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Fräulein Smillas Gespür für Schnee(Smilla's Sense of Snow, 1997)
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13. Februar 1997 DVD: 03. April 2004
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Premiere: |
13. Februar 1997 (Deutschland) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Krimi |
| Länge: |
121 min
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Land: |
Deutschland, Dänemark, Schweden |
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Darsteller:
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Julia Ormond (Smilla Jasperson), Ona Fletcher (Inuit Hunter), Agga Olsen (Juliane Christiansen), Patrick Field (Polizist), Matthew Marsh (Kommisar), Gabriel Byrne (Mechaniker), Jim Broadbent (Dr. Lagermann), Tom Wilkinson (Prof. Loyen), Charlotte Bradley (Mrs. Lagermann), Richard Harris (Dr. Andreas Tork), Charles Lewsen (Pastor), Robert Loggia (Moritz Jasperson), Emma Croft (Benja), Bob Peck (Ravn), Ann Queensberry (Frau Schou) |
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Regie:
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Bille August |
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Drehbuch:
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Peter Høeg, Ann Biderman |
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 Inhalt
Die arbeitslose Gletscherforscherin Smilla Jaspersen lebt einsam und zurückgezogen in einem Mietshaus in Kopenhagen. Eines Tages fällt der Nachbarsjunge Isaiah, zudem sie eine enge Verbindung hat, vom Dach. Schnell wird der Tod des Jungen als Unfall abgetan, doch Smilla ist sich sicher, dass es Mord war und ermittelt auf eigene Faust. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Markus Müller
Der dänische Regisseur Bille August verfilmte 1997 Fräulein Smillas Gespür für Schnee auf der Grundlage des gleichnamigen Romans. Leider kann der Film in keiner Sekunde überzeugen, was besonders an den durchweg unsympathischen Charakteren, der teils unlogischen Handlung und dem Versäumnis der Macher, Spannung aufzubauen, liegt. Statt einer gelungen Romanverfilmung entstand ein vorhersehbarer, spannungsarmer 08/15 Krimi voller Klischees und schauspielerischer Kälte.
Fräulein Smillas Gespür für Schnee ist ein unspektakulärer Krimi, der auf der ohnehin schon nicht unbedingt sensationellen Story der Romanvorlage von Peter Hoeg aus dem Jahr 1992 basiert. Streckenweise bewegt sich diese filmische Umsetzung auf dem Niveau eines Fernsehkrimis. Die gesamte Geschichte wirkt lieblos und zweckmäßig zusammengeschustert. Am schlimmsten wird es in der zweiten Hälfte des Filmes, wo der Blödsinn keine Grenzen mehr kennt. Dies findet seinen Höhepunkt ganz besonders im unspektakulären und wenig überraschenden Ende. Natürlich wurde dabei auch an die genretypische Auflösung des Falles gedacht. Was jedoch nicht nötig gewesen wäre, schließlich erfährt der Zuschauer dabei nichts Neues. Im Gegenteil, er wird für dumm verkauft, da ihm noch einmal alles erzählt wird, was er ohnehin schon weiß. Dass im letzten Drittel des Filmes mit aller Gewalt alles verschenkt wurde, was nur ging, ist besonders schade, hätte man doch gerade hier den Film noch vor dem Absturz retten können, zumal er sich bis dahin noch zumindest irgendwo im Mittelmaß bewegt.
Es gibt so vieles an diesem Film, das einen dazu bewegt, die DVD entweder in eine Frisbee zu verwandeln, oder seiner Mutter zu schenken. Ein durchaus vertretbarer Beweggrund, besonders für letzteren Verwendungszweck, ist die vollkommen an den Haaren herbeigezogene Liebesgeschichte, die sich zwischen Smilla und dem mysteriösen "Mechaniker" (Gabriel Byrne, Played) abspielt. Schon ab der ersten Begegnung der Beiden ist klar, dass sie sich näher kommen werden. Überrascht ist davon garantiert niemand, auch wenn man das sein sollte. Tatsächlich ist diese Liebesgeschichte für die Story vollkommen überflüssig und unsinnig. Natürlich wird versucht, sie geschickt in ein Verwirrspiel münden zu lassen und immer wieder die Frage aufzuwerfen, auf welcher Seite der "Mechaniker" steht. Doch dieses Element ist schon so alt wie das Krimigenre selbst und kann, wenn überhaupt, nur dann Spannung erzeugen, wenn es konsequent und glaubwürdig umgesetzt wurde. Im Falle des vorliegenden Schneefilms lässt es den Zuschauer jedoch kalt.
Ein Witz sind die Auftritte von zwei wirklich guten deutschen Schauspielern. Mario Adorf (Die rote Zora) und Jürgen Vogel (Der freie Wille). Adorfs Nebenrolle als deutscher Seemann ist so minimalistisch wie nur eben möglich und gibt ihm eigentlich keine Chance zu schauspielern. Jürgen Vogel bekommt da schon eine größere Rolle zugesprochen. So sehr man Vogel jedoch für sein charakteristisches Spiel mögen muss, in dieser Rolle, als notgeiler Junky und Sohn des Captains, weiß man nicht so recht, was man mit diesem platten und unpassenden Charakter anfangen soll.
Eine Figur ist realitätsferner als die Nächste, in jedem Fall aber stereotyp und langweilig. Das Schlimmste und schließlich auch das, was dem Film endgültig das Genick bricht, ist Fräulein Smilla selbst. Sie soll unnahbar und, wie sie selbst sagt, "schroff" wirken. Mag sein, dass Julia Ormond (Inland Empire), die sicher eine gute Schauspielerin ist, das auch gelingt, allerdings ist somit die wohl unsympathischste und uncharakteristischste Krimiheldin erschaffen worden, die man sich nur vorstellen kann. Sicherlich ist es nicht unbeabsichtigt, dass sie unterkühlt wirkt, schließlich hat sie auch ein Gespür für Schnee, aber besonders ihre distanzierte Frigidität im ersten Teil des Films ist einfach nur nervtötend. Wie sie dann der ebenso blass agierende, namenlose "Mechaniker" zur leidenschaftlichen Liebhaberin verwandelt, bleibt ein Rätsel. Wahrscheinlich hilft ihm dabei jedoch seine Fähigkeit immer überall zu sein, wenn er gerade gebraucht werden könnte, ganz gleich wie unmöglich es auch ist. In einer weiteren Nebenrollen sind unter anderem Richard Harris (Harry Potter und die Kammer des Schreckens) und Robert Loggia (Lost Highway) zu sehen, der als Smillas Vater noch fast die beste Rolle erwischt, aber natürlich keine Chance hat, am Film noch etwas zu retten.
Letzten Endes kann man Fräulein Smillas Gespür für Schnee trotz der erwähnten Blödsinnigkeit nicht als wirklich schlechten Film bezeichnen. Im Grunde genommen ist er Mittelmaß, doch leider, ist er derart mittelmäßig und versucht dabei verzweifelt mit allen Mitteln großartig zu sein, dass einen allein schon das aufregt und man letztlich doch feststellen muss, dass man seine Mutter zu gern hat, als dass man sie mit diesem Film vom Fernsehkrimi schauen abhält.  Weitere interessante Filme
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