Querschnitt durch Hollywoods Alltag, schmerzhaft für alle, die sich damit nicht auskennen. Schonungslos wird anhand zweier Wochen im Leben eines Produzenten alles beleuchtet, was so passieren kann in der Traumfabrik, allerdings heruntergedimmt auf ein für die breite Masse schluckbares Format. Es ist anzunehmen, dass es in Wahrheit noch viel brutaler zugeht in Südkalifornien.
Hollywood ist ein Haifischbecken, ein Pfuhl der Eitelkeiten, voller Narzisse, Egomanen, aber auch Talent. Wir begleiten zwei Wochen im Leben des Produzenten Ben, der versucht, stets eine gute Figur zu machen, alles unter einen Hut zu bringen, sich sein Alter nicht anmerken zu lassen und immer die Nase vorn zu haben.
Ein Filmproduzent ist quasi die Schnittstelle zwischen Geld und Kunst. Während ein Regisseur eine Vision künstlerisch und bildgewaltig umsetzen soll, ist ein Produzent dafür verantwortlich, Geld für den Film heranzuschaffen, die Produktion im zeitlichen Rahmen und "on budget" zu ermöglichen, sowie das Werk nachher richtig an das Publikum zu bringen. Wie in vielen Berufen dieser Art gibt es keinen Königsweg, kein bestes Rezept, um das Ziel zu erreichen. Doch es gibt entsprechend viele Opfer, denn wenn der Erfolg ausbleibt, rollen auch die Köpfe.
Bens aktuellste Sorgen beginnen mit der Testvorführung des neuesten von ihm produzierten Films. Gedreht von einem englischen Regisseur, der sich so anfühlt wie ein junger Keith Richards, stirbt Sean Penn am Ende durch die Kugeln einer Gangsterbande, und mit ihm sein treuer Hund. Diese wichtige Aussage mag dem Testpublikum nicht gefallen, entsprechend katastrophal sind die Bewertungsbögen.
Ben wird zur Studiochefin bestellt (die den Produzenten das Geld für die Projekte zur Verfügung stellen), das Ende hat umgeschnitten zu werden. Immerhin wird der Film die Festspiele von Cannes eröffnen, da muss er schon massentauglich sein und nicht bloß einen Nischengeschmack bedienen. Der Regisseur weigert sich natürlich geradeheraus, sein Baby zu verstümmeln, und fängt nach einem hysterischen Zusammenbruch prompt wieder an zu trinken. Ben bleibt nichts anderes übrig, als den zu einem Baby mutierten Mann mit einer Cutterin zusammen in einen Schneideraum zu sperren (und damit die Technikerin die ganzen wichtigen Entscheidungen fällen zu lassen), denn auf seinen anderen Baustellen raucht es auch ganz gewaltig:
Der Drehstart zu einem anderen Film ist gefährdet, weil Bruce Willis fett geworden ist und sich seinen neuen Vollbart nicht abrasieren will. Ein fetter Actionheld mit Vollbart, das gab es seit Bud Spencer nicht mehr, und das nimmt auch keiner ernst. Doch wie sagt man einem Superstar, dass man für mehrere Millionen Dollar auch überdurchschnittlichen Einsatz erwarten kann?
Zum Glück gibt es noch die Sportart Sex: Ben wird natürlich stets von gutaussehenden, zu allem bereiten jungen Damen, allesamt ellenbogenstarke Emporkömmlinge, hofiert, und kann sich mit in seine Wohnung nehmen, was er will. Wieso ein solcher Erfolgsproduzent in einer Wohnung wohnt und nicht in einer Villa, fragt man sich natürlich, doch auch dies wird schnell erklärt: Bens zwei Exfrauen mit seinen jeweiligen Kindern sitzen in den großen, geräumigen, millionenschweren Villen, die er ihnen bereits erarbeitet hat, und für die er nun auch noch Alimente zahlt.
Doch ein echter Hollywood-Hai lässt sich von solchen Tragödien-Lappalien nicht aus der Ruhe bringen. Lediglich die Entwicklungen auf der Beerdigung eines "befreundeten" Kollegen machen Ben schwer zu schaffen, und dass ausgerechnet Bruce Willis' Agent ein psychotisches Weichei ist, der scheinbar wirklich gar nichts auf die Reihe kriegt, aber dennoch in Hollywood bestehen kann, kann nur durch Magie zu erklären sein.
Nur wenig dürfte in diesem Film übertrieben sein oder von der Wahrheit abweichen. Es ist sogar anzunehmen, dass viele Bereiche, insbesondere in Puncto Sex, Drogen und Ruchlosigkeit, stark abgeschwächt wurden, um den Film überhaupt produzierbar zu machen.
Über die Schauspieler und die Inszenierung brauchen keine Worte verloren zu werden: Alles Profis, hervorragende Leistungen. Cineasten müssen diesen Film sehen, allen anderen wird er die Augen öffnen über die große, glückliche Hollywood-Familie der Filmleute.