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Comeback

(Comeback, 2007)

Dt.Start: 20. November 2008 Premiere: 24. Oktober 2007 (Festival, Deutschland)
FSK: ab 12 Genre: Dokumentation
Länge: 79 min Land: Deutschland
Darsteller: Jürgen Hartenstein
Regie: Maximilian Plettau
Drehbuch: Maximilian Plettau


Inhalt

Ex-Profi-Boxer Jürgen "The Rock" Hartenstein, Jahrgang 1971, will es noch mal wissen: Eisern trainiert er für sein Comeback im Boxsport. Nebenher verdient er etwas Geld als Türsteher, immer wieder telefoniert Hartenstein mit Amerika, um einen Kampf zu bekommen. Und tatsächlich kommt plötzlich eine Einladung nach Philadelphia.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Comeback hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 70%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Julian Reischl
Comeback hat eine Wertung von 70%
Für seinen Abschlussfilm der Filmhochschule München begleitete Regisseur Maximilian Plettau den ehemaligen Boxprofi mit der Kamera, begleitet dessen karges Leben und den steinigen Weg bis zum Kampf in den USA. Ohne Einmischung verfolgt Plettau Sport und Leben Hartensteins und überlässt dem Zuschauer jegliche Interpretation. Eine solide, aber verhältnismäßig kurze Dokumentation mit ungewissem Ausgang für Protagonist, Filmemacher und Zuschauer.

Bild aus Comeback Mit 18 Jahren war Jürgen Hartenstein Deutscher Meister der Amateurliga, das war 1988. In den folgenden zehn Jahren kämpfte sich "The Rock" unter den Supermittelgewichten bis an die Spitze. Mit seinem Kampf gegen Silvio Branco um den europäischen Titel 2002 beginnen die Niederlagen, es folgt der komplette Abstieg aus dem Profisport. Heute ist "The Rock" keine vierzig und hat schon alles verloren. Vermeintlich. Denn Jürgen Hartenstein lässt sich nicht unterkriegen. Er nimmt das Training wieder auf, trainiert in einem düsteren Kellerraum beim Licht einer trüben Glühbirne. Unaufhaltsam, konsequent. Mit einem Ziel vor Augen: Wieder nach oben kommen.

Begleitet wird Hartenstein von Max(imilian) Plettau, der sich nach seinem Studium an der HFF München für Hartensteins Vorhaben interessiert. Plettau, der während des Studiums die Kamera für einige Dokumentationen, aber auch für den Spielfilm Toni Goldwascher, führte, begab sich mit Kamera, aber auch Produktion, Schnitt und Regie zu Comeback in die absolute Ungewissheit, da Hartensteins Verhalten allein den Verlauf und somit Dramaturgie des Filmes bestimmen würde. Sein Geld verdient Hartenstein als Türsteher in München, und wenn er nicht trainiert oder seine Familie besucht, mailt er oder telefoniert mit mächtigem Akzent immer wieder nach Amerika, um einen Boxpromoter auf sich aufmerksam zu machen. Doch scheinbar will dort niemand vom "former German boxing champion, three years no training" wissen. Doch "The Rock" macht weiter, die Kamera im Schlepptau. Bis tatsächlich der Anruf kommt, es wird einen Kampf geben. Eine Reise nach Philadelphia steht an.

Das Filmteam reist natürlich mit. Die amerikanischen Box-Offiziellen gucken recht befremdlich, als der Besuch aus dem alten Europa mit eigenem Kamerateam auftaucht. Trainiert wird nun, ganz in Rocky-Manier, in Philadelphia, inklusive der berühmten Treppe zum Philadelphia Museum of Art. Dort stellt sich heraus, dass "The Rock" es nicht leicht haben wird, passgenau in Rockys Fußstapfen zu treten. Die musikalische Untermalung dieser Szene stellt übrigens, da fast im ganzen Film ohne Soundtrack gearbeitet wird, eine Touristin, die Hartensteins Training amüsiert kommentiert.

Als der Kampf schließlich stattfindet, fiebert der Zuschauer mit, als sei Jürgen Hartenstein ein alter Freund, der endlich seine langverdiente zweite Chance bekommen hat. Der Ausgang soll hier nicht verraten werden, auch empfiehlt es sich nicht im Internet danach zu suchen, wenn man sich nicht der Spannung berauben will. Nur soviel sei gesagt: Laut Filmwebseite hat Hartenstein zwischenzeitlich seine Freundin Suzette geheiratet und sich mit ihr in Philadelphia angesiedelt.

Max Plettaus Abschlussfilm ist das gute Zeugnis einer soliden Ausbildung. In einem Schulzeugnis würde man auch die "gelungene Transferleistung" loben: Aus einem Filmschüler ist ein ausgewachsener Filmemacher geworden, dessen erste freie Arbeit sich sehen lassen kann. Technisch wirkt Comeback wie eine weit höher budgetierte Dokumentation, dramaturgisch führte jedoch eher Hartensteins Leben Regie als Regisseur Plettau - recht so, denn das ist ja die Urform des Dokumentarfilms. Schnitt und Takt gefallen, mutig erzählt Plettau die Geschichte in 79 Minuten, anstatt sie künstlich auf 90 oder 120 Minuten zu dehnen. Erwähnenswert ist außerdem, dass wtp international (Mein Traum oder Die Einsamkeit ist nie allein, 24/7 - The Passion of Life) mit Comeback erstmals einen fremdproduzierten Spielfilm ins Verleihprogramm aufgenommen hat, in Zusammenarbeit mit Nominal Film, dem Verleih des Regisseurs.

Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden hat den Film derweil mit dem Prädikat "besonders wertvoll" ausgezeichnet und urteilt: "Klug montiert und mit phantastischer Kameraarbeit beweist Maximilian Plettau einen starken Sinn für Bildkomposition. Eine fesselnde Erzählung nicht nur für Boxfans." Dem ist nichts hinzuzufügen.



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