionen (Super Size Me) kennen lernen durften, kommt nun eine weitere Seite: das Amerika der Perfektion und des Dopings. Es geht um stahlharte Männer, die den Kindern dieses Landes ein Vorbild sind. Sei es der Gouverneur eines Bundesstaates, der schon mit 19 Jahren zum Mister Universe gekürt worden ist oder einfach Leinwandhelden, die den Eindruck vermitteln, dass man alles erreichen kann, wenn man nur hart genug trainiert und immer brav seine Gebete spricht. So eifern auch Chris Bell und seine beiden Brüder Mark und Mike schon seit ihrer Kindheit ihren Idolen Arnold Schwarzenegger, Hulk Hogan und Sylvester Stallone nach. Doch während Chris dabei ohne Steroide den Erfolg sucht, da er immer der Meinung war, seine Vorbilder hätten dies auch getan, können seine Brüder sich ein Leben ohne die kleinen Helfer gar nicht mehr vorstellen. Doch was sind diese "Steroide" eigentlich, wer nimmt sie und was machen sie mit dem Körper? Diesen Fragen und noch einigen anderen geht Chris in seiner Dokumentation Bigger, Stronger, Faster nach.

Eines muss man ihm lassen: Er schafft es recht gekonnt seine persönliche Geschichte zu erzählen, da er immer wieder seine Brüder und Eltern interviewt und mit diesen Gespräche führt. Gleichzeitig bleibt er aber doch der etwas distanzierte Beobachter, der zwar irgendwie davon betroffen ist, aber nicht im Mittelpunkt des Geschehens steht. Das hebt ihn auf jeden Fall von so manch einer anderen amerikanischen Doku aus der Ich-Perspektive ab. Doch leider lässt man auch hier, obwohl er durch Interviews mit Wissenschaftlern und Medizinern zumindest ansatzweise in diese Richtung geht, ein wenig den Anspruch vermissen. Lediglich eine Person, die vorher überhaupt nichts über Anabolika, Steroide und sonstige "Sportdrogen" wusste, kann interessante Informationen aus dem Film ziehen. Alle anderen werden sich nach den 105 Minuten fragen "Und?". Denn nach dem Film ist vor dem Film, da dieser weder eine Meinung zu der Thematik, noch neuere oder weiterführende Aspekte liefert. Hier wurde ein guter Ansatz leider wieder nicht bis zum Ende konsequent durchgehalten.

Ein weiterer störender Faktor ist die Tatsache, dass der Film sich mit zu vielen Aspekten beschäftigt. Zentraler Punkt ist eigentlich die persönlichen Erfahrungen von Chris Bell, durch eigenes Ausprobieren in jungen Jahren, Beobachtungen sowie Gesprächen mit seinen Brüdern und auch Reaktionen seiner Eltern, die vom Gebrauch ihrer Söhne überhaupt nichts gewusst haben. Leider verliert er sich aber ein wenig auf den Spuren seiner Idole, Arnold Schwarzenegger, Hulk Hogan und Sylvester Stallone, die alle wegen Dopings oder Verkauf von Dopingmitteln in die Presse geraten sind. Während er diese Enttäuschungen seiner Jugend verfolgt, trifft er auf einige Menschen, die ihre eigene Meinung zu Anabolika haben, aber eigentlich nicht zur Geschichte beitragen. Hätte Chris Bell sich eher auf seine eigene Geschichte beschränkt, die Auseinandersetzung mit den Geschwistern und den Eltern näher thematisiert, wäre ein sicherlich interessanterer Film daraus geworden.



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Dt. Start: 15. Juli 2004
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