Die Geschichte unseres kleinen, buckligen Titelhelden ist durchaus schräg und innovativ geraten, lässt dennoch über einen Großteil der Laufzeit den nötigen Witz vermissen. Aber dank der düsteren Inszenierung und des schrägen Sidekicks ist der Film dennoch recht unterhaltsam geworden und für einen kurzweiligen DVD-Abend durchaus geeignet.
Animationsfilme gibt es inzwischen wie Sand am Meer und da dieses Genre mittlerweile nicht mehr grundsätzlich den Erfolg garantiert, entschließen sich die deutschen Verleiher vermehrt, nicht jedem dieser Filme eine Kinoauswertung zu ermöglichen. In diesem Falle hat der in den Vereinigten Staaten ziemlich erfolglose Igor den Kürzeren gezogen und so müssen sich die deutschen Zuschauer mit einer reinen DVD-Auswertung für diesen schrägen Spaß zufrieden geben.
Wer kennt sie nicht? Diese kleinen buckligen Igors, die maximal dafür zu gebrauchen sind, den Hebel einer monströsen Maschine umzulegen. Doch der Igor von Dr. Glickenstein ist selbst ein eifriger Erfinder dessen Traum es ist, die böseste Maschine von allen zu entwickeln. Dumm nur, dass den Igors das verboten und er im Grunde doch ein herzensguter Mensch ist. Als eine missglückte Erfindung von Glickenstein dessen Tod nach sich zieht, scheint Igor die Gunst der Stunde nutzen zu können und selbst eine seiner Erfindungen auf der alljährlichen Erfindermesse präsentieren zu können.
Über mangelnde Innovation kann sich das Drehbuch von Chris McKenna nicht beklagen, eher über mangelnden Humor. Sicherlich hat er immer wieder amüsante und schräge Einfälle, die beim Zuschauer für amüsante Schmunzler sorgen können, doch die großen Lacher bleiben weitestgehend leider aus, zumal die Gagdichte im Vergleich zu ähnlichen Werken äußerst gering ist. Einzig der herrliche Sidekick Scamper (ein unsterblicher Hase mit Selbstmorddrang) hebt sich hier positiv von den restlichen Figuren ab und sorgt fast im Alleingang für die amüsantesten Momente des Filmes.
Das größte Problem von Igor dürfte sein, dass er sich nicht für eine Zielgruppe entscheiden kann. Während das Drehbuch und der Witz noch recht kinderfreundlich gestaltet wurden, ist die Inszenierung äußerst düster geraten. Hierbei kann man klar das Vorbild Tim Burton erkennen, was im Normalfall sicherlich alles andere als schlecht ist, jedoch in diesem Falle nicht so recht zum Gesamteindruck des Filmes passen will.
Normalerweise muss man ja die deutsche Synchronabteilung bei Animationsfilme, verfluchen, engagieren sie doch oftmals B-Prominente anstatt ausgebildete Sprecher zu beschäftigen. In diesem Falle hat man sich zum Glück dagegen entschieden und sogar weitestgehend die deutschen Standardstimmen der englischen Stars gewählt. Dies macht sich durchaus positiv bemerkbar, treffen doch dank ihnen auch in der deutschen Synchronisation die Gags punktgenau ins Schwarze.
Geht man mit den richtigen Erwartungen heran, dann kann Igor dank der schrägen Figuren und der etwas ungewöhnlichen Inszenierung durchaus für einige amüsante Momente sorgen. Erwartet man jedoch ein Meisterwerk wie man es inzwischen von Pixar gewohnt ist, dann kann der Zuschauer eigentlich nur enttäuscht werden. Wer jedoch einen extrem kurzweiligen, unterhaltsamen Film sehen möchte, der kann ruhigen Gewissens ins DVD-Regal greifen.