Hart, kompromisslos, blutig, düster... und gleichzeitig so unglaublich unterhaltend und amüsant! Punisher: War Zone erweist sich als herrlich selbstironischer und vor allen Dingen handgemachter Actionkracher, der sich ohne große Mühe vom aktuellen Actioneinheitsbrei abheben kann und Genrefans Bestens zu unterhalten vermag.
Jedem Box Office Hit seine Fortsetzung! Das scheint das Motto von Hollywood zu sein, doch manchmal fragt man sich schon, warum überhaupt an einem weiteren Teil gearbeitet wird. So auch in diesem Fall, denn schon die erste Verfilmung des Comichelden mit Dolph Lundgren ging nicht nur qualitativ, sondern auch an den Kassen unter und auch Johnathan Hensleighs Version erging es nicht besser. Warum also noch einen weiteren The Punisher auf das Kinopublikum loslassen?
Nachdem seine Familie einem Anschlag zum Opfer gefallen war, entschloss sich Frank Castle für ein Doppelleben. Als Punisher zieht er die Nächte umher, um dem Gesindel als Richter und Henker den Prozess zu machen. Dies schien auch bei Gangsterboss Rusotti geglückt zu sein, doch hat dieser seine Hinrichtung überlebt. Völlig entstellt von seinem letzten Aufeinandertreffen mit Castle nennt er sich von nun an Jigsaw und setzt alles daran, sich zu rächen.
Die in Deutschland geborene Lexi Alexander schien bei ihrer Comicverfilmung wohl als erste Regisseurin der The Punisher-Reihe gemerkt zu haben, worauf es den Fans ankommt: Knallharte, kompromisslose und vor allem handgemachte Action! Genau dies liefert der Film von der ersten bis zur letzten Minute und schert sich dabei recht wenig um ein familienfreundliches Rating. So fließt das Blut in Strömen, die bösen Jungs werden lieber hingerichtet, als dass ihnen der Prozess gemacht wird und auch sonst kommt man sich vor wie in einem typischen Actionfilm der 80er Jahre. Dass die Story dabei auf Halbmast hängt, stört den Zuschauer nicht weiter, denn Alexander versteht ihr Werk, inszeniert ihren Film düster und driftet bisweilen in herrlich überzogene Actionszenen ab, bei denen Freunde des Films Shoot 'Em Up sicherlich ihre wahre Freude haben werden.
Dass Punisher: War Zone so gelungen ist, ist sicherlich auch seinem Hauptdarsteller Ray Stevenson zu verdanken. Zwar muss er schauspielerisch sicherlich nicht allzu viel leisten, jedoch ist der Hüne von Mann körperlich perfekt besetzt, darf immer schön böse in die Kamera schauen und ist somit der Inbegriff des 80er Jahre Action Kinos, als Schwarzenegger und Konsorten ebenfalls nur durch ihre Statur und Leinwandpräsenz überzeugen konnten. Gleiches gilt auch für das Duo der Bösewichte: Dominic West und Doug Hutchinson liefern eine derart überzogene und abgefahrene Performance ab, dass man manchmal nicht weiß, ob man Lachen oder Weinen soll. Allerdings passt dies perfekt in einen so überdrehten und bewusst selbstironischen Film, so dass der Genrefan sicherlich zu Ersterem tendieren wird.
Warum also erneut einen weiteren The Punisher auf das Kinopublikum loslassen? Vielleicht weil aller guten Dinge drei sind und nach den beiden missratenen Vorgängern nun endlich der Geschmack des Comicfans getroffen wird. Alexander macht alles richtig, inszenierte hart und kompromisslos einen Film für jeden Fan des handgemachten Actionfilms und stellt die enttäuschten Leser der The Punisher-Reihe nun endlich zufrieden.